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Was ist ein Duales Studium?

Ein Duales Studium verbindet ein klassisches Studium mit einer beruflichen Ausbildung bzw. Weiterbildung. Die Theorie wird dir durch das Studium an einer Berufsakademie, (Fach-) Hochschule, Universität oder Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie vermittelt. Die Praxis erlernen die Studenten – je nach Studienmodell – entweder in einem Ausbildungsbetrieb oder Praktikumsbetrieb. Das kann bedeuten, dass Theorie und Praxis an verschiedenen Orten stattfinden.

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Inhaltsverzeichnis

Wer kann dual studieren?

Neben den schulischen Voraussetzungen, also deinem Schulabschluss, gibt es beim Dualen Studium noch weitere Zugangsvoraussetzungen.

Voraussetzungen

Schulabschluss: Um ein ausbildungs- oder praxisintegrierendes Duales Studium aufnehmen zu können, musst du, je nach Hochschule, entweder das Abitur (allgemeine Hochschulreife), die fachgebundene Hochschulreife oder die Fachhochschulreife besitzen. Hinweis: Die Unternehmen geben bereits in ihrer Stellenausschreibung an, welchen Schulabschluss sie für die Bewerbung auf den Dualen Studienplatz voraussetzen und ob weitere Bedingungen erfüllt sein müssen (z.B. Fremdsprachen).

Schulnoten: NC, ade? Fast... Es gibt in den meisten Fällen keine Zulassungsbeschränkung durch den Numerus Clausus. Ist dein Ausbildungsbetrieb mit deinen Noten zufrieden und stellt dir einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag aus, dann kannst du dich in der Regel problemlos bei der kooperierenden Hochschule einschreiben.

Ausnahmen: Einige Hochschulen setzen einen NC fest, der sowohl für die „normalen" als auch für die Dualen Studenten gilt. Tipp: Erkundige dich auf der Homepage der Hochschule über die Zulassungsbedingungen oder frage im Vorstellungsgespräch beim Ausbildungsbetrieb nach.

Vertrag: Zusätzlich zum geforderten Schulabschluss ist ein Ausbildungs- bzw. Praktikumsvertrag notwendig.

Es gibt 2 Varianten für die Bewerbung um ein Duales Studium: die Bewerbung beim Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetrieb und die anschließende die Einschreibung an der Hochschule. Oder die Bewerbung bei der Hochschule und anschließend die Bewerbung beim Unternehmen. Hier findest du weitere Infos zur Bewerbung im Dualen Studium.

Welche Studienmodelle gibt es?

Das Duale Studium wird in 4 verschiedenen Modellen angeboten: ausbildungsintegrierend, praxisintegrierend, berufsintegrierend und berufsbegleitend.

Ausbildungsintegrierendes Duales Studium

Beim ausbildungsintegrierenden Studiengang (manchmal auch als Verbundstudium bezeichnet) ist, wie der Name schon sagt, eine Ausbildung integriert, d.h. du bekommst zusätzlich zum Studienabschluss einen Berufsabschluss, z.B. Bachelor of Arts Fachrichtung Finanzen plus Bankkaufmann. Ein Ausbildungsvertrag ist Voraussetzung.

Praxisintegrierendes Duales Studium

Im praxisintegrierenden Studiengang ist eine vertiefte Praxisphase bei einem Unternehmen integriert. Dafür ist ein Praktikumsvertrag mit dem Unternehmen erforderlich.

Berufsintegrierendes Duales Studium

Der berufsintegrierende Studiengang ist für Berufstätige interessant, die nach ihrer abgeschlossenen Berufsausbildung eine berufliche Weiterbildung anstreben. Das Studium findet innerhalb der Arbeitswoche statt, deshalb muss der Arbeitgeber zustimmen. In der Regel wird dann eine Teilzeitbeschäftigung vereinbart.

Berufsbegleitend

„Berufsbegleitend“ bedeutet, dass man neben der Vollzeitstelle entweder am Abend, am Wochenende oder im Urlaub in die Vorlesungen und Seminare geht. Auch ein Fernstudium ist ein berufsbegleitendes Duales Studium.

Sonderform: Abiturientenausbildung

Es gibt noch ein weiteres Modell, welches jedoch nicht direkt mit dem dualen Studium gleichzusetzen ist. Die sogenannte Abiturientenausbildung oder Sonderausbildung für Abiturienten ist wenig bekannt, bietet aber viele Chancen und gute Perspektiven für Schulabsolventen mit Abitur. Es handelt sich dabei um ein Ausbildungsmodell, das sowohl Merkmale einer „normalen“ Berufsausbildung als auch eines Dualen Studiums enthält.

Hinweis: Berufsintegrierende und berufsbegleitende Studiengänge sind eine Form der beruflichen Fort- und Weiterbildung. Bei AZUBIYO werden deshalb ausschließlich ausbildungsintegrierende und praxisintegrierende Duale Studienplätze angeboten, denn nur diese sind als Einstieg für Schulabgänger möglich.

Wie lange dauert ein Duales Studium?

Das Duale Studium endet in der Regel mit einem Bachelor-Abschluss und dauert je nach Studiengang, Studienort und Studientyp 3-5 Jahre. Dabei gehört das praxisintegrierende Studium zu den kürzeren Studienphasen, da keine Berufsausbildung damit verbunden ist.

Dauer Duales Studium

Beim ausbildungsintegrierenden Dualen Studium dauert die reine Studienzeit 6-8 Semester, also 3-4 Jahre. Darin enthalten sind 1-2 Praxissemester, die als Ausbildungszeit genutzt werden. Es gibt die unterschiedlichsten Formen des zeitlichen Wechsels zwischen Ausbildung und Studium.

Hier 2 Beispiele:

Dauer Duales Studium
  1. Start des Dualen Studiums mit einer 12- bis 14 monatigen Ausbildung im Ausbildungsbetrieb.
  2. Danach Beginn des Studiums.
  3. Während der vorlesungsfreien Zeiten, das sind v.a. die Semesterferien, und während eines evtl. Praxissemesters weitere Ausbildungszeit.
  4. In der Regel im 3. Ausbildungsjahr (manchmal auch erst im 4. Jahr) – also während oder nach dem 3. oder 4. Semester – Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer bzw. der Handwerkskammer und damit Beendigung der Ausbildung.
  5. Anschließend Fortsetzung des Studiums mit Praxisphasen im Betrieb während der vorlesungsfreien Zeiten bis zum Bachelor-Abschluss.
Dauer Duales Studium

Wo kann ich dual studieren?

Studieneinrichtung

Wo die theoretische akademische Ausbildung im Dualen Studium stattfindet, ist von Studiengang zu Studiengang verschieden. Grundsätzlich gibt es 4 Einrichtungen, die Duale Studiengänge anbieten: Universitäten, Fachhochschulen (FH), Berufsakademien (BA) sowie Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien (VWA).

Fachhochschulen und Universitäten sind die klassischen Hochschulen, an denen vor allem „normale“ Studiengänge angeboten werden. Duale Studiengänge kamen erst in den letzten Jahren als Zusatzangebot dazu.

Berufsakademien sind auf Duale Studiengänge spezialisiert, wobei das Studium besonders eng mit dem ausbildenden Unternehmen verknüpft ist.

Verwaltungs- und Wirtschaftsakademien sind ein Sonderfall. An diesen Bildungseinrichtungen werden in der Regel keine ausbildungs- oder praxisintegrierenden Dualen Studiengänge, sondern Abiturientenausbildungen und berufsbegleitende Studiengänge angeboten. Ein akademischer Abschluss (Bachelor) ist hier nur möglich, wenn die Einrichtung mit einer anderen Hochschule kooperiert.

Es werden derzeit in Deutschland etwa 1.600 Duale Studiengänge angeboten. Die meisten Studiengänge bieten Fachhochschulen an – mit Ausnahme von Baden-Württemberg, wo das Angebot der DHBW (Duale Hochschule Baden-Württemberg) am größten ist. Auch die Berufsakademien bieten eine Vielzahl an Studiengängen, während das Angebot der Unis ziemlich gering ist.

Auch bei der Zulassung zum Studiengang warten unterschiedliche Bedingungen auf dich. Mit einem (Fach)Abitur bist du auf der sicheren Seite, aber wenn du keine Hochschulreife besitzt, kannst du oft eine Zulassungsprüfung ablegen.

Regionale Unterschiede

Das Duale Studium existiert bereits seit 1972 und entwickelt sich zunehmend zu einer wichtigen Säule für Schüler nach dem Schulabschluss. Das Duale Studium ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Das bedeutet, dass du dich über das Studium deiner Wahl in jedem Bundesland informieren solltest.

In Mecklenburg-Vorpommern kannst du beispielsweise nur an einigen wenigen Standorten studieren, während ein Duales Studium in Nordrhein-Westfalen in ca. 50 verschiedenen Städten möglich ist. Auch musst du in einigen Bundesländern Studiengebühren zahlen. Zudem kannst du in manchen Bundesländern auch ohne Hochschulreife studieren. Ein Vergleich lohnt sich.

Unterschiede zeigen sich vor allem bei der Finanzierung der Bildungseinrichtungen. In einigen Bundesländern werden Akademien und Hochschulen staatlich unterstützt, andere Länder einigten sich darauf, die Finanzierung in private Hand zu geben.

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