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Ratgeber Duales Studium » Duales Studium Ingenieurwesen

Duales Studium Ingenieurwesen

„Dem Ingeniör ist nichts zu schwör.“ Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen beginnt, muss nicht gleich Erfinder wie Daniel Düsentrieb aus Entenhausen werden wollen. Denn das Tätigkeitsfeld der Ingenieure ist sehr vielfältig. Sie entwickeln, planen, konstruieren, beraten und bauen Maschinen, Autos, Flugzeuge, Brücken, Kraftwerke, Städte …

Hightech und Zukunftstechnologie brauchen kreative Ingenieurskunst. Das Elektroauto z.B. erfordert ein breites Spektrum an intelligenten Lösungen für den Karosseriebau, die Energieversorgung im Auto oder die Infrastruktur eines Batterieauflade-Netzes.

Daten & Infos

  • Duale Studiengänge Ingenieurwesen*: 594
  • Anzahl der Studierenden*: ca. 17.000
  • Anbietende Unternehmen*: ca. 10.800
  • Branchenspektrum: Das Angebot für ein Duales Studium Ingenieurwesen erstreckt sich wegen der vielfältigen Tätigkeitsfelder von Ingenieuren über nahezu alle Branchen wie z.B. die Bauwirtschaft, die Elektroindustrie, den Maschinen- und Anlagenbau oder die Unterhaltungsindustrie.
  • Beschäftigungsmöglichkeiten: Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen absolviert, findet Anstellung in der Industrie und in mittelständischen Unternehmen, in der Bauwirtschaft, in der Elektro-, Kommunikations- und Nachrichtenbranche, in den Behörden, im Dienstleistungssektor, in der IT-Branche usw. Ebenso – auch als Freiberufler – im Consultingbereich und in Ingenieur- und Planungsbüros.
  • Kombinationsmöglichkeiten: Ein ausbildungsintegrierendes Duales Studium Ingenieurwesen wird überwiegend mit technischen Ausbildungsberufen und mit Ausbildungsberufen der IT & Elektrotechnik kombiniert. Daneben existieren auch praxisintegrierende Studiengänge.

*Quelle: Eigene Datenauswertung, Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Datenbank AusbildungPlus, Stand: Juni 2017

Studieninhalte & Schwerpunkte

Die Technikwelt ist differenziert, daher gibt es auch kein allgemeines Ingenieur-Studium. Es gibt die großen Bereiche wie Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieur- und Wirtschaftsingenieurwesen. Die komplexer werdende Technik erfordert immer breiter gefächerte Spezialisierungen. Ein Duales Studium Ingenieurwesen ist deshalb von Beginn an in Fachrichtungen und in zahlreiche Spezialgebiete gegliedert.

  • Die Studienschwerpunkte, die von den jeweiligen Universitäten, Hochschulen oder Berufsakademien angeboten werden, sind eng mit den kooperierenden Ausbildungs- bzw. Praktikumsbetrieben abgestimmt. Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen beginnt, hat sich durch seinen Ausbildungs- bzw. Praktikumsvertrag schon für einen Studienschwerpunkt entschieden.
  • Neben den mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern sind daher die Lerninhalte bereits im Grundstudium unterschiedlich.
  • Die am häufigsten angebotenen Fachrichtungen sind Bauingenieurwesen, Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik

Ingenieurwesen & BWL: Wirtschaftsingenieurwesen

Es sind gängige Klischees: Ingenieure schimpfen über die Zahlenfüchse aus der BWL, die ständig niedrigere Kosten einfordern und angeblich jede technische Neuerung im Keim ersticken. Die Kaufleute meckern über die technikverliebten Ingenieure, die jeden Tag das Rad neu erfinden wollen und dabei die Bedürfnisse der Kunden vergessen.

Um diese beiden „Welten“ – Ingenieure und Kaufleute – zusammenzubringen, gibt es die Wirtschaftsingenieure. Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen BWL und Technik und sollen die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von hochwertigen Produkten mit einer betriebswirtschaftlich vernünftigen Kalkulation verbinden.

Beschäftigungsmöglichkeiten nach dem Studium

Wer ein Duales Studium Ingenieurwesen absolviert, hat ein vielseitiges und breites Feld an Beschäftigungsmöglichkeiten. Damit – und auch wegen des bestehenden Ingenieurmangels – sind die Zukunftsaussichten vielversprechend.

Tätigkeitsgebiete sind z.B.:

  • Marketing/Vertrieb:
    Produktmanager „begleiten“ ihre Produkte über den gesamten Produktlebenszyklus und sind verantwortlich für den Erfolg der Produkte. Vertriebsingenieure akquirieren Kunden und übernehmen die technische und kaufmännische Beratung und Betreuung.
  • Produktion:
    Fertigungsmaschinen und Anlagen sind in Betrieb zu nehmen. Wartungspläne sind auszuarbeiten, um kostspielige Fertigungsstillstände zu vermeiden. Die Produktion ist zu koordinieren und zu steuern. Der gesamte Fertigungsprozess muss betreut und ständig optimiert werden.
  • Entwicklung:
    In den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen und Institute sind die Spezialisten besonders gefragt. Am Beispiel „Auto“ lässt sich das erklären. Es gibt keinen „Auto-Ingenieur“, sondern hier sind die unterschiedlichsten Fachleute tätig: z.B. für den Motor, das Getriebe, den Antrieb, die Kupplung, die zahlreichen Elektronikbestandteile, die Elektrik, den Karosseriebau.
  • Projektmanagement:
    Ein Projekt-Ingenieur betreut und koordiniert ein Projekt von der Kundenanfrage bis zur Übergabe. Er erstellt technische Dokumentationen, arbeitet mit Kunden, Vertrieb und Lieferanten zusammen, wirkt in interdisziplinären Teams mit, übernimmt die Termin- und Kostenkontrolle.

Vorreiter des Ingenieurwesen – Leonardo da Vinci

Was schuf Leonardo da Vinci?

a) Mona Lisa b) Fallschirm c) Automobil d) Das letzte Abendmahl e) Roboter

Lösung:Jede Antwort ist richtig

Seiner Zeit voraus

Der Florentiner Leonardo da Vinci gilt als absolutes Universalgenie. Er war unter anderem Maler, Erfinder, Anatom, Ingenieur, Mechaniker, Architekt und in seinem Schaffen seinen Zeitgenossen der Renaissance um Jahrzehnte wenn nicht gar Jahrhunderte voraus. Einige Gedanken da Vincis waren gar so revolutionär, dass weder seine Mitmenschen noch spätere Generationen sie fassen konnten. Das galt besonders für den technischen Sektor.

Das Forschen im Blut

Da Vinci begeisterte seine Gönner vor allem mit künstlerischen (Mona Lisa, Das letzte Abendmahl, Madonna in der Felsengrotte etc.) und architektonischen Ideen (Baupläne von Kirchen, Festungen etc.). Dieses Engagement bescherte ihm Geld und allgemeine Anerkennung. Doch das genügte ihm nicht.

Da Vinci wollte forschen und seine Umwelt begreifen. Er beobachtete und untersuchte die Natur, fand Zusammenhänge und zog Rückschlüsse. Auf Basis dieser Studien generierte er innovative Ideen, die er in seinen Notizblöcken festhielt. So entstand eine Vielzahl von Entwürfen für Maschinen, Ausrüstungen und Waffen, zu deren Realisierung es aber nie kam, da entweder das Verständnis seiner Mitmenschen, die nötige Zeit oder die notwendigen Materialen und Techniken fehlten.

Daher hinterließ Leonardo da Vinci mit seinem Tod ca. 6.000 skizzierte Blätter, die bald darauf in Bibliotheken und privaten Besitztümern verschwanden.

Seit geraumer Zeit stehen jene Aufzeichnungen der Wissenschaft wieder zur Verfügung. Da Vincis Ideen wurden gesichtet, analysiert und verstanden. Einige Entwürfe wurden sogar nachgebaut wie die Statue „Reiterstandbild Francesco Sforza“, der Flugdrachen oder der Taucheranzug.

Nunmehr bleibt eine Erkenntnis zurück: Hätte Leonardo da Vinci damals die Möglichkeit besessen nur einige seiner Erfindungen zu realisieren, die Geschichte der Technik wäre wohl ganz anders verlaufen…

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Da Vinci schrieb Kommentare und Anmerkungen zu seinen Notizen stets in Spiegelschrift. Warum er das tat, konnte bis heute nicht geklärt werden. Einige Wissenschaftler vermuten aber, dass dies ein Trick war, um seine Erkenntnisse & Ideen zu schützen. Einen rechtlichen Schutz wie das heutige Patentrecht gab es damals nämlich nicht.

Ein Hubschrauber im 15. Jahrhundert?

Ein außerordentliches Verständnis besaß Leonardo da Vinci auf dem Gebiet der Mechanik. Mit vielen seiner Konstruktionen legte er den Grundstein für zahlreiche mechanische Elemente, die sogar heute noch in modernen Geräten zu finden sind. Er konstruierte zum Beispiel nahezu alle Elemente, die noch in den heutigen Autos vorkommen: u.a. Kugellager, Kurbelwelle, Antrieb, Kolben, Scheinwerfer oder auch Kilometer-Zähler. Zudem entwickelte da Vinci eine Art Spielzeugauto, welches man nur aufziehen brauchte, damit es von alleine losfuhr.

Der Luftraum übte auf da Vinci eine unglaubliche Faszination aus, sodass er sich mit dieser Materie beschäftigten wollte. Heraus kamen dabei u.a. die Luftschraube (Vorläufer des modernen Helikopters), der Flugdrachen und der Gleiter. Die Flugobjekte wurden bereits allesamt nachgebaut. Eine Erkenntnis: Der Flugdrachen und der Gleiter funktionieren tatsächlich, die Luftschraube benötigte nur noch einen Antrieb, der erst Jahrhunderte später erfunden wurde!

Ebenso setze sich Leonardo da Vinci mit dem Element Wasser auseinander. Eine Vielzahl von genialen Konzeptionen erfolgte. Es entstanden hydraulische Maschinen wie das Schöpfrad sowie eine mit Wasserkraft arbeitende Pumpe. Gar revolutionäre Erfindungen wie der Taucheranzug mit Atemgerät (er funktioniert tatsächlich!), Rettungsringe, Schwimmflossen oder ein Unterseeboot erdachte er sich.

Fallschirm

Da Vinci war sich sicher: Besitzt man einen 11 Ellen* langen, 11 Ellen breiten sowie 11 Ellen hohen Tuchsack, kann aus jeder Höhe mit diesem Fallschirm gesprungen werden. Ein Fallschirmspringer bewies das. Mit einem originalgetreuen Nachbau sprang er aus einem Heißluftballon aus 3000 Meter Höhe und landete unversehrt am Boden. *11 Ellen entspricht etwa 7 Meter

Da Vinci ebnete den Weg zum heutigen Ingenieurwesen

Leonardo da Vinci führte nicht nur Kunst und Technik erstmalig in Perfektion zusammen, er demonstrierte auch, wie eng beides miteinander verbunden ist. Diese moderne Ansicht eröffnete den Weg in die Neuzeit und veränderte damit auch das Verständnis für das Ingenieurwesen. Vor da Vincis Schaffen setzte sich der Berufsstand des Ingenieurs aus kompetenten Handwerkern zusammen. Nun vereinten den Beruf des Ingenieurs handwerkliches Können, Geschick, Kreativität, Spieltrieb, Mechanik und Technik. Leonardo da Vinci war seiner Zeit weit, weit voraus.

Ritter-Roboter

Leonardo schuf damals schon einen funktionstüchtigen Roboter. Es handelte sich um einen künstlichen Ritter, der Arme, Beine, Mund & Kopf automatisch bewegen konnte. Außerdem war der Ritter in der Lage völlig frei auf einem dreirädrigen Wagen durch die Räumlichkeiten zu fahren. Ermöglicht wurde dies durch ein ausgeklügeltes mechanisches System, indem alle Elemente auf komplizierte Weise ineinander griffen.

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Bildnachweis: „Technische Zeichnung Ingenieurwesen" © Design Praxis / Fotolia