„Für mich der bisher spannendste Teil der Ausbildung - die ersten echten Einsätze“
Svend absolviert derzeit die Ausbildung für den gehobenen feuerwehrtechnischen Dienst der Berufsfeuerwehr Neumünster, aktuell die Ausbildung zum Zug- und Verbandsführer. Er hat Azubiyo von seinen Eindrücken und dem Bewerbungsprozess berichtet.
Der Bewerbungsprozess lief für mich mehrstufig. In der ersten Phase war ein breit gefächerter Online-Test zu absolvieren. Von technisch-mathematischen Aufgaben bis zu Fragen zur Allgemeinbildung war hier die Bandbreite an abgefragtem Wissen hoch. In der zweiten Phase wurde zu einem Sporttest eingeladen. Hier waren die zu erbringenden sportlichen Leistungen bereits vorher bekannt, eine zielgerichtete Vorbereitung war also für alle möglich und die geforderten Leistungen auch absolut möglich. Die dritte und letzte Phase bestand aus dem eigentlichen Auswahlverfahren. Teil 1 des Auswahlverfahrens war ein klassisches Bewerbungsgespräch mit einer Auswahlkommission von 5-6 Vertretern von Feuerwehr, Personalrat und Personalabteilung der Stadt. Teil 2 beinhaltete die Präsentation einer „Postkorbaufgabe“ nach einer entsprechenden Vorbereitungszeit. Abgeschlossen wurde dieser Tag mit einem – nach einer erneuten Vorbereitungszeit durchzuführenden – fiktiven Mitarbeitergespräch. Im Bewerbungs- und Auswahlprozess war die Kommunikation stets freundlich und hilfreich.
Nach der erhaltenen Zusage folgten die notwendigen betriebs- und amtsärztlichen Tauglichkeitsuntersuchungen sowie die Anprobe der Bekleidung noch vor dem Beginn der Ausbildung.
Die Ausbildung selbst begann mit dem Grundausbildungslehrgang an der Akademie der Feuerwehr der Berufsfeuerwehr Lübeck. In etwa 4,5 Monaten wurden hier die Grundkenntnisse für die Tätigkeit im Einsatzdienst der Feuerwehr vermittelt. Dass ich keine Vorkenntnisse z.B. aus der freiwilligen Feuerwehr mitgebracht habe, war dabei für mich kein Nachteil. Darauf folgte die sechswöchige Ausbildung zum Rettungssanitäter in Neumünster sowie das dazugehörige Praktikum im Krankenhaus und im Rettungsdienst. Dies war auch der erste Abschnitt im Einsatzdienst auf der Wache der Berufsfeuerwehr Neumünster, also im Kreis der zukünftigen Kolleg*innen. Nach der Rettungssanitäterprüfung folgte das erste Praktikum im Einsatzdienst der Feuerwehr, also als Teil einer Wachabteilung im 24h-Dienst. Für mich war dies der bis dahin spannendste Teil der Ausbildung – die ersten echten Einsätze.
Es folgte die dreimonatige Ausbildung zum Gruppenführer (B3) an der Landesfeuerwehrschule in Harrislee bei Flensburg. Die Themen waren auch hier feuerwehrtypisch breit gestreut. Von der technischen Hilfeleistung über den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz bis zu Gefahrgutthemen und Menschenführung. Der Schwerpunkt liegt aber ab diesem Punkt der Ausbildung klar auf der Führungsausbildung. Auf den Lehrgang folgte ein erneutes Praktikum, in diesem Fall in der Funktion als Fahrzeugführer in einer der Wachabteilungen der Berufsfeuerwehr Neumünster.
Darauf folgt die Ausbildung zum Zug- und Verbandsführer, in der ich mich derzeit befinde. Abgesehen von unterschiedlichsten Lehrgängen gehört hier auch ein Praktikum bei einer Berufsfeuerwehr außerhalb von Schleswig-Holstein dazu.