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Gut vorbereitet zur Ausbildungsmesse

An vielen Schulen gehört der Messebesuch zum Standardprogramm mindestens einer Jahrgangsstufe. Doch sind die Jugendlichen danach schlauer als vorher, besser berufsorientiert? Gerade bei großen Ausbildungsmessen besteht die Gefahr, dass die Jugendlichen von der Fülle der Informationen und Angebote überwältigt werden. Ohne zielgerichtete Vorbereitung macht ein Besuch daher in den meisten Fällen wenig Sinn. Mit den folgenden Anregungen und Tipps können Ihre Schüler den Tag auf der Ausbildungsmesse optimal nutzen.

Der richtige Zeitpunkt für den Besuch einer Ausbildungsmesse

Im vergangenen Jahr konnte ich auf einer Messe erleben, wie Sechstklässler mit Laufzetteln auf unseren Stand zuhetzten. „Gibt es hier Infomaterial? Danke. Tschüss.“ Was – abgesehen von einem Rucksack voller Give-Aways – nehmen diese Schüler von der Veranstaltung mit? Am meisten können Jugendliche von einem Messebesuch profitieren, wenn sie sich in der Phase der intensiven Berufsorientierung befinden oder konkret nach Ausbildungsstellen suchen, d.h. je nach Schulart ab der 8. Klasse.

Die richtige Vorbereitung auf den Besuch einer Ausbildungsmesse

Egal ob ihre Schüler sich in der Orientierungsphase befinden oder schon konkret nach Ausbildungsplätzen suchen: Sie sollten sich intensive Gedanken machen, was sie sich von der Messe erwarten. Je nachdem, welches Ziel die Jugendlichen verfolgen, ist auch eine unterschiedliche Vorbereitung zweckmäßig

Berufsorientierung: In der Orientierungsphase bietet eine Ausbildungsmesse die Chance, einen schnellen Einblick in unterschiedliche Berufsfelder zu erhalten. Die Jugendlichen haben die Gelegenheit, sich in einer zwanglosen Atmosphäre mit den Vertretern verschiedener Berufsgruppen zu unterhalten. Bei größeren Ausbildungsmessen sind zum Teil auch Verbände der einzelnen Branchen sowie Berufsberater und Portale wie AZUBIYO mit eigenen Ständen vertreten. Im Idealfall können die Schüler ein sehr breites Spektrum an Berufen kennenlernen. Bei sehr großen Messen ist es aber ratsam, sich auf einige Berufsfelder zu konzentrieren, z.B. auf der Grundlage eines Berufswahltests.

Ausbildungsplatzsuche: Auch bei der konkreten Suche nach einem Ausbildungsplatz können Ausbildungsmessen eine sinnvolle Anlaufstelle sein. Denn in der Regel stellen sich ortsansässige Betriebe oder – bei größeren Unternehmen – Filialen vor, die auf der Suche nach Auszubildenden sind. Das Ziel Ihrer Schüler sollte hier sein, gezielt Kontakt mit geeigneten Betrieben aufzunehmen und bei diesen einen guten Eindruck zu hinterlassen. Dazu sollten sie sich im Vorfeld über einzelne Betriebe informieren, sich konkrete Fragen überlegen und auch die Stellenanzeigen dieser Unternehmen durchlesen. Kopien des Lebenslaufs können den Unternehmensvertretern bei der Ausbildungsmesse überreicht werden, noch besser sind komplette Bewerbungsmappen.

Verhalten auf der Messe

Auf der Ausbildungsmesse angekommen sollten Ihre Schüler zielstrebig die Stände ansteuern, die sie sich vorgenommen haben. So geraten sie nicht in Zeitnot und können anschließend entspannt weitere Informations- und Unterhaltungsangebote wahrnehmen. Ein Ausflug zu einer Ausbildungsmesse soll schließlich auch Spaß machen.

Berufsorientierung: An den einzelnen Ständen sollten sich die Jugendlichen Zeit nehmen und Fragen stellen. Es geht nicht darum, die meisten Flyer mit nach Hause zu bringen, sondern relevante Informationen zu erhalten. Ein Notizblock ist daher für jeden Besucher einer Ausbildungsmesse Pflicht. Wichtig ist auch, die allgemeineren Orientierungsangebote immer zu hinterfragen. Denn hinter einer scheinbar objektiven Beratung können sich Interessengruppen verbergen, die nicht die gesamte Bandbreite der Berufsfelder abdecken.

Ausbildungsplatzsuche: Die wichtigste Regel auf Ausbildungsmessen lautet: offensiv auf die Menschen zugehen. Immer wieder kann man auf Messen Schülergruppen beobachten, die um Stände herumschleichen, in der Hoffnung angesprochen zu werden. Ein selbstbewusster Auftritt ist aber das A und O, wenn es darum geht, einen guten ersten Eindruck zu hinterlassen. Mit einer guten Vorbereitung, einem ordentlichen Erscheinungsbild und einer namentlichen Vorstellung können Ihre Schüler weitere Pluspunkte sammeln. Manchmal bieten Unternehmen bei Ausbildungsmessen feste Gesprächstermine an, die vorab vereinbart werden können.

Zu guter Letzt noch ein Vorschlag, wie Sie als Lehrer den Tag auf der Ausbildungsmesse nutzen können: Knüpfen Sie Kontakte zu ortsansässigen Unternehmen. Vielleicht ergibt sich daraus eine Kooperation für Schülerpraktika.

Checkliste für die Ausbildungsmesse

Vor der Fahrt zu einer Ausbildungsmesse sollten Ihre Schüler…

wissen, welches individuelle Ziel sie mit dem Messebesuch verbinden

wissen, mit welchen Aussteller sie auf jeden Fall sprechen möchten

sich über Unternehmen informieren, bei denen sie sich vielleicht bewerben möchten

einen Lebenslauf erstellen und kopieren

wissen, dass sie Beratungsangebote auf Ausbildungsmessen hinterfragen müssen

üben, wie man sich selbstbewusst bei einem Unternehmensvertreter vorstellt

Autor: Armin Sacher

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Bildnachweis: „Lehrer mit Arbeitsheften und Mappen" © Kzenon / Fotolia