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Pausen in der Ausbildung
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Gesetzliche Pausenregelung: Pausen in der Ausbildung

Wann, wie oft und wie lange Arbeitnehmer/innen Pausen machen müssen, ist im Arbeitszeitgesetz geregelt. Dabei unterscheidet der Gesetzgeber nicht nach Auszubildenden und ausgelernten Arbeitnehmern, sondern das Gesetz unterscheidet minderjährige und erwachsene Arbeitnehmer/innen voneinander. Damit du weißt, was du in Bezug auf die Pausenregelung beachten musst, haben wir die Grundlagen aus dem Arbeitszeitgesetz (siehe: http://www.gesetze-im-internet.de/arbzg/index.html) hier für dich zusammengefasst.

Welche Pausenzeiten sind gesetzlich vorgeschrieben?

Das Arbeitszeitgesetz unterscheidet grob zwischen 3 verschiedenen Arten von Pausenzeiten:

  • Ruhepause (Unterbrechung der Arbeitszeit zur Erholung)
  • Betriebspause (unvorhergesehene Arbeitsunterbrechung durch technische Gründe)
  • Ruhezeit (Zeit zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn)

Ruhepause

Unterbrechung der Arbeitszeit zum Essen oder zur kurzen Erholung von der Arbeit. Ruhepausen zählen nicht zur Arbeitszeit und sind nicht bezahlt.

Betriebspause

Unvorhergesehene Unterbrechung der Arbeit, die durch technische Gründe entsteht (zum Beispiel Ausfall von Maschinen oder der IT). Die Betriebspause zählt zur Arbeitszeit und ist bezahlt.

 

Ruhezeit

Zwischen Arbeitsende und Arbeitsbeginn am nächsten Tag muss eine ausreichende Zeit zur Erholung vorhanden sein. Das Arbeitszeitengesetz sieht im Regelfall 11 Stunden Ruhezeit vor. Die Ruhezeit darf nicht durch Arbeit unterbrochen werden

Dein Ausbildungsbetrieb muss dir Ruhepausen gewähren und darauf achten, dass du eine Ruhezeit von 11 Stunden einhalten kannst. Wenn du an einem Tag in der Spätschicht bis 22:00 Uhr arbeitest, darfst du am nächsten Tag erst ab 09:00 Uhr arbeiten.

Laut Pausenzeitenregelung müssen die Pausen im Vorhinein feststehen. Es reicht aus, einen Zeitraum vorzugeben, innerhalb dessen du deine Pausen machen kannst. Die Pausen dürfen frühestens 1 Stunde nach Arbeitsbeginn und spätestens 1 Stunde vor Arbeitsende angetreten werden. Grundsätzlich ist es nicht erlaubt, gar keine Pausen zu machen und dafür später anzufangen oder früher nach Hause zu gehen.

Du musst deine Pause nicht auf einmal machen, sondern kannst die Zeit auf mehrere Pausen verteilen. Je Zeitabschnitt schreibt die Pausenregelung im Arbeitszeitgesetz mindestens 15 Minuten vor.

Wie viel Pause muss ich machen?

Wie viel Pause du machen sollst, hängt von deinem Alter und der länge deines Arbeitstages ab. Minderjährige Arbeitnehmer müssen mehr Pause machen als Erwachsene.

Jugendliche unter 18 Jahre

  • 4,5 bis 6 Stunden Arbeitszeit = 30 Minuten Pause
  • Ab 6 Stunden Arbeitszeit = 60 Minuten Pause

Erwachsene

  • Ab 6 Stunden Arbeitszeit = 30 Minuten Pause
  • Ab 9 Stunden Arbeitszeit = 60 Minuten Pause

Minderjährige Arbeitnehmer dürfen nicht länger als 4,5 Stunden ohne Pause beschäftigt werden. Erwachsene nicht länger als 6 Stunden. 

Ausnahmen im Pausenzeiten-Gesetz

Wie bei fast allen gesetzlichen Vorgaben gibt es für die Pausenregelungen im Arbeitszeitengesetz Ausnahmen. Diese gelten für bestimmte Branchen und Arbeitsplätze:

  • Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen
  • Gaststätten und Hotels
  • Verkehrsbetriebe
  • Rundfunk und Fernsehen
  • Landwirtschaft
  • Tierhaltung

Mit den Ausnahmen der Pausenzeitenregelung reagiert der Gesetzgeber auf besondere Bedürfnisse an verschiedenen Arbeitsplätzen. Stell dir vor, eine Krankenschwester muss die Betreuung eines Patienten unterbrechen, weil das Gesetz Pausenzeiten vorschreibt. Du verstehst sicher, dass es so nicht funktionieren kann.

Auch in Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen können abweichende Regelungen vereinbart sein. Allerdings muss für einen entsprechenden Ausgleich gesorgt werden.

Warum sind Pausenzeiten gesetzlich geregelt? Was passiert, wenn man sich nicht daran hält?

Die Pausenregelung innerhalb der Arbeitszeit ist von Gesetzgeber geschaffen, um Arbeitnehmer/-innen vor Überanstrengung zu schützen. Wenn du im Büro sitzt, dann wirst du dich körperlich sicher nicht so sehr anstrengen müssen, wie jemand der beispielsweise im Handwerk arbeitet. Dennoch leidet die Qualität der Arbeitsleistung, wenn die Pausen fehlen.

Verantwortlich für die Einhaltung der Pausen sind Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen. Verstöße gegen die Pausenregelung im Arbeitszeitgesetz werden teilweise mit hohen Bußgeldern bestraft, die dein Chef sicher ungern zahlen möchte. 

Wenn du die Pausen trotz der Anweisung deines Betriebes nicht einhältst, dann zahlst du persönlich zwar kein Bußgeld, musst aber mit einer Abmahnung rechnen.  Bei mehreren Abmahnungen wegen eines Verstoßes gegen das Pausenzeitgesetz kann dein Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis auflösen. 

Unser Tipp

Unser Tipp: Wenn du in deinen Pausenzeiten nicht weißt, was du tun sollst, versuche es mit einem kurzen Power Napping. 20 Minuten reichen aus und du bist wieder topfit für deine Aufgaben!

Weitere Infos

Bildnachweis: „Mann liegt auf dem Boden" © Zarya Maxim - stock.adobe.com