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Die Teilzeitausbildung

Die Teilzeitausbildung ist ein Ausbildungsmodell speziell für junge Eltern und Personen, die einen Angehörigen pflegen und entsprechend keine Zeit für eine klassische Vollzeitausbildung haben. Bist du also bereits Mama oder Papa oder kümmerst dich zu Hause um ein pflegebedürftiges Familienmitglied, erfüllst du die Voraussetzungen für eine Teilzeitausbildung. Gesetzlich geregelt ist die Teilzeitausbildung seit 2005 in §8 BBiG.

Wer kann eine Teilzeitausbildung machen?

Die Teilzeitausbildung ist bei allen anerkannten dualen Berufen möglich, die nach dem Berufsbildungsgesetz geregelt sind. Dein Ausbildungsbetrieb muss der Teilzeitausbildung zustimmen und gemeinsam mit dir einen schriftlichen Antrag stellen (siehe unten). Damit dieser Antrag Aussicht auf Erfolg hat, muss laut BBiG ein „berechtigtes Interesse" vorliegen. Du musst also triftige Gründe für die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit haben, zum Beispiel weil du Angehörige pflegst oder ein eigenes Kind betreust. Aber auch für Menschen mit Behinderungen kann die Ausbildung in Teilzeit in Frage kommen.

Varianten und Dauer

Bei der Teilzeitausbildung wird deine tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit im Ausbildungsbetrieb reduziert. Dafür gibt es 2 Varianten: die Teilzeitausbildung mit Verlängerung der Ausbildungszeit und die Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit.

  • Teilzeitausbildung mit Verlägerung der Ausbildungszeit: Bei dieser Variante wird eine wöchentliche Arbeitszeit (inklusive Berufsschule) von mindestens 20 Stunden vereinbart, die Gesamtausbildungsdauer verlängert sich hierbei um ein halbes Jahr.
  • Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit: Bei dieser Variante ist eine wöchentliche Arbeitszeit zwischen 25 und 30 Stunden (inklusive Berufsschule) vorgesehen, wobei sich die gesamte Ausbildungsdauer nicht verändert.

Teilzeitausbildung beantragen

Arbeitgeber und Azubi müssen bei der zuständigen Stelle (Handwerkskammer, Industrie- und Handelskammer, Landwirtschaftskammer o.a.) gemeinsam einen schriftlichen Antrag stellen. Welche Variante der Teilzeitausbildung gewählt wird, ob eine wöchentliche oder tägliche Verkürzung der Ausbildungszeit stattfindet und zu welchen Zeiten gearbeitet werden muss, besprechen Betrieb und Azubi miteinander und halten dies schriftlich im Ausbildungsvertrag fest.

Vorteile der Teilzeitausbildung

Die Ausbildung in Teilzeit bietet dir als Azubi viele Vorteile und lässt sich flexibel an deine persönliche Situation anpassen. Du hast die Möglichkeit, eine vollwertige berufliche Ausbildung neben deinen familiären / persönlichen Verpflichtungen zu absolvieren und einen qualifizierten und staatlich anerkannten Abschluss zu machen. Neben der guten Vereinbarkeit von Familie und Ausbildung bist du auch finanziell unabhängig, da du auch in der Teilzeitausbildung eine angemessene Ausbildungsvergütung erhältst. Unter bestimmten Bedingungen hast du zudem Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Und als Vater bzw. Mutter erhältst du Kindergeld von der Familienkasse.

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Bildnachweis: „Junge Mutter mit Kindern am Tisch" © Spectral-Design / Fotolia