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Kfz-Mechatroniker – Ausbildung & Beruf

Auch Michael Schumacher und Niki Lauda haben einmal klein angefangen... nämlich mit einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker. Die Ausbildung hat sich seitdem deutlich weiterentwickelt, bedingt durch die Fortschritte in der Automobilindustrie. Einfache Kfz-Mechanik begegnet dir nur noch in Oldtimern.

Was macht ein Kfz-Mechatroniker?

Kfz-Mechatroniker kennen sich in allen Bereichen der Fahrzeug-Technik aus, sowohl auf dem Gebiet der „klassischen" Kfz-Mechanik als auch auf dem der Kfz-Elektronik. Sie analysieren elektrische, elektronische und mechanische Systeme, stellen Fehler und Störungen fest und beheben mit Hilfe computergestützter Mess- und Prüfsysteme deren Ursachen. Nach Instandsetzungs- oder Umbauarbeiten prüfen sie die Funktionen der Fahrzeuge und Teilsysteme und kontrollieren, ob straßenverkehrsrechtliche Vorschriften eingehalten werden.

Die Ausbildung wird in 5 unterschiedlichen Schwerpunkten angeboten, nämlich Motorradtechnik, Nutzfahrzeugtechnik, System- und Hochvolttechnik, Karosserietechnik oder Personenkraftwagentechnik. Im 3. Ausbildungsjahr entscheidest du dich für einen Schwerpunkt und vertiefst dort dein Wissen.

In der Fachrichtung Motorradtechnik bist du Spezialist für die Reparatur und Wartung von Motorrädern und anderen Krafträdern. Im Schwerpunkt Nutzfahrzeugtechnik sind Spezialfahrzeuge wie Busse, Baufahrzeuge oder LKW dein Fachgebiet. Im Bereich System- und Hochvolttechnik kennst du dich vor allem mit der Technik hinter Elektro- und Hybridfahrzeugen aus. In der Fachrichtung Karosserietechnik bist du Experte für alles rund Karosserien, also zum Beispiel Lack- und Unfallschäden oder Schließsysteme. Und wenn du den Schwerpunkt Personenkraftwagentechnik wählst, spezialisierst du dich auf klassische PKW.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3,5 Jahre, Verkürzung auf 3-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK, HWK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Kfz-Mechatroniker? Deine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker ist dual, also zweigeteilt, aufgebaut, sodass du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule bist. Im Ausbildungsbetrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Kfz-Mechatroniker und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du den ersten Teil deiner Abschlussprüfung (im Handwerk: Gesellenprüfung). Am Ende der Ausbildung legst du Teil 2 der Prüfung ab. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Kraftfahrzeugmechatroniker.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Kraftfahrzeugmechatroniker.

Ausbildungslexikon Kfz-Mechatroniker

Das lernst du in der Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker:

  • E wie Elektronik: Vom automatischen Fensterheber bis zur Einparkhilfe. Elektronische Systeme sind aus Autos nicht mehr wegzudenken. Daher bist du als Kfz-Mechatroniker auch Experte für Elektronik und Elektrik.
  • K wie Kundenauftrag: Der Kunde ist König – auch für Kfz-Mechatroniker. Deshalb lernst du in der Ausbildung, wie du Aufträge annimmst, mit Kunden umgehst und sie berätst.
  • M wie Mechanik: Ist der erste Teil vom Mechatroniker und die Technik, die Fahrzeuge zum Fahren bringt. Nach deiner Ausbildung weißt du, wie die technischen Systeme funktionieren.

Nach deiner Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker kannst du dich auf vielen Wegen fortbilden, zum Beispiel mit einer Weiterbildung zum Techniker für Kraftfahrzeugtechnik oder Technischen Fachwirt. Daneben ist auch die Weiterbildung zum Meister, wie etwa zum Karosserie- und Fahrzeugbauermeister, möglich. Falls dir eher ein Studium liegt, kannst du u.a. zwischen den Fachrichtungen Mechatronik und Fahrzeugtechnik wählen.

Kfz-Mechatroniker: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind. Dazu haben wir uns Stellenanzeigen unterschiedlicher Ausbildungsbetriebe angeschaut:

Welcher Schulabschluss wird von Arbeitgebern gewünscht?

Abitur / Fachabitur
0%
Mittlere Reife
41%
Hauptschulabschluss
51%
Beliebiger Abschluss
8%
Quelle: Eigene Auswertung von Stellenanzeigen auf AZUBIYO.de (Stand: Dezember 2016)

Wichtig sind gute Noten in:

22% Englisch
57% Mathe
46% Deutsch

Die 3 wichtigsten Stärken:

1
Handwerklich-technisches Geschick
2
Sorgfalt & Genauigkeit
3
Neugierde & Lernbereitschaft

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Werkstatt, Fertigungshalle, Handwerksbetrieb
Feste Arbeitszeiten
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Kfz-Mechatroniker bzw. Kfz-Mechatronikerin kannst du mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden, die meisten Ausbilder erwarten aber mindestens den Hauptschulabschluss oder sogar einen mittleren Schulabschluss. Und 8% der Ausbilder finden es nicht so wichtig, welchen Abschluss du hast.

Ein Großteil der Ausbildungsbetriebe legt Wert auf gute Mathe-Noten. Auch Deutsch ist vielen Arbeitgebern wichtig, aber nur 22% finden, dass du für diesen Beruf gute Englischkenntnisse haben musst. Falls du in Mathe und Deutsch nur mäßig gute Noten hast, kannst du dich natürlich trotzdem um eine Ausbildungsstelle bewerben. Wichtig ist, dass du die passenden Stärken mitbringst. Die Top-Stärke, die sich Ausbilder von angehenden Kfz-Mechatronikern wünschen, ist handwerkliches Geschick. Daneben solltest du genau und sorgfältig arbeiten können und offen dafür sein, Neues zu lernen und dein Wissen ständig zu erweitern.

Der Kfz-Mechatroniker ist ein handwerklich-technischer Beruf, in dem du in den meisten Fällen in einer Werkstatt oder einer Fertigungshalle tätig bist. Besonders typisch für diesen Beruf sind feste Arbeitszeiten, Dienstreisen kommen nur in seltenen Fällen vor.

Aber Kfz-Mechatroniker ist nicht gleich Kfz-Mechatroniker. Dein Arbeitsbereich kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einem kleinen Handwerksbetrieb arbeitest du in einem kleinen Team und bearbeitest vor allem Kundenwünsche. Bei einem Autohersteller bist du dagegen in der Produktion und vor allem in großen Fertigungshallen tätig. Und so weiter. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Motorraum" © Minerva Studio / Fotolia