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Probezeit in der Ausbildung

Die Probezeit steht am Anfang der Ausbildung und dient dem gegenseitigen Kennenlernen von Azubi und Ausbildungsbetrieb: Passt die Stelle zu dir? Fühlst du dich in dieser Ausbildung wirklich wohl? Deshalb kann man die Probezeit auch mit der Verlobungszeit vor der Ehe vergleichen. Wie in der Ehe auch, geht man mit der Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages eine Partnerschaft ein. Damit diese Partnerschaft von langer Dauer (Ausbildungsdauer: in der Regel 2,5-3 Jahre) ist, wird in der Probezeit überprüft, ob es für eine Eheschließung nach der Probezeit reicht. Diese wird nicht so feierlich gefeiert wie eine Hochzeit, aber man bekommt mehr Rechte z.B. Kündigungsschutz.

Dauer der Probezeit

Laut § 20 des Berufsbildungsgesetzes muss die Probezeit in der Ausbildung mindestens 1 Monat und darf höchstens 4 Monate betragen. Grundsätzlich ist auch eine Verkürzung der Probezeit möglich, wenn du vor der Ausbildung schon in deinem Ausbildungsbetrieb gearbeitet hast, zum Beispiel als Praktikant. In Ausnahmefällen kann sich die Probezeit aber auch verlängern, wenn die Ausbildung einen Großteil der Probezeit unterbrochen wurde, zum Beispiel durch Krankheit des Auszubildenden.

Tipps für die Probezeit

Damit man die Probezeit in der Ausbildung übersteht, sollte man diese Dinge beachten, denn jede gute Beziehung will gepflegt werden.

Die neuen Kollegen
Besserwisser mag niemand, schon gar nicht die neuen Kollegen. Aber auch bei Lästereien über die Kollegen oder gar den Chef solltest du tunlichst vermeiden. Duzen oder Siezen? Ganz klar: Sie! Erst wenn dir das Du von einem Kollegen angeboten wird, dann darfst du zurückduzen. Niemals damit anfangen oder danach fragen! Bei einem gemeinsamen Mittagessen kann man die Kollegen außerhalb der Firma kennenlernen und knüpft so Kontakte in der Firma/Abteilung.

Nachfragen & Mitschreiben
Fragen sind erlaubt und auch gewollt. Aber bitte nicht 10x nach derselben Sache fragen, sondern lieber mitschreiben.

Kleidung
Anfangs eher overdressed als underdressed. Schau dir in der ersten Woche an, was die Kollegen tragen und passe dich in der zweiten Woche an. Prinzipiell gilt: kein zu kurzer Rock, auch wenn man es sich figürlich leisten kann, kein zu tiefer Ausschnitt und keine zerschlissene Kleidung. In manchen Firmen sind gedeckte Farben gefragt, du solltest dann nicht gerade das gelbe Hemd zur grünen Hose tragen.

Verhalten: freundlich & pünktlich
Dem Freundlichen öffnen sich die Herzen. Wer dazu noch höflich ist, kann sich kein soziales Fehlverhalten vorwerfen, es sei denn er ist stets unpünktlich. Sei lieber 5 Minuten eher da und lass den Stift nicht Punkt Feierabend aus der Hand fallen, dann klappt´s auch mit der Übernahmen nach der Probezeit in der Ausbildung.

Überstunden
In vielen Firmen ist das ist ein heikles Thema. Es gibt zwar in jeder Firma eine klare Regelung und als Auszubildender sollte man in der Regel keine Überstunden machen, aber wer ständig auf den pünktlichen Feierabend pocht, der macht sich auf Dauer unbeliebt. Besser: Frag ruhig deinen Ausbilder am Feierabend, ob es noch etwas zu tun gibt, oder ob du jetzt gehen kannst: Das signalisiert Einsatzbereitschaft. Hast du Überstunden aufgebaut, dann sprich auch mit deinem Ausbilder, wann du diese ausgleichen kannst, nicht einfach eher gehen oder später kommen!

Urlaub
Das Thema Urlaub sollte nicht unbedingt als erstes in der Probezeit angesprochen werden. Generell ist es üblich, dass während der Probezeit kein Urlaub gewährt wird. Solltest du dennoch Urlaub benötigen, z.B. Hochzeit der Schwester, dann frage höflich bei deinem Ausbilder nach, sei aber nicht fordernd. Bist du zu forsch, dann kann es sein, dass du nach der Probezeit sehr viel Freizeit haben wirst.

Krankheit
Wer krank ist, der bleibt zuhause. Kläre mit deinem Ausbilder ab, ab wann du im Krankheitsfall einen Krankenschein und an wen einreichen sollst. Notiere dir auch die Telefonnummer, bei der du dich melden sollst, wenn du krank bist. Nichts ist ärgerlicher als jemand, der mittags anruft um Bescheid zu geben, dass er krank ist. Damit sollte sich dein Ausbilder gedanklich nicht belasten müssen.

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Bildnachweis: „Lächelnde Frau in blauer Bluse im Büro" © contrastwerkstatt / Fotolia