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Mindestlohn Gastronomie
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Mindestlohn Gastronomie

Ein Job in der Gastronomie ist beliebt bei Studierenden sowie älteren Schüler/innen. Um die Finanzen aufzubessern oder sich für einen besonderen Wunsch Geld dazu zu verdienen, sind Jobs in der Gastro hervorragend geeignet. Was Gastronomiebetriebe ihren Angestellten und Aushilfen bezahlen müssen, erfährst du hier.

Gibt es einen Gastronomie-Mindestlohn?

Obwohl die Arbeitnehmerverbände in Deutschland lange für einen allgemeinverbindlichen Gastronomie-Mindestlohn kämpfen, gibt es noch keinen Mindestlohn, der speziell für gastronomische Betriebe gültig ist. Dementsprechend gilt der gesetzliche Mindestlohn in der Gastronomie.

Was ist der gesetzliche Mindestlohn?

Der gesetzliche Mindestlohn gilt für alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in Deutschland. Davon ausgenommen sind:

  • Minderjährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung
  • Saisonarbeiter bis höchstens 70 Tage im Jahr
  • Praktikanten/innen im Pflichtpraktikum
  • Selbstständige und Freiberufler (wie Mietköche)

Den gesetzlichen Mindestlohn gibt es seit dem Jahr 2015. Ab dem 01.07.2021 beträgt er 9,60 Euro pro Stunde. Da es keinen spezifischen Gastronomie-Mindestlohn gibt, gilt in der Gastronomie der gesetzliche Mindestlohn.

Der Mindestlohn ist im Mindestlohngesetz geregelt und wird alle 2 Jahre neu festgelegt. Erhöhungen sind zum 01. Januar 2022 auf 9,82 Euro und zum 01. Juli 2022 auf brutto 10,45 Euro festgesetzt.

Gastronomie-Mindestlohnregelungen für Minijobber

Studenten (m/w/d) oder Schüler (m/w/d) arbeiten neben dem Studium oder der schulischen Ausbildung häufig in gastronomischen Betrieben. Sie kellnern, arbeiten in Fast-Food-Restaurants oder auch im Event-Catering. Da Studium oder Schule häufig nur wenig Zeit zum Arbeiten lassen, jobben Schülern und Studenten meistens auf 450 Euro Basis.

Ein Job auf 450 Euro Basis ist eine sogenannte geringfügige Beschäftigung. In diesem Arbeitszeitmodell darf das Einkommen 450 Euro im Monat nicht übersteigen. Der Minijob ist nicht an eine bestimmte Arbeitszeit gebunden, es zählt ausschließlich der monatliche Verdienst. Gastronomische Betriebe müssen, wenn sie 450 Euro Jobber/innen beschäftigen darauf achten, dass die Mindestlohngrenze eingehalten ist und der Verdienst gleichzeitig 450 Euro im Monat nicht übersteigt.

Rechenformel Mindestlohn Gastronomie
450 Euro Minijob / 9,60 Euro Mindestlohn = 46,875 Stunden (maximale Arbeitszeit)

Wie viel darf man als Minijobber in der Gastronomie arbeiten?

Minijobber/innen in der Gastronomie dürfen nach unserem Rechenbeispiel ab dem 01.07.2021 nicht mehr als 46 Stunden pro Monat arbeiten. Arbeiten Minijobber wesentlich mehr, wird die Einkommensgrenze überschritten und das Einkommen wird steuer- und sozialversicherungspflichtig. Andersherum dürfen die gastronomischen Betriebe nicht weniger bezahlen, da sie sonst die Mindestlohn-Grenze unterschreiten. Mit den bisher festgelegten Erhöhungen verringert sich die maximale Arbeitszeit von Minijobbern (m/w/d):

  • Ab dem 01.01.2022 auf maximal 45 Stunden im Monat
  • Ab dem 01.07.2022 auf maximal 43 Stunden im Monat

Gelegentlich dürfen Minijobber mehr verdienen, wenn etwa eine Kollegin oder ein Kollege kurzfristig ausfällt oder viel zu tun ist. Wichtig ist, dass diese Mehrarbeit nicht im Vorfeld vereinbart werden darf und tatsächlich nur im Notfall (gelegentlich) stattfindet.

Gut zu wissen: Trinkgeld dürfen Minijobber/innen ohne Anrechnung auf die 450 Euro behalten.

Gastronomie-Mindestlohn in der Systemgastronomie

Für den Bereich der Systemgastronomie existiert ein eigener Tarifvertrag. Dieser ist gültig für Gastronomiebetriebe, die dem Bundesverband der Systemgastronomie e.V. angehören. Der Vertrag regelt die Arbeitsbedingungen aller Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, einschließlich der Auszubildenden (m/w/d), die in einem Mitgliedsunternehmen beschäftigt sind. 

Beschäftigte werden entsprechend ihrer Qualifikation und Ausbildung unterschiedlichen Tarifgruppen zugeordnet. Wer zum Beispiel in der Spülküche arbeitet oder Pizza ausliefert, verdient 10,33 Euro brutto in der Stunde. Als Kassenkraft oder im Service beträgt der Verdienst bereits 10,50 Euro brutto pro Stunde.

Dem Bundesverband der Systemgastronomie gehören unter anderem McDonalds, Starbucks oder Burger King an. 

Fazit:

Für die Gastronomie gibt es keinen speziellen Gastronomie-Mindestlohn. Wer in der Gastronomie arbeitet, hat allerdings Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn. Minijobber dürfen bis 450 Euro brutto pro Monat verdienen und die Arbeitszeit muss dem gesetzlichen Mindestlohn angepasst werden. Für Betriebe der Systemgastronomie gilt ein gesonderter Tarifvertrag. Der Gastronomie-Mindestlohn in diesem Vertrag ist für Mitglieder des Bundesverbands der Systemgastronomie bindend und muss für alle Beschäftigten bezahlt werden.

Berufe in der Gastronomie

Weitere Infos

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