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Assistierte Ausbildung
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Erfolgreicher Berufsabschluss durch assistierte Ausbildung

Für manche Jugendliche (m/w/d) ist es nach der Schule nicht einfach, ihren Weg zu finden. Im Idealfall fängt die Ausbildung direkt nach dem Schulabschluss an, aber was, wenn nicht? Vielleicht reichen die Noten nicht aus, um einen Ausbildungsplatz im Traumberuf zu ergattern oder der Schulabschluss fehlt komplett? Wie du trotz vieler schwieriger Umstände erfolgreich eine Berufsausbildung abschließen kannst, findest du hier in den Informationen zur assistierten Ausbildung.

Was ist eine assistierte Ausbildung?

Das Modell der assistierten Ausbildung ist eine Dienstleistung der Agentur für Arbeit. Das Angebot richtet sich sowohl an Betriebe als auch an Jugendliche unter 25 Jahre, die aus vielfältigen Gründen bisher keine Berufsausbildung erfolgreich abschließen konnten. 

Bei einer assistierten Ausbildung handelt es sich um eine duale Berufsausbildung, die im Betrieb und in der Berufsschule stattfindet. 

Während der assistierten Ausbildung werden Betriebe bei der Azubi-Wahl und der späteren Betreuung unterstützt und Auszubildende erhalten individuelle Unterstützung mit dem Ziel, eine Berufsausbildung erfolgreich abzuschließen.

Für wen ist die assistierte Ausbildung sinnvoll?

Eine assistierte Ausbildung ist sinnvoll, wenn die Bewerbungen um einen Ausbildungsplatz bisher nicht erfolgreich waren. Sind die Noten auf dem Schul-Abschlusszeugnis ungenügend oder fehlt der Schulabschluss komplett, unterstützt die assistierte Ausbildung einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden.

Aber auch andere Gründe können dazu führen, dass Jugendliche keinen Ausbildungsplatz finden können. Sprach- und Verständnisschwierigkeiten stehen an oberster Stelle der Gründe. Manche Jugendlichen sind in ihren Familien eingespannt, sodass keine Zeit für eine Berufsausbildung bleibt. Egal, welcher Grund dahintersteckt, eine assistierte Ausbildung hat das Ziel, diese Gründe mit einer erfolgreichen Berufsausbildung in Einklang zu bringen und Jugendlichen in schwierigen Situationen einen erfolgreichen Berufsabschluss zu ermöglichen.

Wie läuft eine assistierte Ausbildung ab?

Die assistierte Ausbildung verläuft genauso wie eine Berufsausbildung ohne Unterstützung. Der Unterschied zu einer „normalen“ Ausbildung liegt in der Vorbereitungsphase und an den Unterstützungsangeboten in der Ausbildung selbst.

Orientierungsphase (freiwillig)

Dieses Angebot können Jugendliche wahrnehmen, wenn sie noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. In dieser Phase geht es hauptsächlich darum, den richtigen Ausbildungsberuf herauszufinden. Diese Vorbereitungsphase dauert 6 Monate und beschäftigt sich mit allen Dingen rund um das Thema Ausbildungsplatzsuche. Ein Bewerbertraining und unterschiedliche Praktika sowie die Suche nach einem Ausbildungsplatz stehen dabei an erster Stelle.

Tipp: Bei AZUBIYO findest du im Berufswahltest heraus, welcher Beruf zu dir, deinen Stärken, Wünschen und Noten passt.

Während der Ausbildung

Nach der Orientierungsphase kann die assistierte Ausbildung ebenfalls im Betrieb weitergehen. Azubis (m/w/d) werden vor Prüfungen und Klausuren durch Nachhilfe unterstützt oder erhalten unter anderem Sprachunterricht zur Bewältigung von Verständnisschwierigkeiten. Falls Schwierigkeiten im privaten Umfeld oder im Ausbildungsbetrieb auftreten, haben Auszubildende (m/w/d) die Möglichkeit, auf eine sozialpädagogische Betreuung zurückzugreifen. Pädagogen übernehmen auch Aufgaben im Bereich des Kompetenztrainings, wo es darum geht, Kommunikationsfähigkeit oder Selbstvertrauen zu stärken.

Ein exakter Plan für die assistierte Ausbildung existiert nicht, da jeder eine individuell zugeschnittene Förderung erhält.

Wer trägt die Kosten einer assistierten Ausbildung und wer führt sie durch?

Sämtliche Kosten der assistierten Ausbildung trägt die Bundesagentur für Arbeit oder das Jobcenter. Diese übernehmen die Kosten, durchgeführt wird die assistierte Ausbildung durch verschiedene Bildungsträger, die mit der Agentur für Arbeit Verträge geschlossen haben. In der Vorbereitungsphase stehen dir wöchentlich 39 Stunden zur Verfügung, die du beispielsweise mit Bewerbungstraining belegen kannst. Während der Ausbildung haben Auszubildende (m/w/d) die Möglichkeit, zwischen 4 und 9 Stunden in der Woche Nachhilfeunterricht oder Beratung in Anspruch zu nehmen. Diese Zeit findet außerhalb deiner Arbeitszeiten, meistens nachmittags oder abends statt.

Assistierte Ausbildung ja oder nein?
Eine Berufsausbildung ist nach wie vor wichtig und kann deinen weiteren Weg erheblich beeinflussen. Wenn du mit kleineren oder größeren Schwierigkeiten zurechtkommen musst, dann ist das kein Grund, keinen Berufsabschluss anzustreben. Auch der fehlende Schulabschluss oder mangelnde Sprachkenntnisse sollen nicht mehr dazu führen, dass junge Leute keine Perspektiven haben. Eine assistierte Ausbildung birgt keinerlei Nachteile, sondern unterstützt junge Menschen trotz einiger Hindernisse, erfolgreich einen Berufsabschluss zu erreichen. 

Weitere Infos

Bildnachweis: „Junge Menschen bei Bewerbertraining" © Robert Kneschke - Fotolia/stock.adobe.com