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Das Schülerpraktikum als Chance

Probieren geht über Studieren… Das gilt insbesondere in Fragen der Berufswahl. Wie viele Praktika sind an Ihrer Schule vorgesehen? Ich selbst habe während meiner Schulzeit (Abiturjahrgang 2002) kein einziges absolviert. Bei der Suche nach dem richtigen Studienfach hat sich das als spürbarer Nachteil herausgestellt.

In den letzten Jahren hat sich an den Schulen zum Glück viel getan. In den bayerischen Fachoberschulen z.B. absolvieren die Schülerinnen und Schüler in der 11. Klasse in beiden Halbjahren mehrwöchige Betriebspraktika. AZUBIYO arbeitet eng mit 2 Fachoberschulen zusammen und bietet regelmäßig solche Praktikumsstellen an. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, wie viele Erfahrungen die Jugendlichen in diesen 8 Wochen sammeln und wie sehr Ihnen dieser erste Eindruck in die Arbeitswelt bei der Berufsorientierung helfen kann.

Praktikanten profitieren in mehrfacher Hinsicht

Berufe kennenlernen: Über die Hälfte (53%) der Jugendlichen, die 2012 ihre Ausbildung ohne Abschluss beendet hatten, gaben als Grund an, die Ausbildung wäre nicht das Richtige für sie gewesen. In vielen Fällen hätten die Jugendlichen dies durch ein Praktikum vielleicht früher festgestellt. Die Arbeitsbedingungen und Anforderungen in den einzelnen Berufen unterscheiden sich nicht nur maßgeblich von denen in der Schule, sondern oft auch von landläufigen Meinungen. Wer gerne im Freien arbeiten möchte, hat sich dies vielleicht an einem milden Sommertag überlegt. Lieber werden falsche Erwartungen in einem Praktikum enttäuscht, als später in der Ausbildung.

Unternehmen kennenlernen: Die Berufswahl endet nicht mit der Entscheidung für den passenden Beruf. Jugendliche, die eine Ausbildung oder ein Duales Studium anstreben, müssen sich auch gleich geeignete Unternehmen für die Bewerbung suchen. Praktika sind die beste Möglichkeit, um sich eine eigene Meinung über einen Betrieb zu bilden. Recherchen im Internet oder Erzählungen von Angestellten können als Orientierung dienen. Wer auf eigene Erfahrungen setzen kann, ist aber klar im Vorteil. Jugendliche sollten die Bedeutung der Wahl des Ausbildungsbetriebs nicht unterschätzen. Ein und derselbe Beruf kann sich in der Praxis von Betrieb zu Betrieb stark unterscheiden.

Einen guten Eindruck hinterlassen: Selbst bei einem kurzen Schülerpraktikum kommen die Jugendlichen in der Regel mit zahlreichen Mitarbeitern in Kontakt – und sei es nur in der Mittagspause. Wer hier einen guten ersten Eindruck hinterlässt, hat im Falle einer späteren Bewerbung für eine Ausbildung die Sympathien schon auf seiner Seite. Denn auch für Unternehmen besteht bei der Einstellung von Bewerbern immer das Risiko, dass beide Seiten nicht zusammenpassen und die Ausbildung oder das Duale Studium abgebrochen werden. Durch ein erfolgreich absolviertes Praktikum, können Ihre Schüler ein positives Signal für die weitere Zusammenarbeit senden.

Gute Planung ist entscheidend

JPraktikumsbetrieb sinnvoll wählen: Die Vorteile des Schülerpraktikums können nur zum Tragen kommen, wenn die Jugendlichen sich vorher intensiv mit dem Thema Berufswahl beschäftigt haben. In der Regel können während der Schulzeit nur wenige Praktika absolviert werden. Eine Vorauswahl der infrage kommenden Berufe (z.B. durch Berufswahltests) und Betriebe ist daher für den Erfolg wesentlich.

Einige Unternehmen schreiben Schülerpraktika auf ihren Karriereseiten im Internet aus. Auch bei AZUBIYO können Ihre Schüler zahlreiche Anbieter von Schülerpraktika finden. Außerdem können Eltern, Freunde oder Bekannte befragt werden, ob sie freie Praktikumsplätze kennen. Besser wird aber in der Regel eine langfristige Kooperation der Schule mit ortsansässigen Betrieben sein.

Aufgaben vorher abklären: Am meisten werden Ihre Schüler von einem Praktikum profitieren, wenn im Vorfeld durch eine gute Planung die richtigen Weichen gestellt worden sind. Die Jugendlichen können nur einen realistischen Einblick in die Berufswelt bekommen, wenn sie im Praktikum möglichst viele für den gewählten Beruf oder die Branche typische Tätigkeiten kennenlernen. Spätestens beim Vorstellungsgespräch sollte daher ganz offen gefragt werden, welche Aufgaben im Praktikum bearbeitet werden sollen.

Ein letzter Punkt liegt mir noch am Herzen. Praktika können Erwartungen erfüllen, aber auch enttäuschen. Was, wenn der vermeintliche Traumberuf sich in der Praxis anders darstellt als erwartet? In diesem Fall brauchen die Jugendlichen einen Ansprechpartner, der Ihnen dabei hilft, die gemachten Erfahrungen richtig einzuordnen.

Autor: Armin Sacher

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Bildnachweis: „Lehrer mit Arbeitsheften und Mappen" © Kzenon / Fotolia