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Azubi-Wissen » Ausbildung für Ausländer

Ausbildung für Ausländer: Anerkennung Schulabschluss

Wenn du deinen Schulabschluss nicht in Deutschland gemacht hast, gern aber in Deutschland eine Ausbildung oder ein Duales Studium beginnen möchtest, dann musst du deinen Schulabschluss anerkennen und mit einem deutschen Abschluss gleichstellen lassen.

Anerkennung Schulabschluss

Suche: Berufsausbildung in Deutschland Habe: Schulabschluss

Suche: Berufsausbildung

Eine Berufsausbildung kann in Deutschland als duale Ausbildung oder als schulische Ausbildung absolviert werden. In einer dualen Ausbildung findet der praktische Teil im Unternehmen und der theoretische Teil in der Berufsschule statt. Du hast Anspruch auf eine Ausbildungsvergütung. Bei einer schulischen Ausbildung werden beide Teile in der Schule gelehrt und durch ein Betriebspraktikum ergänzt. Es kann sein, dass du für die schulische Ausbildung Schulgeld bzw. Gebühren zahlen musst.

Die duale Ausbildung ist übrigens eine Besonderheit des deutschsprachigen Raumes, die weltweit Beachtung findet. Das duale Ausbildungssystem gibt es in ähnlicher Form auch in der Schweiz, in Österreich und in Südtirol.

Habe: Schulabschluss

In Deutschland gibt es folgende Schulabschlüsse:

  • Hauptschulabschluss
  • Mittlerer Bildungsabschluss (umgangssprachlich: Mittlere Reife)
  • Hochschulreife (Abitur)

Es gibt dazu noch einige Zwischenformen wie z.B. Fachhochschulreife, fachgebundene Hochschulreife und fachgebundene Fachhochschulreife. Da dein Schulabschluss in der Regel mit einem der 3 erstgenannten Abschlüsse gleichgestellt wird, werden wir auf die anderen Abschlussformen nicht näher eingehen.

Du kannst deinen Schulabschluss mit einem deutschen Schulabschluss gleichstellen lassen, wenn deine Lernergebnisse vergleichbar sind und keine wesentlichen Unterschiede bestehen.

Hauptschulabschluss

Für eine Gleichstellung mit dem Hauptschulabschluss werden mindestens 9 Schuljahre verlangt. Eine Ausnahme besteht für Spätaussiedler, die nur 8 Schuljahre nachweisen müssen.

Du musst durch ein Zeugnis nachweisen, dass du den Unterricht in folgenden Fächern bestanden hast:

  • (deine) Muttersprache
  • einer Fremdsprache (z.B. Deutsch)
  • Mathematik
  • naturwissenschaftliches Fach (z.B. Biologie, Chemie, Physik)
  • sozialkundliches Fach (z.B. Geschichte, Politik)
  • Musik, Kunst und Sport

Falls du diese Fächer nicht bestanden hast oder weniger als 9 Jahre die Schule besucht hast, dann kannst du deinen Schulabschluss nur anerkennen lassen, wenn du zusätzlich eine Berufsausbildung vorweisen kannst.

Mittlerer Bildungsabschluss

Um einen Mittleren Bildungsabschluss (Mittlere Reife, Realschulabschluss) anerkannt zu bekommen, musst du 10 aufsteigende Schuljahre nachweisen.

Ebenso wie beim Hauptschulabschluss musst du durch ein Zeugnis nachweisen, dass du Unterricht in folgenden Fächern hattest:

  • (deine) Muttersprache
  • einer Fremdsprache (z.B. Deutsch)
  • Mathematik
  • naturwissenschaftliches Fach (z.B. Biologie, Chemie, Physik)
  • sozialkundliches Fach (z.B. Geschichte, Politik)
  • Musik, Kunst und Sport
  • Hochschulreife (Abitur)

Wenn du die Hochschulreife anerkannt haben willst, dann entscheidet die Anerkennungsstelle des Bundeslandes in dem du wohnst bzw. in dem du die Ausbildung beginnen möchtest über die Anerkennung.

Hilfe: Hier kannst du deinen Schulabschluss anerkennen lassen

Um deinen Schulabschluss anerkennen zu lassen, musst du dich an die für dein Bundesland zuständige Stelle wenden. Diese Stellen heißen Anerkennungsstellen.

Die zuständigen Stellen sind auch über die Datenbank http://anabin.kmk.org/anabin-datenbank.html abrufbar. Die zentrale Stelle zur Bewertung von ausländischen Qualifikationen ist die ZAB (Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen).

Suche: (Duales) Studium in Deutschland Habe: ausländische Hochschulreife

Suche: (Duales) Studium

Ein Studium kann in Deutschland u.a. als reines Vollzeitstudium oder als Duales Studium absolviert werden. Das Vollzeitstudium findet an einer Universität, Fachhochschule oder Kunst-, Film- und Musikhochschule statt. Bei einem Dualen Studium findet die Theorie an einer Hochschule oder Akademie statt, die Praxis erlernst du in einem Unternehmen. Je nach Dualen Studientyp kannst du zusätzlich zum Studienabschluss noch einen Berufsabschluss, z.B. als Bankkaufmann erwerben. Bei einem Dualen Studium wird der Student vom Arbeitgeber bezahlt. Oftmals werden auch die anfallenden Studiengebühren vom Arbeitgeber übernommen.

Hier findest du weitere Infos zu Dauer, Organisation und Vergütung bei einem Dualen Studium.

Habe: Hochschulreife / Abitur

Grundsätzlich gilt: Wenn du in deinem Heimatland berechtigt wärst, ein Studium zu beginnen, dann kannst du in der Regel mit deinem ausländischen Schulabschluss auch in Deutschland studieren.

Um ein Studium bzw. ein Duales Studium in Deutschland beginnen zu können, muss du deinen Schulabschluss anerkennen lassen. Deine Hochschule bzw. die Berufsakademie entscheidet darüber, ob du zum (Dualen) Studium zugelassen wirst.

Wichtig dabei zu wissen: Das Bildungswesen wird in Deutschland nicht zentral geregelt. Jedes der 16 Bundesländer hat eigenen Richtlinien und Hochschulgesetze. Außerdem sind die Hochschulen in Deutschland zumeist selbständig. Deshalb gilt: Frag immer genau nach, welche Bestimmungen an der Hochschule bzw. Akademie deiner Wahl gelten. Bei einem Dualen Studium kennt sich aber in der Regel dein Arbeitgeber mit den Bestimmungen und Vorrausetzungen für das Studium aus.

Falls du in deinem Herkunftsland schon ein Studium absolviert hast und nun in Deutschland weiterstudieren möchtest, musst du deinen Studienabschluss anerkennen lassen. Zuständig dafür ist das akademische Auslandsamt (International Office) deiner Hochschule. Hier findest du die Adressen: https://www.daad.de/deutschland/in-deutschland/hochschule/de/9147-der-erste-ansprechpartner/

Suche: Arbeit in Deutschland Habe: ausländische Ausbildung

Suche: Arbeit in Deutschland

Du hast im Ausland studiert (z.B. Jura, Medizin) oder einen Beruf (z.B. Konditor, Bankkaufmann oder Koch) gelernt und möchtest in Deutschland arbeiten? Dann musst du zuerst prüfen, ob es sich bei deinem Beruf um einen reglementierten Beruf handelt. Ist dies der Fall, dann musst du deinen Berufsabschluss behördlich anerkennen lassen, um deinen Beruf in Deutschland auszuüben.

Reglementiert sind in Deutschland u.a. medizinische Berufe, Rechtsberufe, Lehrberufe, Meisterberufe und Berufe des öffentlichen Dienstes.

Habe: Hochschulstudium / Ausbildung

Reglementierter Beruf

Möchtest du in einem reglementierten Beruf in Deutschland arbeiten, dann muss du deinen Berufsabschluss anerkennen lassen. Je nach Bundesland gibt es verschiedene zuständige Stellen. Bei Handwerksberufe sind es in der Regel die Handwerkskammern in deiner Region, bei Architekten ist es die jeweilige  Architektenkammer und beim Zahnmedizinischen Fachangestellten (Zahnarzthelfer) ist es beispielsweise die (Landes)Zahnärztekammer. Hier findest du den richtigen Ansprechpartner für die Anerkennung deines reglementierten Berufs: http://www.anabin.de/ [Zuständige Stellen in Deutschland -> Beruf auswählen -> Stellen nach Bundesländern werden dir angezeigt]

Nicht reglementierter Beruf

Die meisten Berufe (etwa 350) sind in Deutschland nicht reglementiert, d.h. du musst sie nicht anerkennen lassen und kannst dich direkt bewerben oder selbständig machen. Der Arbeitgeber muss dann entscheiden, ob du qualifiziert bist. Bisher fehlen einheitliche Bewertungsverfahren und -maßstäbe. Dies wird sich mit dem neuen Berufsqualifikationsgesetz (Anerkennungsgesetz) ab Frühjahr 2012 ändern. Du hast dann Anspruch auf ein Bewertungsverfahren deines Berufsabschluss unabhängig von deiner Staatsangehörigkeit. Dies erleichtert es dir, in einem Beruf eine Anstellung zu finden, die deinen Qualifikationen entspricht.

Notensysteme im Ländervergleich

Wenn du im Ausland deinen Schulabschluss gemacht hast und ihn in Deutschland anerkennen lassen möchtest, dann musst du in einigen Fächern nachweisen, dass du sie bestanden hast. Anhand der Grafik kannst du eine erste Einschätzung vornehmen, ob deine Noten ausreichend sind, damit dein Schulabschluss in Deutschland anerkannt wird.

An ein paar Beispielen siehst du, welche unterschiedlichen Notensysteme es gibt und zu welchen falschen Mythen dies unter Umständen führen kann.

Notensysteme im Ländervergleich
Quelle: www.anabin.de

Anekdoten zu den Noten

In Deutschland werden bis zur 10. Klasse die Noten 1-6 vergeben, ab der Sekundarstufe II (ab Klasse 11) wird ein Punktesystem 15-0 verwendet. Bis zur 10. Klasse ist demnach eine 1 die bestmögliche Leistung, ab Klasse 11 ist dann die 1 nach der 0 die schlechteste Leistung. Im Punktesystem müssen mindestens 5 Punkte erreicht werden, damit der Kurs bzw. das Fach als bestanden gilt.

In Dänemark wurde 2006 die „7-Stufen-Skala“ eingeführt (12, 10, 7, 4, 02, 00, -3). Die Abstände zwischen manchen Noten sind größer als zwischen anderen, z.B. ist zwischen 4 und 7 der Abstand größer als zwischen 4 und 02, um die Bedeutung der guten und schlechten Noten, gegenüber dem Durchschnitt zu heben. Die Noten 02 und 00 sind zweistellig, damit das Fälschen zu einer 12 beziehungsweise 10 unmöglich ist.

In den Zeugnissen der Schweiz sind auch halbe Noten zugelassen, zum Beispiel 4,5. Aber nicht in jedem Kanton der Schweiz gilt diese Skala. Im Kanton Waadt beispielsweise reicht die Skala von 1 bis 10, wobei die 10 die beste Note ist. Die schlechteste Note, die Eins, wird vor allem bei Betrugsversuchen (Abschreiben) vergeben. In der Umgangssprache wird sie auch als Nagel bezeichnet.

In Russland geht die Skala von 1 bis 5, wobei die 5 die beste Note und die 1 die schlechteste Note ist. Eine 1 wird sehr selten vergeben. Wenn ein Schüler bei einer mündlichen Leistungskontrolle nicht antworten konnte, so bekam er eine 1. War er beim nächsten Mal deutlich besser vorbereitet, dann konnte die 1 mit nur einem Strich in eine 4 umgewandelt werden.

Das Benotungssystem in den USA ist nicht einheitlich. In den meisten Fällen wird ein System mit 5 Buchstaben verwendet: A, B, C, D und F. In einigen Staaten wird statt F auch E geschrieben. Auch ein U für „unsatisfactory“ (ungenügend) wird teilweise verwendet. Das F kommt aus der Zeit, als es nur P für pass (bestanden) und F für fail (durchgefallen) gab.

Irrungen und Wirrungen schon zu Einsteins Zeiten

Ein Schüler, der die bestmöglichen Leistungen erzielt hat, wird auch umgangssprachlich in Deutschland und Österreich als „Einserschüler“ bezeichnet, da die 1 die beste Note in beiden Ländern ist. Mit dieser Bezeichnung würde er allerdings in fast jedem Land unserer Statistik einer der schlechteste Schüler sein, denn beinahe jedes der ausgewählten Länder hat die 1 als schlechteste Note, bis auf Dänemark, da geht es sogar noch in den Minus-Bereich bis auf -3 runter.

Und genau solch ein Notenirrtum hat die Mär vom schlechten Schüler Albert Einstein genährt. Ja es stimmt, auf seinem Abschlusszeugnis standen Vierer, Fünfer und viele Sechser…, aber wo hat denn Albert Einstein das Abitur bzw. die Matura (=Hochschulreife) abgelegt? Diese Frage hätte sich sein Biograph auch stellen sollen und statt des deutschen Notensystems eben das richtige, das schweizerische Notensystem anwenden sollen.

Bildnachweis: Schilder mit Beschriftung © Oliver Boehmer - bluedesign® / Fotolia