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Das Studium mit Studienkrediten finanzieren

Ein Studium kann ziemlich teuer werden. Anfallende Studien- oder Semestergebühren und Lebenshaltungskosten steigen und als Studierender möchte man schließlich noch das Leben genießen und nicht nur an das Studium und ans Lernen denken. Welche finanziellen Fördermöglichkeiten dir zur Finanzierung deines Studiums zur Verfügung stehen, findest du auf dieser Seite.

Das Studium mit einem Kredit finanziert – ist das sinnvoll?

Bei einem Kredit leiht sich ein Kreditnehmer eine bestimmte Summe von einem Kreditgeber. Im Regelfall vereinbaren beide Parteien eine Art Miete für die geliehene Summe (Zinsen) und die Rückzahlung innerhalb einer vorab festgelegten Zeit.

Leihen sich Studierende Geld von einer Bank oder einer anderen Institution, müssen sie die geliehene Summe plus Zinsen zurückzahlen. Deshalb empfehlen wir, vor der Aufnahme eines Studienkredits andere Möglichkeiten, wie BAföG oder eine mögliche Unterstützung durch die Eltern, zu prüfen.

Dennoch kann es sinnvoll sein, sich für bestimmte Phasen des Studiums Geld zu leihen. Sei es für einen vorübergehenden Studienaufenthalt im Ausland oder für die Zeit der Prüfungen. Ein komplettes Studium über einen Kredit zu finanzieren, halten wir dagegen für sehr risikoreich, da für anwachsende Schulden keine Obergrenze existiert.

Welche Kredite für Studierende gibt es?

Wer sein Studium oder Teile davon dennoch über ein Studiendarlehen finanzieren möchte, kann besondere Studienkredite in Anspruch nehmen. Diese Kredite für Studierende gibt es:

  • Bildungskredit der Bundesregierung
  • KfW-Studienkredit
  • Bildungsfonds

Bildungskredit der Bundesregierung

Die Bundesregierung bietet einen Kredit zu günstigen Konditionen, der in bestimmten Phasen des Studiums eingesetzt werden kann. Der Bildungskredit kann parallel zu BAföG aufgenommen werden und wird unabhängig vom Einkommen oder Vermögen des Studierenden vergeben. Es besteht jedoch kein Rechtsanspruch auf den Bildungskredit.

Der Kredit wird längstens für 2 Jahre gewährt und es werden monatlich nicht mehr als 300 Euro ausbezahlt. Insgesamt können Studierende nicht mehr als 7.200 Euro aufnehmen. Gefördert werden durch den Kredit:

  • Deutsche Studierende oder Praktikant/-innen und ausländische Auszubildende unter bestimmten Voraussetzungen
  • Ausbildungen, die auch für die Beantragung von BAföG anerkannt sind
  • Antragsteller, die nicht älter als 35 Jahre sind

Der Kredit wird vom Bundesverwaltungsamt (BVA) bewilligt, aber mit der KfW-Bankengruppe geschlossen. Verzinst wird der Kredit ab dem Zeitpunkt der Auszahlung, allerdings werden die Zinsen bis zur Rückzahlung gestundet. Die Rückzahlung des Bildungskredits beginnt 4 Jahre nach der ersten Auszahlung und wird in monatlichen Raten von 120 Euro an die KfW-Bankengruppe zurückbezahlt. 

KfW-Studienkredit

Bundesweit bietet die KfW-Bank spezielle Kredite für Studierende an. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) ist weltweit die größte Förderbank und fördert Menschen, Länder und Institutionen. Weltweit ist sie an rund 80 Standorten vertreten.

Studierende können ihren Lebensunterhalt oder Teile davon mit einem KfW-Studienkredit finanzieren. Vorausgesetzt, sie sind zu Beginn ihres Studiums zwischen 18 und 44 Jahre alt. Der Kredit kann nicht nur für das Erststudium, sondern auch für Zweit-, Zusatz-, Aufbau- oder ein Ergänzungsstudium genutzt werden. Um an einen solchen Kredit zu kommen, können Studierende sich an viele Studierendenwerke in Deutschland ansprechen, denn diese vertreiben den KfW-Kredit in den häufigsten Fällen. 

Bildungsfonds

Bildungsfonds sind eine weitere Möglichkeit, die Zeit des Studiums zu finanzieren. Bildungsfonds sind Investmentfonds, die Geld und weitere Unterstützungen wie etwa ein Netzwerk, an Studierende vergeben. Im Gegenzug verpflichten sich die Studierenden, einen bestimmten Anteil ihres Einkommens an den Bildungsfonds zurückzuzahlen, sobald das Studium beendet ist. In den meisten Fällen ist die Rückzahlung abhängig vom zukünftigen Verdienst, es kann aber auch unabhängig davon geregelt sein. Der Haken ist, dass Bildungsfonds nur Geld an Studierende mit Bestnoten vergeben.

Studienkredit ja oder nein?
Wenn das BAföG nicht ausreicht, um die Kosten für das Studium und den Lebensunterhalt in der Studienzeit zu verdienen, sind Studienkredite die mögliche Lösung des Problems. Dennoch sollten sich Studierende gut überlegen, ob sie einen Kredit aufnehmen oder nicht. Wir empfehlen, einen Studienkredit nur zu beanspruchen, wenn keine andere Möglichkeit vorhanden ist, um den Berufsstart mit einer hohen Verschuldung zu vermeiden.

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Bildnachweis: „Sparschwein mit Münzen" © Dilok - stock.adobe.com