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Mindestlohn in der Landwirtschaft
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Mindestlohn in der Landwirtschaft

Eine beliebte Möglichkeit für Schülerinnen, Schüler und Studierende, um in den Ferien Geld zu verdienen, sind Jobs in der Landwirtschaft. Spargel stechen, Erdbeeren pflücken oder beim Mähen der Felder unterstützen, von Mai bis Oktober wird in der Landwirtschaft viel Unterstützung benötigt. Was du verdienst und welche Besonderheiten für die Landwirtschaft gelten, erfährst du hier.

Welcher Mindestlohn gilt in der Landwirtschaft 2021?

Bis Ende des Jahres 2017 galt für die Landwirtschaft ein eigener Branchen-Mindestlohn. Das bedeutet, alle Beschäftigten in der Landwirtschaft hatten einen rechtlichen Anspruch auf den Branchenmindestlohn.

Mit der Einführung des Mindestlohngesetzes im Jahr 2015 einigten sich die Landwirte (m/w/d) mit den zuständigen Gewerkschaften darauf, dass ab Anfang 2018 der gesetzliche Mindestlohn in der Landwirtschaft angewandt wird.

Dementsprechend hat fast jeder, der in der Landwirtschaft tätig ist, einen gesetzlichen Anspruch auf den Mindestlohn, der für gesamt Deutschland gültig ist. Seit Juli 2021 beträgt der Mindestlohn 9,60 € brutto in der Stunde.

Hinweis: Seit dem 01. Januar 2018 gilt der gesetzliche Mindestlohn auch in der Landwirtschaft.

Die Art der Anstellung spielt dabei keine Rolle. Es sei denn, es handelt sich um mitarbeitende Familienmitglieder. In der Landwirtschaft packt im Sommer üblicherweise die ganze Familie mit an. Ein Anspruch auf Mindestlohn in der Landwirtschaft besteht aber nur, wenn es sich um ein reguläres Beschäftigungsverhältnis handelt. Deswegen wird bei Familienmitgliedern geprüft, ob es sich um ein reguläres Arbeitsverhältnis oder um eine reine Mithilfe handelt.

Diese Fakten sprechen für ein reguläres Arbeitsverhältnis in der Landwirtschaft:

  • Es existiert ein Arbeitsvertrag.
  • Es handelt sich um eine hauptberufliche Tätigkeit.
  • Das Familienmitglied besetzt keinen zusätzlichen Arbeitsplatz im Betrieb.
  • Das Familienmitglied ist in alle betrieblichen Abläufe fest integriert.
  • Der gezahlte Lohn ist als Betriebsausgabe gebucht.

Diese Fakten sprechen gegen ein reguläres Arbeitsverhältnis:

  • Es gibt keine schriftliche Vereinbarung.
  • Die Beschäftigung ist nicht hauptberuflich.
  • Das mitarbeitende Familienmitglied arbeitet aus eigener Motivation und aus eigenem Interesse.
  • Eine zusätzliche Stelle ist vorhanden oder ausgeschrieben.
  • Der Lohn ist als Privatentnahme gebucht und wird in Form eines Taschengeldes bezahlt.

Jeder Landwirt und jede Landwirtin muss die Arbeitsverhältnisse von mitarbeitenden Familienmitgliedern prüfen. Liegt ein reguläres Arbeitsverhältnis vor, wird nicht nur der gesetzliche Mindestlohn fällig, sondern ebenfalls die Anmeldung bei der Sozialversicherung.

Stufenweise Erhöhung des Landwirtschaft-Mindestlohns 2021

Der gesetzliche Mindestlohn und damit auch der Mindestlohn in der Landwirtschaft ist im Mindestlohngesetz geregelt. Alle 2 Jahre überprüft eine Tarifkommission die Höhe des Mindestlohns und beschließt gegebenenfalls die Veränderung der Mindestlohn-Höhe. Zuletzt hat die Tarifkommission am 30. Juni 2020 einstimmig die stufenweise Erhöhung des Mindestlohns beschlossen. Die Erhöhungen des Mindestlohns sind auch für Beschäftigte in der Landwirtschaft gültig:

  • Ab dem 01.01.2021 9,50 € brutto pro Stunde
  • Ab dem 01.07.2021 9,60 € brutto pro Stunde
  • Ab dem 01.01.2022 9,82 € brutto pro Stunde
  • Ab dem 01.07.2022 10,45 brutto pro Stunde

Lohnt sich ein Ferienjob in der Landwirtschaft?

Wenn du mit dem Gedanken spielst, im Sommer in der Landwirtschaft zu unterstützen, dann kannst du deinen Verdienst leicht selbst errechnen. Die einfachste Möglichkeit ist die Arbeit auf Minijob Basis. Hierbei darfst du maximal 450,00 € brutto verdienen. Das bedeutet, dass du bei dem derzeit gültigen Mindestlohn etwa 45 Stunden im Monat arbeiten darfst. 

Als Student oder Studentin darfst du an 50 Tagen im Jahr in Vollzeit arbeiten. Wenn du deine Zeit gerne an der frischen Luft verbringst und dir körperliche Arbeit nichts ausmacht, dann ist ein Job in der Landwirtschaft perfekt geeignet, um in den Semesterferien ein ordentliches Taschengeld zu verdienen. Es fallen viele Stunden an und du bist nicht verpflichtet, Sozialversicherungsbeiträge zu bezahlen, solange dein Vertrag auf 50 Tage begrenzt ist.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Zwei Studenten bei der Arbeit in der Landwirtschaft" © Pixel-Shot - stock.adobe.com