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Welche Steuerklasse habe ich?
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Was sind Steuerklassen und welche Steuerklasse habe ich?

Als Auszubildender oder Auszubildende verdienst du endlich dein eigenes Geld. Allerdings gehört zum Geld verdienen auch Lohnsteuer zu zahlen. Solange du unter dem jeweils gültigen Freibetrag bleibst, brauchst du dein Einkommen nicht zu versteuern. Wenn du aber mehr verdienst, dann zahlst du Einkommensteuer und eventuell Kirchensteuer. Die Höhe richtet sich nach deiner individuellen Steuerklasse. Wir erklären dir die verschiedenen Steuerarten und die unterschiedlichen Steuerklassen.

Was ist Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist eine Abgabe an die Bundesrepublik Deutschland. Das Land verwendet die Steuern zur Deckung des Staatshaushaltes. Das bedeutet, dass mit den Steuergeldern in die Infrastruktur oder in die Bildung investiert wird. Der Bau von Krankenhäusern und Schulen wird zum Beispiel aus eingenommenen Steuerzahlungen finanziert.

Ab wann zahlt man Lohnsteuer?

Ob du von deiner Ausbildungsvergütung Lohnsteuer zahlen musst, hängt von der Höhe und deiner individuellen Steuerklasse ab. Den meisten Auszubildenden wird die Lohnsteuerklasse I zugeordnet, weil sie ledig sind und noch keine Kinder haben. Wenn dein Einkommen jährlich unter dem Grundfreibetrag liegt, dann musst du keine Steuern bezahlen. Aktuell beträgt der Grundfreibetrag 9.744 € (Stand 2021).

Was ist Kirchensteuer?

Die zweite Steuer, die du von deinem Einkommen zahlst, ist die Kirchensteuer. Diese musst du allerdings nur dann bezahlen, wenn du Mitglied der römisch-katholischen oder der evangelischen Kirche bist oder einer israelitischen Kulturgemeinde angehörst. Für alle anderen Religionsgemeinschaften fällt keine Kirchensteuer an. Die Höhe ist für alle Arbeitnehmer/-innen und für Azubis gleich und beträgt in fast allen Bundesländern 9 % deines Einkommens. Wenn du in Bayern oder Baden-Württemberg arbeitest, dann zahlst du nur 8 % deines Einkommens.

Um die Zahlung der Lohnsteuer und der Kirchensteuer kümmert sich dein Arbeitgeber  oder Ausbildungsbetrieb. Dieser führt die Steuern direkt von deinem Einkommen an den Staat ab. In deiner Abrechnung kannst du nachvollziehen, wie viel Steuern du bezahlt hast.

Welche Steuerklassen gibt es und welcher Steuerklasse bin ich zugeordnet

Die individuelle Steuerklasse gilt nur, wenn du nicht selbstständig arbeitest. Sie bestimmt bei Einkünften aus einem Arbeitsverhältnis, wie hoch deine Steuerzahlungen ausfallen. Es gibt insgesamt 6 Steuerklassen. Welcher Steuerklasse du zugeordnet wirst, hängt von deinem Familienstand ab und davon, ob du Kinder hast.

Die Zuordnung zu einer Steuerklasse erfolgt elektronisch in dem Moment, wenn dein Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin dich im Betrieb anmeldet. Du brauchst dich nur kümmern, wenn du deine Steuerklasse wechseln möchtest.

Die Steuerklassen im Überblick

Lohnsteuerklasse I (die meisten Azubis)

  • Singles ohne Kinder
  • Verheiratet, aber getrennt lebend

Lohnsteuerklasse II

  • Alleinerziehende

Lohnsteuerklasse III

  • Verheiratete Arbeitnehmer, die nicht die Steuerklasse IV gewählt haben

Lohnsteuerklasse IV

  • Verheiratete Arbeitnehmer, die beide Einkommens-/Lohnsteuer zahlen müssen und etwa gleich viel verdienen

Lohnsteuerklasse V

  • Verheiratete, wenn der Ehepartner der Lohnsteuerklasse III zugeordnet ist

Lohnsteuerklasse VI

  • Arbeitnehmer, die ein zweites Arbeitsverhältnis haben und über 450 Euro monatlich verdienen

Wie kann ich die Steuerklasse wechseln

Wenn sich bei dir etwas steuerlich Relevantes ändert, dann kannst du die Steuerklasse wechseln. Vielleicht heiratest du oder wirst Mutter oder Vater? In solchen Fällen musst du bei deinem zuständigen Finanzamt einen Steuerklassenwechsel beantragen.

Die meisten Finanzämter betreiben eine Webseite, auf der du ein passendes Formular finden kannst. Dieses füllst du nur aus und gibst es beim Finanzamt ab. Natürlich kannst du es auch mit der Post und in den meisten Fällen per E-Mail schicken. Am besten fragst du bei deinem Finanzamt nach, welcher Weg der beste ist. Wenn ein korrekter Grund vorliegt, führt das Finanzamt einen Wechsel der Lohnsteuerklasse durch und meldet die geänderten Daten an deinen Arbeitgeber oder deine Arbeitgeberin. Seit Anfang 2020 kannst du deine Steuerklasse mehrfach pro Jahr verändern.

Was ist ein Lohnsteuer-Jahresausgleich?

Bei der Lohnsteuer handelt es sich um eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer. Die Höhe der Lohnsteuer richtet sich nach deinem Einkommen und deiner individuellen Steuerklasse. Nicht berücksichtigt sind Kosten, die dir im Zusammenhang mit deiner Ausbildung oder deinem Arbeitsplatz entstehen. Dazu gehören zum Beispiel Fahrtkosten in den Betrieb oder Ausgaben für spezielle Berufsbekleidung. Diese Kosten verringern dein Bruttogehalt.

Um festzustellen, wie viel Einkommenssteuer du für das Vorjahr tatsächlich hättest zahlen müssen, kannst du eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben. Wenn du zu viel Steuern bezahlt hast, bekommst du eine Erstattung. Du musst aber Steuern nachzahlen, wenn du zu wenig Lohnsteuer vorausgezahlt hast.

Unser Tipp: Auch für Auszubildende kann sich der Lohnsteuerjahresausgleich lohnen, denn meistens werden sämtliche Kosten rund um die Ausbildung steuerlich anerkannt.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Frau und Mann mit skeptischen Gesichtsausdrücken" © Drobot Dean - stock.adobe.com