„Eine Ausbildung kann weit mehr sein als nur der Einstieg ins Berufsleben – sie kann der Grundstein für eine ganze Karriere sein.“
Anton (27) absolvierte seine Ausbildung als Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk bei OPmobility. Dank seiner guten Leistungen konnte er diese verkürzen, wurde unbefristet übernommen, schloss eine Techniker-Weiterbildung an und begann schließlich sogar noch ein Maschinenbaustudium. Hier berichtet er von seinem Weg vom Facharbeiter zum Bachelor.
Meine Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk war für mich der ideale Einstieg in die Automobilindustrie. Ich wollte nach der Schule etwas Praktisches lernen und gleichzeitig in einem technisch anspruchsvollen Umfeld arbeiten. Durch ein zuvor absolviertes einwöchiges Praktikum hatte ich bereits erste Einblicke in den Betrieb erhalten, was meine Neugier bestärkt hat, diesen Weg einzuschlagen.
Die Ausbildung begann mit einem viermonatigen Metalllehrgang in der Lehrwerkstatt. Dort lernte ich grundlegende handwerkliche Fertigkeiten wie Feilen, Bohren und Drehen. Parallel dazu gab es wöchentlichen Werkunterricht zur Vorbereitung auf die Berufsschule, welche im Blockunterricht in Dinkelsbühl war. Anschließend durchlief ich verschiedene Abteilungen, die für den Ausbildungsberuf relevant sind. In der Spritzerei gehörten das Anfahren von Spritzgießmaschinen sowie die Überwachung und Optimierung von Prozessen und der Bauteilqualität zu meinen Aufgaben. In der Schlosserei lernte ich das Rüsten von Spritzgießmaschinen. Im Handlingservice baute ich Greifer für Neuwerkzeuge für die Entnahme der Bauteile aus den Maschinen und unterstützte bei der Erstellung neuer Roboterprogramme. Weitere Stationen waren die Elektrik, die Nacharbeit, das Labor in Pappenheim sowie der Messraum und die Schichtkontrolle.
Während der Ausbildung habe ich sehr viel über Fehleranalyse, den sicheren Umgang mit Spritzgießmaschinen, den Einfluss verschiedener Prozessparameter und typische Fehlerbilder von Kunststoffbauteilen gelernt. Besonders wertvoll war für mich das Zusammenspiel der einzelnen Abteilungen zu verstehen, da viele Probleme nur gemeinsam gelöst werden können.
Persönlich habe ich gelernt, selbstständig und verantwortungsvoll zu arbeiten. Durch den häufigen Abteilungswechsel war man relativ unabhängig von den Ausbildern und selbst dafür verantwortlich, die eigenen Lernziele gemeinsam mit den Kollegen in den jeweiligen Bereichen zu erreichen. Die Ausbilder waren dabei jederzeit ansprechbar und unterstützend, wenn Hilfe benötigt wurde.
Aufgrund meiner guten schulischen Leistungen konnte ich die Ausbildungsdauer von drei Jahren auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Für die Abschlussprüfung gab es mehrere Wochen gezielte Vorbereitung, sowohl theoretisch als auch praktisch an der hauseigenen Lehrlings-Spritzgießmaschine. Ich schloss die Berufsschule mit der Note 1,0 ab und erhielt dafür einen Staatspreis, den ich gemeinsam mit meinem Ausbilder entgegennehmen durfte. Dafür erhielt ich einen zusätzlichen Urlaubstag.
Nach der Ausbildung wurde ich direkt unbefristet in der Spritzerei übernommen. Dort vertiefte ich meine Fähigkeit, Probleme systematisch zu analysieren, zu priorisieren und effizient zu lösen, sowie das Bedienen der Spritzgießmaschinen.
Später entschied ich mich für eine Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker für Kunststofftechnik, um meine fachlichen Kompetenzen zu erweitern. Um mein Wissen breiter aufzustellen habe ich schließlich noch das Maschinenbaustudium daran gehängt. Das zugehörige Praxissemester und meine Bachelorarbeit konnte ich ebenfalls in der Firma OPmobility im Engineering machen. Somit war der Weg des Wiedereinstiegs nach dem Studium erneut in dieser Firma bereits geebnet.
Rückblickend hat die Ausbildung zum Verfahrensmechaniker für Kunststoff und Kautschuk meinen weiteren Weg maßgeblich geprägt. Sie bot mir ein sehr solides Fundament, um einen umfassenden Einblick in die Automobilindustrie zu erhalten und mich fachlich wie persönlich weiterzuentwickeln – sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens.