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Duales Studium Ingenieurwesen

„Dem Ingeniör ist nichts zu schwör.“ Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen beginnt, muss nicht gleich Erfinder wie Daniel Düsentrieb aus Entenhausen werden wollen. Denn das Tätigkeitsfeld der Ingenieure ist sehr vielfältig. Sie entwickeln, planen, konstruieren, beraten und bauen Maschinen, Autos, Flugzeuge, Brücken, Kraftwerke, Städte …

Hightech und Zukunftstechnologie brauchen kreative Ingenieurskunst. Das Elektroauto z.B. erfordert ein breites Spektrum an intelligenten Lösungen für den Karosseriebau, die Energieversorgung im Auto oder die Infrastruktur eines Batterieauflade-Netzes.

Daten & Infos

  • Duale Studiengänge Ingenieurwesen*: 372
  • Anzahl der Studierenden*: ca. 17.000
  • Anbietende Unternehmen*: ca. 10.800
  • Branchenspektrum: Das Angebot für ein Duales Studium Ingenieurwesen erstreckt sich wegen der vielfältigen Tätigkeitsfelder von Ingenieuren über nahezu alle Branchen wie z.B. die Bauwirtschaft, die Elektroindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau oder die Unterhaltungsindustrie.
  • Beschäftigungsmöglichkeiten: Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen absolviert, findet Anstellung in der Industrie und in mittelständischen Unternehmen, in der Bauwirtschaft, in der Elektro-, Kommunikations- und Nachrichtenbranche, in den Behörden, im Dienstleistungssektor, in der IT-Branche usw. Ebenso – auch als Freiberufler – im Consultingbereich und in Ingenieur- und Planungsbüros.
  • Kombinationsmöglichkeiten: Ein ausbildungsintegrierendes Duales Studium Ingenieurwesen wird überwiegend mit technischen Ausbildungsberufen und mit Ausbildungsberufen der IT & Elektrotechnik kombiniert. Daneben existieren auch praxisintegrierende Studiengänge.

*Quelle: AusbildungPlus-Datenbank mit Stand: April 2012

Studieninhalte & Schwerpunkte

Die Technikwelt ist differenziert, daher gibt es auch kein allgemeines Ingenieur-Studium. Es gibt die großen Bereiche wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieur- und Wirtschaftsingenieurwesen. Die komplexer werdende Technik erfordert immer breiter gefächerte Spezialisierungen. Ein Duales Studium Ingenieurwesen ist deshalb von Beginn an in Fachrichtungen und in zahlreiche Spezialgebiete gegliedert.

  • Die Studienschwerpunkte, die von den jeweiligen Universitäten, Hochschulen oder Berufsakademien angeboten werden, sind eng mit den kooperierenden Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetrieben abgestimmt. Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen beginnt, hat sich durch seinen Ausbildungs- bzw. Praktikumsvertrag schon für einen Studienschwerpunkt entschieden.
  • Neben den mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern sind daher die Lerninhalte bereits im Grundstudium unterschiedlich.
  • Die am häufigsten angebotenen Fachrichtungen* sind Bauingenieurwesen
    - Maschinenbau
    - Verfahrenstechnik
    - Elektrotechnik

*Quelle: AusbildungPlus-Datenbank mit Stand April 2012

Ingenieurwesen & BWL: Wirtschaftsingenieurwesen

Es sind gängige Klischees: Ingenieure schimpfen über die Zahlenfüchse aus der BWL, die ständig niedrigere Kosten einfordern und angeblich jede technische Neuerung im Keim ersticken. Die Kaufleute meckern über die technikverliebten Ingenieure, die jeden Tag das Rad neu erfinden wollen und dabei die Bedürfnisse der Kunden vergessen.

Um diese beiden „Welten“ – Ingenieure und Kaufleute – zusammenzubringen, gibt es die Wirtschaftsingenieure. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen BWL und Technik und sollen die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von hochwertigen Produkten mit einer betriebswirtschaftlich vernünftigen Kalkulation verbinden.

Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Studium

Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen absolviert, hat ein vielseitiges und breites Feld an Beschäftigungsmöglichkeiten. Damit – und auch wegen des bestehenden Ingenieurmangels – sind die Zukunftsaussichten vielversprechend.

Tätigkeitsgebiete sind z.B.:

  • Marketing/Vertrieb:
    Produktmanager „begleiten“ ihre Produkte über den gesamten Produktlebenszyklus und sind verantwortlich für den Erfolg der Produkte. Vertriebsingenieure akquirieren Kunden und übernehmen die technische und kaufmännische Beratung und Betreuung.
  • Produktion:
    Fertigungsmaschinen und Anlagen sind in Betrieb zu nehmen. Wartungspläne sind auszuarbeiten, um kostspielige Fertigungsstillstände zu vermeiden. Die Produktion ist zu koordinieren und zu steuern. Der gesamte Fertigungsprozess muss betreut und ständig optimiert werden.
  • Entwicklung:
    In den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen und Institute sind die Spezialisten besonders gefragt. Am Beispiel „Auto“ lässt sich das erklären. Es gibt keinen „Auto-Ingenieur“, sondern hier sind die unterschiedlichsten Fachleute tätig: z.B. für den Motor, das Getriebe, den Antrieb, die Kupplung, die zahlreichen Elektronikbestandteile, die Elektrik, den Karosseriebau.
  • Projektmanagement:
    Ein Projekt-Ingenieur betreut und koordiniert ein Projekt von der Kundenanfrage bis zur Übergabe. Er erstellt technische Dokumentationen, arbeitet mit Kunden, Vertrieb und Lieferanten zusammen, wirkt in interdisziplinären Teams mit, übernimmt die Termin- und Kostenkontrolle.

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