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Assessment-Center: der Kurzvortrag

In der Schule hat fast jeder schon einmal ein Referat gehalten. Nichts anderes ist der Kurzvortrag im Assessment-Center. Mit einer Ausnahme: Die Vorbereitungszeit beträgt maximal eine halbe Stunde! Aber kein Grund zur Sorge. Mit einigen Tipps und Tricks bewältigst du den Kurzvortrag problemlos.

Die Aufgabenstellung

Jeder Teilnehmer des Assessment-Centers erhält ein Thema. Dieses ist meist sehr allgemein gehalten, so dass kein Fachwissen benötigt wird. Denkbar sind beispielsweise Themen aus den Bereichen Politik oder dem Berufsbereich, für den du dich bewirbst. Manchmal dürfen sich die Bewerber auch eigene Themen wählen.

Zu diesem Thema soll in der Regel ein etwa 5 bis 10-minütiger Vortrag vorbereitet werden. Zur Vorbereitung stehen meist 15 bis 30 Minuten zur Verfügung. Manchmal werden den Bewerbern auch Hilfsmittel, wie zum Beispiel eine Tafel, ein Overhead-Projektor oder eine Pinnwand, bereitgestellt.

Ziel der Aufgabe

Personalchefs und Unternehmen testen ihre Bewerber mit dem Kurzvortrag einerseits auf Präsentationsfähigkeiten, andererseits auf zielorientiertes, strukturiertes Arbeiten. Es wird also überprüft, wie gut sich die Kandidaten in kurzer Zeit in ein neues Thema hineindenken und einen strukturierten Vortrag dazu erarbeiten können und wie gut sie diesen vor anderen präsentieren können.

So löst du die Aufgabe

1. Notiere dir die wichtigsten Fakten und Argumente zum Thema und halte sie in Stichpunkten fest.
2. Überlege jetzt, wie du das Thema am besten strukturierst und erstelle eine Gliederung für deinen Vortrag:

Einleitung: Führe die Zuhörer kurz in das Thema ein. Überlege dir dazu Folgendes: Wie heißt das Thema? Um was geht es? Welche Fragen stellen sich? Gibt es vielleicht aktuelle Bezüge? Ist das Thema gerade sehr in der Diskussion?

Hauptteil: Im Hauptteil kannst du erst einmal auf allgemeine Hintergründe oder bisherige Entwicklungen eingehen: Warum ist das Thema wichtig oder interessant? Wie ist die aktuelle Situation? Dann stellst du verschiedene Aussagen, Argumente oder Positionen vor. (Bei Pro/Contra-Themen kannst du auch, wie in einer Erörterung, erst die Argumente für und dann gegen die jeweilige Sache ansprechen. Anschließend kommst du in einer Gegenüberstellung zu einem bestimmten Ergebnis oder einem Kompromiss.)

Schluss: Am Ende fasst du die Argumente bzw. Ergebnisse noch einmal zusammen und beantwortest evtl. die Ausgangsfrage. Oder du leitest Vorschläge oder Vorhersagen für die Zukunft ab: Was muss getan werden? Welche Veränderungen sind nötig? Wie wird die zukünftige Entwicklung aussehen?

3. Falls Hilfsmittel angeboten werden, überleg dir, wie du sie sinnvoll einsetzen kannst. Du könntest beispielsweise deine Hauptargumente auflisten oder die wichtigsten Ergebnisse darstellen. Das Wichtigste: Die Beschriftung sollte sparsam und gut lesbar sein. Vielleicht bekommst du auch Moderationskarten, auf denen du deine Stichpunkte notieren kannst.
4. Nach der Vorbereitungszeit präsentierst du deinen Vortrag und orientierst dich dabei an deiner Gliederung. Halte dich an die vorgegebene Zeit! Am Ende erkundigst du dich, ob deine Zuhörer noch Fragen an dich haben und bedankst dich für die Aufmerksamkeit.

Vorbereitung zu Hause

Den Kurzvortrag kann man sehr gut auch zu Hause vorbereiten, auch wenn das zunächst vielleicht ein bisschen komisch klingt. Dazu wählst du dir ein beliebiges Thema (z.B. Klimawandel, Zukunft der Printmedien, Datenschutz bei Facebook oder ein tagesaktuelles Thema), nimmst dir eine halbe Stunde Zeit und erarbeitest einen Vortrag dazu. Im Idealfall trägst du ihn anschließend einem Familienmitglied oder Freund vor. Aber auch ein Vortrag vor dem Spiegel ist keine schlechte Übung. Dabei kannst du direkt dein eigenes Auftreten beobachten und an deiner Präsentation feilen. Tipp: Achte immer auf eine deutliche, langsame Aussprache und halte dich an die Zeitvorgabe!

 

Bildnachweis: Junge Frau hält Vortrag © contrastwerkstatt - Fotolia