„Ein spannender und wunderbarer Job mit dem Bonus Beamtenstatus“
Elisabeth absolviert gerade ein Duales Studium zur Dipl. Rechtspflegerin (FH). Sie ist momentan in der berufspraktischen Studienzeit I (1. Jahr) und arbeitet bei der Staatsanwaltschaft Hannover.
Als Dipl. Rechtspflegerin/ Dipl. Rechtspfleger (FH) ist man Beamtin/ Beamter im gehobenen Dienst und wird über die Oberlandesgerichte eingestellt. Ich habe mich bei dem Oberlandesgericht Celle beworben. Das Bewerbungsverfahren beginnt mit einer schriftlichen Bewerbung an das Oberlandesgericht. Nach einer Vorauswahl wird man dann zu einem schriftlichen Einstellungstest eingeladen. Wenn dieser erfolgreich absolviert wurde, wird man zu einem persönlichen Interview und kleinem Rollenspiel eingeladen. Hat man auch diesen Teil der Bewerbung geschafft, ist man für das Duale Studium zugelassen und wird eingestellt.
Das Duale Studium zur Dipl. Rechtspflegerin/ Dipl. Rechtspfleger (FH) beginnt jedes Jahr immer am 1.10 an der Fachhochschule in Hildesheim. Die ersten 9 Monate verbringst Du an der Fachhochschule und lernst alles rund um Gesetzestexte wie das BGB oder StGB. Dabei ist man anders als an einer Universität in kleinen Gruppen mit ca. 20-25 Leuten eingeteilt und verfolgt die Vorlesungen bei den Dozenten, wodurch man sich auch selber an den Vorlesungen, ähnlich wie in der Schule, beteiligen kann.
Zu Beginn schwirrten mir die Paragraphen nur so um die Ohren, da man in sehr kurzer Zeit viel Neues lernt und selbstständig zu Hause nacharbeiten muss, um mit dem vermittelten Lernstoff hinterherzukommen. Letztendlich absolvieren wir als Dipl. Rechtspflegerinnen und Dipl. Rechtspfleger fast ein kleines Jurastudium. Wir müssen mit fast allen Gesetzestexten aus dem Zivil-, Straf-, Erb-, Familienrecht und noch vielem mehr vertraut sein, da unsere Entscheidungen später im Beruf von großer Bedeutung sein können und Fehler erhebliche Konsequenzen nach sich ziehen können. Im Dezember stand dann auch schon die erste Hausarbeit an und im Frühjahr dann die Zwischenprüfungsklausuren.
Zum 1.8 beginnt dann die praktische Phase und man wird den Amts-, Landgerichten und Staatsanwaltschaften zugeteilt. Ich arbeite im Moment bei der Staatsanwaltschaft Hannover und finde es sehr interessant, den zuvor gelernten Lernstoff nun mit der praktischen Arbeit zu verbinden.
Bei der Staatsanwaltschaft ist die Rechtspflegerin/ der Rechtspfleger für die Vollstreckungseinleitung zuständig. Das heißt, wenn ein Urteil vom Gericht verkündet wurde und der Verurteilte bspw. zu einer Freiheitsstrafe oder Geldstrafe verurteilt worden ist, müssen wir überwachen, ob das Geld auch wirklich gezahlt wird, oder der Verurteilte seine Haft in der Justizvollzugsanstalt auch wirklich antritt. Wir arbeiten eng mit der Polizei zusammen und können auch selbstständig Haftbefehle erlassen. Die Arbeit bei der Staatsanwaltschaft ist sehr spannend und man lernt jeden Tag etwas Neues.