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Bestattungsfachkraft – Ausbildung & Beruf

Dieser Job ist nichts für schwache Nerven! Denn der Tod gehört hier nicht nur zum Leben, sondern auch zum Alltag. Wer damit umgehen kann, hat in diesem etwas anderen Beruf die Chance Menschen in einer schwierigen Lebenssituation wirklich zu helfen. 

Was macht eine Bestattungsfachkraft?

Stirbt ein Mensch, sind die Hinterbliebenen von der Trauer oft überwältigt. Doch gerade jetzt müssen viele Entscheidungen getroffen und Formalitäten erledigt werden. Gut, wenn man in dieser Situation eine Bestattungsfachkraft an der Seite hat. Diese begleitet die Angehörigen seelsorgerisch und unterstützt sie bei der Planung der Trauerfeier und der Bestattung. So berät sie z.B. bei der Auswahl von Grabstätte und Sarg, sie gibt eine Todesanzeige auf und hält die Grabrede.

Zu den kaufmännischen Tätigkeiten der Bestattungsfachkraft gehören z.B. die Kostenkalkulation und Abrechnung mit den Krankenkassen. Aber auch der direkte Kontakt mit den Verstorbenen gehört zum Arbeitsalltag. So kümmert sich die Bestattungsfachkraft um deren Überführung, wäscht und versorgt sie kosmetisch und bettet sie in den Sarg.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre (Verkürzung auf 2 - 2,5 Jahre möglich)

Zuständige Stelle

Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK)

So läuft die Ausbildung ab

Traust du dir diesen Beruf zu? Falls ja, stellt sich die Frage: Wie werde ich Bestattungsfachkraft? Während der Ausbildung hältst du dich im Wechsel in Betrieb und Berufsschule auf. Praktische Erfahrung und theoretisches Wissen aus dem Unterricht ergänzen sich auf diese Weise ideal. Dein Ausbilder überprüft regelmäßig dein Berichtsheft, in welchem du deine Aufgaben schriftlich dokumentierst.

Während des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du die Zwischenprüfung, die aus einem praktischen und einem schriftlichen Teil besteht. Um staatlich anerkannte Bestattungsfachkraft zu werden, musst du am Ausbildungsende deine Abschlussprüfung bzw. Gesellenprüfung (im Handwerk) erfolgreich ablegen. Sie besteht aus einer praktischen Aufgabe sowie einer schriftlichen Prüfung.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Bestattungsfachkräfte.

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Das lernst Du in der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft:

  • B wie Bestattungsvorsorge: Der Tod kann ganz schön teuer werden! Deshalb wird eine finanzielle Vorsorge schon zu Lebzeiten angeboten. Vorteil: Persönliche Wünsche werden schriftlich fest­gehalten.
  • P wie Psychologie: Kenntnisse aus der Psychologie setzt du ein, um Angehörigen best­möglich zu helfen. Aber auch um deine eigenen Ein­drücke aus dem Berufsalltag besser zu verarbeiten.
  • R wie Riten und Gebräuche: Jede Bestattung ist anders und richtet sich nach dem Kulturkreis und der Welt­anschauung des Verstorbenen. Diese Faktoren musst du bei der Planung einer Bestattung berücksichtigen.

An deine erfolgreiche Ausbildung kannst du z.B. eine Weiterbildung zum Bestattungsmeister anhängen. Besitzt du die Hochschulreife, kannst du deine Kenntnisse auch im Studium Dienstleistungs-, Servicemanagement vertiefen.

Bestattungsfachkraft: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
37%
Mittlere Reife
41%
Hauptschulabschluss
20%
Kein Abschluss
2%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Deutsch
Mathe
Werken / Technik

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit
Selbstorganisation
Handwerklich-technisches Geschick

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: In der Natur / Im Freien
Bereitschaftsdienst
Viel Kontakt mit Menschen

Die Ausbildung zur Bestattungsfachkraft kannst du theoretisch auch ohne Schulabschluss machen. Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat erhoben, dass die meisten Azubis aber entweder einen mittleren Schulabschluss oder die Hochschulreife haben. Weniger als ein Viertel beginnt die Ausbildung mit einem Hauptschulabschluss und nur ganz wenige starten ganz ohne Schulabschluss.  

Eine gute Note in Deutsch beweist, dass du dich klar ausdrücken kannst und die Rechtschreibung beherrschst. Dies ist z.B. für das Verfassen von Traueranzeigen wichtig. Bei der Kostenkalkulation kommen dir gute Mathematik-Kenntnisse zugute. Wer stark in Werken/Technik ist, hat ideale Voraussetzungen für handwerkliche Tätigkeiten der Bestattungsfachkraft, wie z.B. das Ausstatten von Särgen.

Sorgfalt & Genauigkeit sollten in diesem Beruf auf jeden Fall zu deinen Stärken gehören und sind essenziell für sämtliche deiner Aufgabenbereiche. Da du eigenständig Trauerfeiern und Bestattungen planst, ist außerdem eine gute Selbstorganisation wichtig. Anders als man auf den ersten Blick vermuten könnte, hast du als Bestattungsfachkraft über­durch­schnittlich viel Kontakt mit (lebenden) Menschen. Im Gespräch gehst du respektvoll mit Kunden um und stellst deine gute Kommuni­ka­tions­fähig­keit unter Beweis. Viel Ein­füh­lungs­vermögen, aber auch professionelle Distanz sind nötig, um die Angehörigen optimal zu unterstützen. Eine der wichtigsten Voraussetzungen für diesen Beruf ist deshalb die eigene psychische Stabilität.

Bei Grab-Arbeiten hältst du dich im Freien auf, Verwaltungsaufgaben erledigst du im Büro. Aber auch im Krematorium, in der Werkstatt oder direkt beim Kunden trifft man dich an. Das Arbeitsumfeld der Be­stattungs­fach­kraft ist überaus vielfältig.

Abgesehen vom Bereitschaftsdienst, den jedes Bestattungsinstitut anbietet, hast du relativ geregelte Arbeitszeiten.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Bestatter mit Sarg" © ROBERT HOETINK / Fotolia