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Steinmetz und Steinbildhauer / Steinmetzin und Steinbildhauerin
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Steinmetz und Steinbildhauer
Ausbildungsgehalt 951 – 1.201 € brutto pro Monat
Ausbildungsdauer 3 Jahre
Ausbildungsart duale Ausbildung
Empfohlener Abschluss i. d. R. Mittlere Reife

Das Wichtigste in Kürze

  • Als Steinmetz und Steinbildhauer bearbeitest du Natur- und Kunststeine mit Handwerkzeugen sowie modernen Maschinen, wobei du dich auf Steinmetzarbeiten, Steinbildhauerarbeiten oder Denkmalpflege spezialisierst.
  • Die dreijährige Steinmetz Ausbildung findet im Wechsel zwischen Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgängen statt.
  • Für den Beruf als Steinmetz brauchst du vor allem handwerkliches Geschick, körperliche Fitness und räumliches Vorstellungsvermögen.

Was macht ein Steinmetz (m/w/d)?

Ein Steinmetz bearbeitet Natursteine sowie künstlich hergestellte Steine, um daraus Bauteile, Grabmäler oder kunstvolle Skulpturen anzufertigen. In diesem vielseitigen Handwerksberuf wählst du zwischen den drei Schwerpunkten Steinmetzarbeiten, Steinbildhauerarbeiten und Denkmalpflege. Wenn du dich für die Steinmetzarbeiten entscheidest, fertigst du vor allem praktische Bauelemente wie Treppen, Bodenplatten, Fensterbänke oder Fassadenverkleidungen an. In der Fachrichtung Steinbildhauerarbeiten steht hingegen die künstlerische Gestaltung im Fokus, bei der du Reliefs, Plastiken und individuelle Ornamente erschaffst. Im Schwerpunkt Denkmalpflege reinigst, konservierst und restaurierst du beschädigte Natursteine an historischen Kirchen, Schlössern oder alten Denkmälern.

Bei allen Fachrichtungen im Beruf Steinmetz und Steinbildhauer sägst, schleifst und polierst du rohe Steinblöcke mit modernen Maschinen oder klassisch von Hand mit Hammer und Meißel. Zusätzlich restaurierst du historische Bauwerke sowie alte Denkmäler und berätst Kunden bei ihren individuellen Wünschen.

Wo kann ich als Steinmetz und Steinbildhauer arbeiten?

Als Steinmetz arbeitest du hauptsächlich in handwerklichen Steinmetzbetrieben, in Kunststeinwerken oder in speziellen Restaurierungswerkstätten. Darüber hinaus bieten dir auch Betriebe der Natursteinindustrie, Friedhofsgärtnereien mit eigener Grabmalabteilung sowie städtische Bauhöfe spannende Jobmöglichkeiten.

Steinmetz und Steinbildhauer in Werkstatt

Ein großer Teil deiner täglichen Arbeit findet direkt in der Werkhalle statt, wo du an Werkbänken und computergesteuerten Sägeanlagen stehst. Sobald die Werkstücke fertiggestellt sind, fährst du zu wechselnden Einsatzorten im Freien, um deine Arbeiten fachgerecht zu montieren. Das können Rohbauten für neue Wohngebäude, öffentliche Plätze, alte Kirchen oder Friedhöfe sein. Durch diesen ständigen Wechsel zwischen der festen Werkstatt und den verschiedenen Baustellen vor Ort bleibt dein Arbeitsalltag zu jeder Zeit abwechslungsreich.

Arbeitszeiten als Steinmetzin und Steinbildhauerin

Als Steinmetzin hast du in der Regel geregelte Arbeitszeiten von Montag bis Freitag in einer klassischen 40-Stunden-Woche. Dein Arbeitstag im Handwerksbetrieb startet meistens früh am Morgen gegen 7:00 Uhr und endet am späten Nachmittag gegen 16:00 Uhr. Dadurch hast du abends sowie an den Wochenenden fast immer frei und kannst deine Freizeit gut planen. Schichtdienst oder Nachtarbeit kommen in diesem Berufsfeld im normalen Handwerksalltag so gut wie gar nicht vor. Lediglich in den warmen Sommermonaten kann es auf Baustellen vorkommen, dass du wegen knapper Fristen ein paar Überstunden sammelst. Diese zusätzliche Arbeitszeit gleichst du in den ruhigeren Wintermonaten, wenn starker Frost manche Außenarbeiten verhindert, durch Freizeit wieder aus.

Wie viel verdient ein Steinmetz?

Ein ausgelernter Steinmetz und Steinbildhauer verdient im Durchschnitt beim Berufseinstieg zwischen 2.800 Euro und 3.400 Euro brutto im Monat. Wie hoch dein Lohn genau ausfällt, hängt stark von deinem Bundesland, der Größe deines Betriebs und einer möglichen Tarifbindung ab. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt dein Gehalt im Laufe der Jahre Schritt für Schritt weiter an. Wenn du dich auf gefragte Fachgebiete wie die historische Denkmalpflege spezialisierst oder die Leitung einer Werkstatt übernimmst, klettert das Steinmetz Gehalt sogar über 4.000 Euro brutto im Monat. Auch ein eigener Betrieb bietet dir später sehr gute Verdienstchancen.

Wie viel verdient man als Steinmetz und Steinbildhauer in der Ausbildung?

In der Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer im Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk, kannst du mit folgender Ausbildungsvergütung rechnen:

  • im 1. Ausbildungsjahr: 951 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 1.051 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 1.201 Euro

Wenn dein Ausbildungsbetrieb an den Tarifvertrag des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks gebunden ist, steigt deine Vergütung mit jedem Jahr fest an. Betriebe ohne Tarifbindung orientieren sich meistens ebenfalls an diesen Werten und müssen dir in jedem Fall die gesetzlich festgelegte Mindestausbildungsvergütung zahlen.

Mehr Infos zum Gehalt in der Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer findest du auf unserer Gehaltsseite.

Wie läuft die Ausbildung als Steinmetz ab?

Bei der Ausbildung zum Steinmetz und Steinbildhauer handelt es sich um eine 3-jährige duale Ausbildung im Handwerk. Das heißt, sie findet im Wechsel zwischen deinem Ausbildungsbetrieb und der Berufsschule statt. Die Steinmetz Ausbildung wird in 3 verschiedenen Fachrichtungen angeboten:

  • Steinmetz und Steinbildhauer – Denkmalpflege
  • Steinmetz und Steinbildhauer – Steinbildhauerarbeiten
  • Steinmetz und Steinbildhauer – Steinmetzarbeiten

Im Handwerksbetrieb lernst du von erfahrenen Gesellen und Meistern die praktische Arbeit direkt am Werkstück kennen. Den theoretischen Hintergrund eignest du dir im Blockunterricht an der Berufsschule an, die manchmal auch weiter entfernt liegt und mit einer Unterbringung im Internat verbunden ist. Ergänzend dazu nimmst du während deiner Lehrzeit an insgesamt 14 Wochen überbetrieblicher Lehrunterweisung teil. In diesen speziellen Praxiskursen trainierst du besondere Arbeitstechniken, die kleinere Werkstätten im Alltag oft nicht abdecken können.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres legst du eine Zwischenprüfung ab und am Ende deiner Ausbildung dann eine Gesellenprüfung. Diese besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Nach Bestehen deiner schriftlichen und praktischen Prüfung darfst du dich Steinmetz und Steinbildhauer nennen.

Was sind die Ausbildungsinhalte als Steinmetz und Steinbildhauer?

In der Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer lernst du, wie du unterschiedliche Gesteinsarten unterscheidest, bearbeitest und sicher verbaust. Schon zu Beginn deiner Lehrzeit machst du dich mit traditionellen Handwerkzeugen und computergesteuerten Maschinen vertraut, um Rohblöcke exakt zuzuschneiden. Zu den wichtigsten Lernfeldern in der Berufsschule und im Betrieb gehören folgende Themen:

  • Auswahl und Prüfung von Natursteinen sowie künstlichen Steinen
  • Anfertigen von technischen Zeichnungen, Skizzen und Schablonen
  • Spalten, Behauen, Schleifen und Polieren von Steinoberflächen
  • Einmeißeln und Vergolden von Schriften sowie Ornamenten
  • Verlegen von Bodenplatten und Versetzen von Treppen oder Grabmalen
  • Konservieren, Reinigen und Restaurieren von historischen Bauteilen

In der Berufsschule hast du auch allgemeinbildende Fächer, zum Beispiel Deutsch, Wirtschaft und Sozialkunde. Darüber hinaus erfährst du alles über den richtigen Arbeitsschutz und das sichere Aufstellen von Gerüsten. Je nach Schwerpunkt vertiefst du im letzten Jahr entweder den modernen Bauteileinbau oder das freie Modellieren von Kunstwerken aus Gips, Ton und Stein.

Wie lange dauert die Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer?

Die Steinmetz Ausbildung dauert regulär drei Jahre. In den ersten beiden Ausbildungsjahren durchläufst du eine gemeinsame Grundausbildung, in der alle Azubis dieselben handwerklichen Basiskenntnisse erlernen. Erst im dritten Lehrjahr vertiefst du dein Wissen in deiner gewählten Fachrichtung Denkmalpflege, Steinmetzarbeiten oder Steinbildhauerarbeiten. Wenn du bereits einen höheren Schulabschluss wie die Mittlere Reife oder das Abitur mitbringst, kannst du die Ausbildungsdauer in Absprache mit deinem Betrieb verkürzen. Auch bei besonders guten Leistungen in der Berufsschule und im Betrieb ist eine Ausbildungsverkürzung um ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr möglich. Dazu stellst du gemeinsam mit deinem Ausbilder einen Antrag bei der zuständigen Handwerkskammer.

Voraussetzungen für die Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer

Für die Steinmetz Ausbildung ist rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, sodass du dich mit jedem Abschluss bewerben kannst. In der Praxis stellen die meisten Handwerksbetriebe jedoch bevorzugt Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife ein. Gute Noten in Fächern wie Mathematik, Kunst sowie Werken und Technik sind besonders von Vorteil. Kenntnisse im Bereich Mathematik helfen dir dabei, Flächen, nötiges Material oder auch Kosten zu berechnen. Bist du künstlerisch begabt, hilft dir das dabei, gestalterische Arbeiten gemäß den Kundenwünschen auszuführen. Bringst du Fähigkeiten aus dem Fach Werken und Technik mit, erleichtert dir dies das Anfertigen von Zeichnungen und Skizzen. Nicht zuletzt sollten Steinmetze eine gute körperliche Fitness besitzen.

Viel wichtiger als perfekte Schulnoten sind aber deine praktischen Talente und deine persönliche Motivation für das traditionsreiche Handwerk. Da du täglich mit schweren Steinplatten und lauten Werkzeugen hantierst, solltest du körperlich fit und belastbar sein und keine Stauballergien haben. Zudem brauchst du handwerkliches Geschick, ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und ein sicheres Auge für symmetrische Formen.

Schulfächer
  • Mathematik
  • Kunst
  • Werken/Technik
Stärken
  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Handwerkliches Geschick
  • Technisches Verständnis
Arbeitsbedingungen
  • Umfeld: Werkstatt, Werkhalle
  • Witterungsbedingungen, Lärm, Staub
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Weiterbildung und Karrierechancen als Steinmetzin

Nach deiner Ausbildung zur Steinmetzin und Steinbildhauerin stehen dir viele Wege offen. Eine gute Möglichkeit, um deine Karriere noch etwas anzukurbeln, sind beispielsweise verschiedene Weiterbildungen. Wir unterscheiden dabei folgende Formen:

  • Anpassungsfortbildung,
  • Aufstiegsfortbildung &
  • Studium

Nach deiner erfolgreichen Ausbildung als Steinmetzin und Steinbildhauerin stehen dir zahlreiche Wege offen, um beruflich aufzusteigen und dein Fachwissen zu erweitern. Anpassungsfortbildungen helfen dir dabei, dein Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Als Steinmetz kannst du neue Entwicklungen in Bereichen wie Natur- und Kunststeinverarbeitung, Schriftgestaltung oder Restaurierung kennenlernen.

Der klassische Karriereschritt im Handwerk ist die Weiterbildung zum Steinmetz- und Steinbildhauermeister, mit der du einen eigenen Betrieb gründen und selbst Lehrlinge ausbilden darfst. Wenn du dich stärker für planerische und organisatorische Aufgaben interessierst, kannst du dich innerhalb von zwei Jahren zum staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Steintechnik weiterbilden lassen. Für kreative Köpfe mit einer Vorliebe für historische Bauwerke bietet sich zudem die Zusatzqualifikation zum Restaurator im Handwerk an.

Besitzt du Abitur oder einen Meisterbrief, ist auch ein anschließendes Studium in Fächern wie Bildhauerei, Architektur oder Konservierung und Restaurierung jederzeit möglich.

Fazit: Vielfältige Chancen als Steinmetz und Steinbildhauer

Die Ausbildung als Steinmetz und Steinbildhauer bietet dir die perfekte Mischung aus traditioneller Handwerkskunst und moderner Technik. Du arbeitest mit einem jahrtausendealten Naturmaterial und erschaffst bleibende Werke, die über viele Generationen hinweg im öffentlichen Raum oder auf Gebäuden sichtbar bleiben. Ob beim Bau moderner Natursteintreppen, beim feinen Meißeln von kunstvollen Figuren oder bei der Rettung historischer Kirchenfassaden – dein handwerkliches Können ist überall gefragt. Da qualifizierte Fachkräfte für die Sanierung alter Bausubstanz und für individuelle Steinmetzarbeiten dringend gesucht werden, hast du nach deinem Abschluss hervorragende Zukunftsaussichten. Wenn du körperlich gerne anpackst, kreativ bist und ein krisensicheres Handwerk suchst, ist dieser Ausbildungsberuf genau die richtige Wahl für deinen Karrierestart.

Noch Fragen? Wirf einen Blick in unser FAQ

Der Arbeitsmarkt für Steinmetze ist in Deutschland stabil und bietet dir solide Jobchancen. Du findest Stellen in Werkstätten, auf Baustellen, in Restaurierung und im Grabmalbereich. Viele Betriebe suchen Nachwuchs im Handwerk, vor allem nach einer abgeschlossenen Ausbildung. Als Steinmetz und Steinbildhauer kannst du dich später auch zum Meister oder Techniker weiterbilden und so deine Karrierechancen erhöhen.

Ja, der Beruf Steinmetz ist auch für Quereinsteiger möglich, wenn sie motiviert sind. Oft startest du über eine Umschulung, ein Praktikum oder als Helfer im Handwerk und machst dann die reguläre Ausbildung. Vorkenntnisse aus Bau, Metall oder Gestaltung sind hilfreich. Als Steinmetz und Steinbildhauer brauchst du vor allem Lernbereitschaft, handwerkliches Geschick und Freude an körperlicher Arbeit.

Als Steinmetz und Steinbildhauer solltest du vor allem handwerkliches Geschick, Konzentrationsfähigkeit und ein gutes Auge für Formen mitbringen. Du arbeitest viel mit Naturstein, Werkzeugen und Maschinen, daher sind Sorgfalt und Sicherheitsbewusstsein wichtig. Körperliche Fitness hilft dir bei schwerer Arbeit. Als Steinmetz und Steinbildhauer brauchst du außerdem Teamfähigkeit, Grundkenntnisse in Mathe und technisches Verständnis, zum Beispiel für Zeichnungen und Maßangaben.

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