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Krank in der Ausbildung
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Krank in der Ausbildung

Wenn du krank wirst, musst du in den meisten Fällen das Bett hüten und kannst nicht zur Arbeit gehen. Wenn es einmal passiert, brauchst du dir keine Gedanken um deinen Ausbildungsplatz machen, krank werden kann jeder. Auch wenn du etwa wegen eines Unfalls länger ausfallen wirst, brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Du hast auch im Falle einer Krankheit Rechte und darfst nicht einfach gekündigt werden. Welche Rechte und Pflichten du beachten solltest und alle wichtige Informationen rund um das Thema Krankmeldung findest du in diesem Artikel.

Wie oft darf ein Azubi krank sein?

Es gibt keine gesetzliche Regelung, wie oft du als Azubi (m/w/d) krank werden darfst. Allerdings gibt es eine Faustregel. Diese besagt, dass ein Azubi nicht mehr als 10 % seiner Ausbildungszeit fehlen sollte. 10 % entsprechen bei einer 3-jährigen Ausbildung rund 66 Tage.

Was passiert, wenn du mehr Zeit krankheitsbedingt fehlst? Erst einmal gar nichts, denn eine krankheitsbedingte Kündigung seitens deines Ausbildungsbetriebes ist erst erfolgreich, wenn du innerhalb von 24 Monaten ungefähr 45 bis 60 Tage wegen kurzer Erkrankungen ausfallen würdest oder wenn feststeht, dass zu infolge einer Krankheit nicht für den Ausbildungsberuf geeignet bist. Das kann etwa passieren, wenn sich herausstellt, dass du eine Allergie gegen bestimmte wichtige Arbeitsmittel entwickelst oder du den körperlichen Anforderungen nicht gerecht wirst.

Spannend ist es erst, wenn es um die Zulassung zu deiner Abschlussprüfung geht. Dein Ausbilder oder deine Ausbilderin sind verpflichtet, in der Prüfungsanmeldung deine Fehltage anzugeben. Wenn du mehr als 10 % deiner Ausbildungszeit krank gewesen bist, prüft die zuständige Handwerks- oder Handelskammer, ob du zur Prüfung zugelassen werden wirst. In dieser Einzelfallprüfung verlangt die Kammer eine Stellungnahme über deinen Ausbildungsstand von deinem Ausbildungsbetrieb sowie der Berufsschule. Gegebenenfalls hast du ebenfalls die Gelegenheit, dich zu deinen Fehlzeiten zu äußern und diese zu erklären. Meistens gehen die Einzelfallprüfungen positiv aus und du darfst an der Abschlussprüfung teilnehmen. Falls nicht, wird deine Ausbildungszeit um ein halbes Jahr verlängert.

Krankmeldung in der Ausbildung – was du beachten musst!

Wenn du krank bist und nicht zur Arbeit oder in die Berufsschule gehen darfst, musst du dich abmelden. Das solltest du unbedingt vor Arbeitsbeginn tun, denn wenn du nicht in der Schule oder im Betrieb auftauchst, machen sich andere vielleicht Sorgen, dass dir auf dem Weg etwas passiert sein könnte.

Ein Anruf bei deinem Ausbilder oder deiner Ausbilderin reicht im ersten Moment völlig aus. Wenn dein Betrieb auf eine Krankmeldung ab dem ersten Krankheitstag besteht, dann musst du direkt zu einem Arzt gehen und dich krankschreiben lassen. Ansonsten reicht es aus, wenn du am nächsten Tag zum Arzt gehst, falls es dir noch nicht besser gehen sollte. Sobald du weißt, wie lange du ausfällst, rufe in deinem Betrieb an und gib die Bescheinigung vom Arzt am besten noch am selben Tag ab. Alternativ kannst du sie auch per Einwurf-Einschreiben senden oder von einem Familienmitglied im Betrieb abgeben lassen.

Hinweis: In manchen Unternehmen reicht es, die Bescheinigung vom Arzt per E-Mail zu schicken und das Original später nachzureichen. Mache dich bereits bei Ausbildungsbeginn schlau und lasse dir wichtige Informationen am besten von der Personalabteilung geben.

Wenn dein Ausbildungsbetrieb keine Bescheinigung vom Arzt erhält und du dich nicht meldest, riskierst du eine Abmahnung und auch, dass dir für den Krankheitszeitraum keine Vergütung bezahlt wird.

Krankengeld in der Ausbildung

Bei einer längeren Krankheit zahlt der Arbeitgeber zunächst für 6 Wochen das gewohnte Einkommen weiter. Ist ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin darüber hinaus krank, entsteht ein Anspruch auf Krankengeld. Das gilt auch in der Berufsausbildung.

Hinweis: Krankengeld wird von der Krankenkasse auf Antrag gezahlt und beträgt etwa 70 % von deinem Einkommen der letzten 12 Kalendermonate.

Wie lange muss man zwischen 2 Krankheiten arbeiten?

Ein Sonderfall besteht, wenn du direkt im Anschluss oder kurz nach einer Erkrankung erneut krankgeschrieben wirst. In diesem Fall muss dein Ausbildungsbetrieb nur bis zu 6 Wochen deiner Vergütung weiterzahlen. Die Krankenkassen verweigern ebenfalls häufig die Zahlungen für diesen Fall, weil sie der Meinung sind, der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin müsse Lohnfortzahlung leisten.

Wenn du wegen zwei verschiedenen Krankheiten länger als 6 Wochen ausfällst und auf dein Einkommen nicht verzichten möchtest, musst du beweisen, dass es sich um verschiedene Erkrankungen handelt. Am besten geht das mit einem schriftlichen Attest der jeweiligen Ärzte.

Außerdem gilt, dass zwischen zwei Krankschreibungen mindestens ein Zeitraum von 12 Monaten liegen muss, damit du wieder einen Anspruch auf Lohnfortzahlung hast. Ist der Zeitraum kürzer, kann dein Ausbildungsbetrieb wegen einer Folgebescheinigung die Zahlung deiner Ausbildungsvergütung nach insgesamt 6 Wochen Krankheit einstellen. Das betrifft nur Krankschreibungen wegen ein und derselben Krankheit.

AZUBIYO-Tipp: Auch wenn du krank bist, hast du die Pflicht, dich bei deinem Ausbildungsbetrieb zu melden. Du hast das Recht auf 6 Wochen Fortzahlung deiner Ausbildungsvergütung und darüber hinaus auf Krankengeld. Wenn du mehr als 10 % deiner Ausbildungszeit fehlst, kann das den Ausschluss von der Abschlussprüfung zur Folge haben!

Weitere Infos

Bildnachweis: „Frau liegt krank im Bett" © Diana_Drubig - stock.adobe.com