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Erfahrungsbericht Duales Studium Wirtschaftsinformatik bei NOKIA

Bootsbau und Alcatel-Lucent?

John, Dualer Student bei Alcatel-Lucent John, Dualer Student bei Alcatel-Lucent
John ist 19 Jahre alt und studiert im 1. Semester Wirtschaftsinformatik bei der Alcatel-Lucent Deutschland AG.

AZUBIYO: Wie bist du auf den Dualen Studienplatz und Arbeitgeber aufmerksam geworden? Was war der Anlass für deine Berufswahl?
John: Ich bin durch einen Freund auf meinen Arbeitgeber Alcatel-Lucent aufmerksam geworden. Der Freund hatte hier schon eine Zusage. Wir wollten dann zusammen hier studieren. Er hat aber leider kurz vorher abgesagt und studiert jetzt an einer normalen Universität.

Ich wollte schon immer lieber ein Duales Studium absolvieren und nicht in der Uni hocken. Ich habe es schon früher nicht gemocht, Tag für Tag das ganze Jahr lang in der Schule zu sitzen. Ich wollte schon früh in die Arbeitswelt hinaus. So habe ich in den Ferien fast immer ein Praktikum gemacht und auch neben der Schule gejobbt. Ich brauche einen Ausgleich vom Lernen – und den kann mir das Duale Studium eindeutig bringen.

Alcatel-Lucent habe ich gewählt, weil es in der Branche arbeitet, die mich am meisten fasziniert – Telekommunikation. Für uns, die Generation Y, ist Kommunikation einfach ein Grundbedürfnis. Facebook, YouTube, Smartphones ... das ist Teil unseres Lebens geworden. Und in diesem Bereich möchte ich arbeiten!

Wirtschaftsinformatik verbindet dabei 2 große Teilgebiete. Ich wollte mich noch nicht spezialisieren. Mit dem Computer kann ich gut umgehen. Und Wirtschaft wird auch überall gebraucht. Ich denke, dass ich mit diesem Studium eine gute Grundlage für meine berufliche Laufbahn einschlage. Das Studium lässt mir viele Möglichkeiten offen.

AZUBIYO: Wie lief der Bewerbertag / das Assessment-Center / das Vorstellungsgespräch ab? Gab es einen Einstellungstest?
John: Bei Alcatel-Lucent wird man zu einem Bewerbertag eingeladen. Morgens wird man als kleine Truppe vom Besucherempfang abgeholt und in einen Testraum begleitet. Hier durchläuft man zuerst einen zweistündigen schriftlichen Test. Wer diesen Test bestanden hat, darf das Assessment-Center durchlaufen. Danach folgt das Vorstellungsgespräch.

Ich empfand den Bewerbertag als angenehm. Die Test waren nicht zu schwer – wer diese Tests nicht schafft, wird wohl auch kaum eine Klausur an der Dualen Hochschule bestehen. Das Assessment-Center war auch sehr entspannt. Nur die vielen Beobachter haben mich ein wenig zurückhaltend gemacht. Das Vorstellungsgespräch ist meistens unter 6 Augen. Auch hier war es sehr angenehm. Da habe ich von anderen Unternehmen schon Schlimmeres gehört!

AZUBIYO: Wie ist dein Duales Studium aufgebaut? Ist es so stressig wie man immer hört?
John: Ich habe immer 3 Monate Hochschule und 3 Monate Abteilungseinsatz. Das geht 3 Jahre so. In der Woche muss ich auf meine 35 Stunden kommen. Die kann ich mir aber frei einteilen. Ich kann selbst entscheiden, wann ich komme und wann ich gehe. Man passt sich aber allgemein der Abteilung an. Im Jahr habe ich 30 Tage Urlaub. Wenn ich arbeite, dann lerne ich auch nicht. Das ist auch ein Vorteil des Dualen Studiums.

In meinem ersten Praxiseinsatz habe ich in der Berufsausbildung gearbeitet. Hier habe ich die Aufgaben des Tagesschäfts erledigt. Aber – und das war sehr spannend – ich durfte eine Social-Media-Strategie entwickeln. Ich habe die Facebook-Seite aktualisiert, regelmäßig etwas gepostet, nützliche Informationen gesammelt und dann veröffentlicht, einen Redaktionsplan erstellt. Aber zu Social Media gehört noch viel mehr dazu. Am Ende meines Einsatzes stand dann sogar eine Projektarbeit über das Thema auf den Beinen. In der Bewerberansprache ist generell ein Umdenken erforderlich. Ich denke dafür habe ich gesorgt.

Wenn man sich die Zeit gut einteilt, dann ist das Duale Studium überhaupt nicht stressig! Aber es ist auch nicht so, dass man nur rumsitzen kann/darf. Es gibt immer etwas zu tun. Wenn man eher der Chiller-Typ ist, sollte man lieber an die Universität gehen.

AZUBIYO: Welche Eigenschaften sind deiner Meinung nach für diese Duale Studium besonders wichtig?
John: Es ist sehr wichtig, eigenverantwortlich handeln zu können. Man hat viel Freiheit, wenn man dual studiert. Man sollte teamfähig sein. Alleine wird man nicht weit kommen. Es ist auch wichtig, die Meinungen von anderen in seine Arbeit mit einzubeziehen. Auch kritikfähig sollte man sein.

AZUBIYO: Welche besonderen Programme / Projekte bietet dein Arbeitgeber für Duale Studenten an?
John: Bootsbau und Alcatel-Lucent? Auf den ersten Blick eine merkwürdige Kombination! Eine Woche durften Duale Studenten von Alcatel-Lucent ihren Arbeitsalltag vom Büro in eine Bootsbauwerft am Bodensee verlagern, um die FIDS-Stiftung bei einem guten Zweck zu unterstützen. Die Stiftung fördert Behinderte durch den Einsatz des Segelsports zur Therapie, Persönlichkeitsbildung und Freizeitgestaltung, wofür speziell angefertigte Segelyachten benötigt werden. Ich durfte beim Bau der Rümpfe mithelfen. Solche und andere Projekte werden regelmäßig von ALU angeboten. Also Abwechslung wird einem hier auf jeden Fall geboten!

AZUBIYO: Dein Fazit: Würdest du dieses Duale Studium noch einmal machen und würdest du es weiterempfehlen?
John: Ja, ich kann es nur jedem weiterempfehlen! Ich wusste vorher auch nicht, dass das Duale Studium hier so super ist – ich kannte das Unternehmen eben (leider) nicht.

AZUBIYO: Weißt du schon, wie es nach deinem Dualen Studium weiter geht?
John: Wahrscheinlich werden wir alle hier übernommen. Auf der letzten Betriebsversammlung wurde nochmal vom Vorstand erwähnt, wie wichtig junges Blut im Unternehmen ist. Wenn ich also einen Vertrag bekomme, werde ich erstmal hier arbeiten und Geld verdienen! Mit einem Master sehe ich erstmal keine Vorteile hier in der Firma.

Mein Tipp für euch

Tipp 1: Informiert euch vor dem Einstellungstest gründlich über das Unternehmen und euren Studiengang. Sonst steht ihr ganz schnell wieder vor der Tür! Tipp 2: Während des Dualen Studiums müsst ihr klare Prioritäten setzen und lernen, euch die Zeit einzuteilen. Zeit ist Luxus! Nutzt sie intensiv. Tipp 3: Informiert euch gründlich vor der Bewerbung über das Unternehmen. Traut euch ruhig mal im Unternehmen anzurufen. Stellt euch nett vor und fragt, was euch interessiert. Sonst stellt ihr vielleicht hinterher fest – Es war doch das falsche Unternehmen. Tipp 4: Ein Duales Studium ist super – In der Theoriephase fühlt ihr euch wie in der Schule. Ihr habt eure festen Klassenkameraden (rund 30 Schüler) und den direkten Draht zum Professor. Ihr könnt immer wieder nachfragen, wenn ihr etwas nicht versteht. Tipp 5: Bemüht euch, dass ihr in den Abteilungseinsätzen viele Kontakte knüpft. Jeder Kontakt kann euch irgendwann einmal weiterhelfen, sei es nur bei kleinen Fragen. Tipp 6: Bleibt bei dem Einstellungstest und dem Vorstellungsgespräch locker. Niemand tut euch etwas. Überzeugt die Personen, die vor euch sitzen! Tipp 7: Wenn ihr einmal einen Fehler macht, steht zu dem Fehler und lernt aus ihm. Es bringt nichts, den Fehler vertuschen zu wollen. Früher oder später kommt eh alles raus.

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