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Auswertung Interview: Arten, Schritte zur Durchführung & Tools

Was ist eine Interview-Auswertung?

Eine Interview-Auswertung beschreibt den Prozess, bei dem du gesammelte Antworten aus quantitativen oder qualitativen Interviews systematisch analysierst. Ziel ist es, aus den Aussagen sinnvolle Erkenntnisse abzuleiten, die deine Forschungsfrage beantworten. Du ordnest, vergleichst und interpretierst das Material, um Muster oder Zusammenhänge zu erkennen.

Die Auswertung der Interviews hilft dir, Rohdaten in verständliche Ergebnisse zu überführen. Ohne sie bleibt dein Interview nur eine Sammlung von Aussagen – mit ihr entsteht eine strukturierte Analyse, die in wissenschaftlichen Arbeiten nachvollziehbar ist.

Arten der Auswertung von Interviews

Wenn du Interviews auswertest, kannst du grundsätzlich zwei verschiedene Wege gehen. Welche Methode du wählst, hängt davon ab, welche Art von Daten du gesammelt hast und welches Ziel deine Forschung verfolgt:

  • Qualitative Auswertung von Interviews: Diese Methode konzentriert sich auf Inhalte, Bedeutungen und Hintergründe der Aussagen. Sie hilft dir zu verstehen, warum Befragte etwas sagen und wie sie ein Thema wahrnehmen. Dabei werden Schritt für Schritt Themen und einzelne Kategorien herausgearbeitet, die im Verlauf des Gesprächs auftauchen. So bekommst du ein tiefes Verständnis für Zusammenhänge und Sichtweisen.
  • Quantitative Auswertung von Interviews: Hier liegt der Fokus auf Zahlen, Häufigkeiten und messbaren Daten. Du analysierst, welche Antworten wie oft gegeben wurden oder welche Themen besonders häufig vorkamen. So kannst du Trends, Muster und statistische Zusammenhänge sichtbar machen. Dieser Ansatz eignet sich besonders, wenn du viele standardisierte Interviews durchgeführt hast.

Beide Methoden lassen sich auch kombinieren, wenn du qualitative Aussagen quantitativ untermauern möchtest. So erhältst du ein besonders vollständiges Bild deiner Ergebnisse.

Qualitative Auswertung von Interviews

Die Auswertung qualitativer Interviews konzentriert sich auf Inhalte, Bedeutungen und Zusammenhänge. Du untersuchst, was Befragte sagen, warum sie es sagen und wie sie etwas ausdrücken. Bei der qualitativen Inhaltsanalyse arbeitest du mit Kategorien und Themen, die du aus den Antworten ableitest. Ziel ist es, tieferliegende Motive und Strukturen zu erkennen.

Diese Methode eignet sich besonders bei offenen Interviews oder Expertengesprächen. Sie liefert dir ein detailliertes Verständnis der Aussagen und zeigt, wie Menschen bestimmte Themen erleben oder bewerten.

Quantitative Auswertung von Interviews

Bei der quantitativen Auswertung geht es darum, Aussagen messbar zu machen. Du zählst, wie oft bestimmte Antworten vorkommen oder welche Themen besonders häufig genannt werden. Diese Methode wird oft bei standardisierten Interviews mit festen Antwortmöglichkeiten genutzt. Mithilfe von Tabellen, Diagrammen oder Statistikprogrammen kannst du klare Trends und Zusammenhänge erkennen.

So bekommst du einen Überblick, welche Meinungen oder Einstellungen in deiner Befragung dominieren. Die quantitative Analyse ist besonders hilfreich, wenn du Ergebnisse vergleichbar und objektiv darstellen möchtest.

Schritte zur Auswertung von Interviews

Die Auswertung eines Interviews läuft in mehreren klaren Schritten ab. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf und hilft dir, vom Rohmaterial zu einer strukturierten Analyse zu gelangen. Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass du später bei der Interpretation Zeit sparst und präzise Ergebnisse erhältst. Hier sind die wichtigsten Schritte im Überblick:

  • Transkription der Interviews: Bevor du überhaupt analysieren kannst, musst du das gesprochene Material verschriftlichen. Eine saubere Transkription ist die Grundlage für jede weitere Auswertung und verhindert Missverständnisse bei der Interpretation.
  • Kodierung der Interviews: In diesem Schritt strukturierst du deine Texte. Du markierst relevante Stellen, um sie einer bestimmten Kategorie zuordnen zu können. So kannst du Kategorien festlegen und Aussagen den Kategorien zugeordnet analysieren.
  • Zusammenfassung der Ergebnisse: Danach verdichtest du dein Material auf die wichtigsten Erkenntnisse. Ziel ist es, Kernaussagen klar und verständlich wiederzugeben, ohne wichtige Inhalte zu verlieren.
  • Auswertung der Ergebnisse: Zum Schluss interpretierst du die zusammengefassten Daten. Du prüfst, welche Schlüsse du ziehen kannst, und setzt deine Erkenntnisse in Bezug zu deiner Forschungsfrage.

Wenn du diese Schritte sorgfältig durchläufst, erhältst du eine strukturierte und aussagekräftige Analyse. So stellst du sicher, dass deine Auswertung wissenschaftlich fundiert und nachvollziehbar bleibt.

Transkription der Interviews

Bevor du mit der Analyse beginnst, musst du deine Interviews verschriftlichen. Die Transkription überträgt gesprochene Worte in Textform. Sie ist die Grundlage für jede Art von Auswertung. Dabei solltest du darauf achten, dass die Aussagen korrekt und vollständig wiedergegeben werden.

Es kann hilfreich sein, Notizen zu machen, wenn du bestimmte Emotionen, Betonungen oder Pausen bemerkst. Eine saubere Transkription spart dir später viel Zeit bei der Analyse.

Kodierung der Interviews

Nach der Transkription folgt die Kodierung. Dabei markierst du Textstellen und ordnest sie bestimmten Themen oder Kategorien zu. So strukturierst du dein Material und kannst Muster oder Gemeinsamkeiten erkennen. Du arbeitest dich schrittweise vom Rohtext zu klaren Aussagen vor.

Ob du die Kategorien vorher festlegst oder sie aus dem Material ableitest, hängt von deiner Methode ab. Eine gute Kodierung ist entscheidend, damit deine Analyse nachvollziehbar bleibt.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Im nächsten Schritt fasst du die wichtigsten Erkenntnisse aus deinen Interviews zusammen. Du stellst dar, welche Themen besonders häufig vorkamen oder welche Aussagen besonders relevant sind. Dabei kannst du Zitate als Beispiele einbauen, um deine Ergebnisse zu veranschaulichen.

Wichtig ist, dass du nicht einfach alle Aussagen wiederholst, sondern sie auf das Wesentliche reduzierst. So bleibt deine Auswertung klar und verständlich.

Auswertung der Ergebnisse

Jetzt folgt die eigentliche Analyse. Du interpretierst die zusammengefassten Ergebnisse und setzt sie in Bezug zu deiner Forschungsfrage. Welche Muster erkennst du? Welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten gibt es?

Ziel ist es, sinnvolle Schlüsse zu ziehen und die Aussagen in einen größeren Zusammenhang zu bringen. Dabei kannst du auch Theorien oder Literatur einbeziehen, um deine Ergebnisse zu stützen. So wird deine Auswertung wissenschaftlich fundiert.

Welche Tools kann man bei der Auswertung von Interviews verwenden?

Bei der Analyse von Interviews kann Software dir viel Arbeit abnehmen. Digitale Tools helfen dir, große Mengen an Text zu strukturieren, Themen zu ordnen und Zusammenhänge zu erkennen. Besonders bei mehreren Interviews erleichtern sie den Überblick und machen deine Arbeit deutlich effizienter. Zu den nützlichen Tools für die Auswertung gehören:

  • MAXQDA: ideal für qualitative Analysen. Du kannst Textstellen markieren, kodieren und grafisch darstellen.
  • Atlas.ti: Es hilft dir, in der qualitativen Auswertung Themen zu vergleichen und komplexe Zusammenhänge zu visualisieren.
  • Excel oder Google Sheets: praktisch für erste Analysen oder einfache Häufigkeitsauswertungen. Ideal, wenn du keine spezialisierte Software brauchst.
  • SPSS oder R: sind geeignet für statistische Auswertungen und grafische Darstellungen. Besonders nützlich bei quantitativen Interviews mit größeren Datenmengen.
  • Notion oder Obsidian: gut für strukturierte Notizen, Kategorisierungen und kleine Projekte.

Wichtig ist, dass du ein Tool auswählst, das zu deiner Methode und deinem Projekt passt. Überlege vorher, ob du eher qualitative, quantitative oder gemischte Daten auswertest – so findest du die Software, die dich am besten unterstützt.

Fazit: Das solltest du bei der Auswertung von Interviews beachten!

Die Auswertung von Interviews erfordert Geduld, Struktur und ein methodisches Vorgehen. Nimm dir Zeit für die Transkription und arbeite sorgfältig bei der Kodierung, damit du deine Kategorien festlegen und systematisch analysieren kannst. Achte darauf, dass du objektiv bleibst und deine Interpretation immer auf den Aussagen der Befragten basiert.

Nutze Tools, um deine Arbeit zu erleichtern, aber verlasse dich nicht nur auf Technik – dein Verständnis und deine Analyse sind entscheidend. Wenn du Schritt für Schritt vorgehst und Methoden wie die Inhaltsanalyse nach Mayring oder die Grounded Theory anwendest, erhältst du am Ende aussagekräftige Ergebnisse, die deine Forschungsfrage klar beantworten.

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