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Industriemechaniker - Ausbildung und Beruf

Ein Beruf, der unseren Alltag erst möglich macht – auch wenn wir davon wenig mitbekommen. Der Industriemechaniker fertigt Industriemaschinen, die unsere Autos, Smartphones, Kleidung, Schulhefte und noch vieles mehr herstellen. Weil die Maschinen aber nie ganz alleine zurechtkommen, kümmert sich der Industriemechaniker auch um die Bedienung, Wartung und Instandhaltung der Maschinen.

Was macht ein Industriemechaniker?

Ein Industriemechaniker...

  • dreht, fräst und feilt,
  • baut Maschinenteile,
  • überwacht technische Anlagen
  • und führt Reparaturen durch.

Der Alltag eines Industriemechanikers ist dadurch vielseitig und abwechslungsreich.

Im Detail: Industriemechaniker packen schon während der Ausbildung ordentlich mit an. Als Auszubildender bist du von Anfang an daran beteiligt, große Industriemaschinen anzufertigen und zu bedienen. Dein Ausbilder zeigt dir, wie du richtig drehst, fräst und feilst, um am Ende genau das Bauteil in den Händen zu halten, das der Maschine noch fehlt. Dabei kommt es oft auf tausendstel Millimeter an.Hier ist also Präzision gefragt.

Neben der Fertigung gehört auch die Montage zu den Aufgaben eines Industriemechanikers. Wo fange ich an? Was muss ich alles berücksichtigen, um möglichst einfach eine Industriemaschine aufzubauen?

Im späteren Berufsalltag geht es neben deiner eigenen Arbeitszeit und Gesundheit natürlich auch ums Geld. Und zwar um gar nicht wenig! Ausgebildete Industriemechaniker arbeiten an Maschinen die Tausende oder sogar Millionen Euro wert sind. Wenn diese Industrieanlange stillstehen fallen für den Betrieb horrende Kosten an. Präzise und sorgfältige Arbeit gehört für Industriemechaniker deshalb zu ihren Grundsätzen.

Aber keine Angst! Du stehst mit den Maschinen schließlich nicht alleine da. Deine Ausbilder zeigen dir Schritt für Schritt was du beachten musst und wie du am besten vorgehst. Außerdem fängst du nicht an Tag 1 mit den aufwändigsten und teuersten Maschinen an – du arbeitest dich langsam durch die Werkshalle bis du alle kennengelernt hast.

Gefahr in Verzug!

Trotzdem ist in der Ausbildung zum Industriemechaniker und auch später im Beruf Vorsicht geboten. Du arbeitest teilweise mit gefährlichen Werkzeugen, hohen Temperaturen und Maschinen mit sehr viel Kraft. Selbstverständlich gibt es auch dafür detaillierte Einweisungen. Bevor du zum Beispiel alleine schweißen darfst, wird dein Ausbilder dir alle notwendigen Vorkehrungen und Arbeitsschritte zeigen und dich anleiten. Außerdem wirst du mit der notwendigen Schutzkleidung ausgestattet, sodass du dich nicht in Gefahr bringst.

Warum also, solltest du Industriemechaniker werden?

Warum sich Industriemechaniker diesen Risiken in ihrem Arbeitsalltag trotzdem aussetzen? Ganz einfach: Du siehst Tag täglich vor dir, was du geschaffen hast. Es geht nicht um abstrakte Zahlen oder Auswirkungen, die in einigen Jahren Wirkung haben, sondern um konkrete Bauteile oder ganze Maschinen. Außerdem wird es nie langweilig. Industriemechaniker, die in der Instandhaltung eingesetzt werden, stehen zum Beispiel regelmäßig vor neuen Herausforderungen: Eine Maschine steht still – das bedeutet hohe Kosten für den Betrieb! - aber wo liegt der Fehler? Als Industriemechaniker erlebst du den gesamten Prozess vom ersten Einzelteil bis zur Fertigstellung mit und bist verantwortlich, dass die Mechanik und die programmierten Schritte reibungslos ablaufen.

Insgesamt handelt es sich beim Beruf des Industriemechanikers um ein sehr breites Aufgabenspektrum. Hast du beispielsweise nach einigen Jahren keine Lust mehr auf immer dieselben Maschinen und Abläufe, kannst du in eine andere Branche wechseln und dort als Industriemechaniker arbeiten. Schließlich wird so ziemlich alles mithilfe von Industriemaschinen hergestellt. Ein Beispiel sind die Leuchten der Münchner Allianzarena. Eine Maschine musste haargenau eingestellt werden, sodass die einzelnen Leuchten passgenau für das Fußballstadion angefertigt werden konnten. Neben Leuchten müssen aber auch Laptops oder Motorräder produziert werden. So steht einem immer etwas Neues offen.

Art der Ausbildung

duale Ausbildung

Dauer der Ausbildung

3,5 Jahre, Verkürzung möglich

Ausbildungsvergütung

1. Ausbildungsjahr: 926€

Wie läuft die Ausbildung zum Industriemechaniker ab?

Die Ausbildung zum Industriemechaniker...

  • ist eine duale Ausbildung (Werkshalle/Berufsschule),
  • bietet 4 Spezialisierungsmöglichkeiten
  • und dauert ohne Verkürzung 3,5 Jahre.

Die Inhalte der Ausbildung unterscheiden sich bei unterschiedlichen Lehrbetrieben nur minimal.

Du willst es genauer wissen? Bei der Ausbildung zum Industriemechaniker handelt es sich um einen Monoberuf. Das bedeutet es gibt keine Fachrichtungen, auf die du dich spezialisieren kannst wie beispielsweise Elektroniker für Automatisierungstechnik. Stattdessen gibt es aber 4 verschiedene Spezialisierungen, nämlich Feingerätebau, Maschinen- und Anlagenbau, Produktionstechnik und Instandhaltung.

Im Klartext: Alle Auszubildenden haben die gleiche Grundausbildung und kennen alle 4 Spezialisierungen. Wenn dein zukünftiger Arbeitgeber eine Ausbildungsstelle zum Industriemechaniker – Feingeräte ausschreibt, bedeutet das, dass du diesen Bereich intensiver erlernen wirst und wahrscheinlich nach der Ausbildung auch mit Feingeräten arbeiten wirst.

Generell zählt die Ausbildung zum Industriekaufmann zu den anerkannten Dualen Ausbildungsberufen. Du wirst deshalb abwechselnd die Berufsschule besuchen und in der Werks- bzw. Produktionshalle die praktischen Arbeitsschritte lernen. Dieses Zusammenspiel ist gerade beim Industriemechaniker sehr sinnvoll und wichtig, weil du in der Schule z.B. erlernst, wie unterschiedliche Metalle beschaffen sind. Je nachdem mit welchem Stahl oder Rohmaterial du arbeitest, kannst du Arbeitsschritte im Betrieb unterschiedlich ausführen.

Im Laufe deiner Ausbildung zum Industriemechaniker musst du verschiedene Prüfungen ablegen. Dazu zählt einerseits die Zwischenprüfung, die du im 2. Ausbildungsjahr ablegen musst. Nach der Ausbildungszeit kommt die Abschlussprüfung auf dich zu. In 3 schriftlichen und 1 praktischen Prüfung beweist du dabei dein Können und darfst dich anschließend staatlich anerkannter Industriemechaniker nennen. Zudem führst du laufend ein Berichtsheft, indem du dokumentierst welche Aufgaben du in der Ausbildung übernommen hast. Dies gilt als dein Ausbildungsnachweis.

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen

Umfeld: Werkstatt, Fertigungshalle, Handwerksbetrieb
Feste Arbeitszeiten
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Wer kann Industriemechaniker werden?

Die Voraussetzungen sind: 

  • Mindestens Hauptschulabschluss
  • Gutes Sehvermögen, kein Allergien gegen Metalle
  • Technisches Verständnis
  • Fingerspitzengefühl

Am wichtigsten ist jedoch dein Interesse an der Ausbildung und dem Beruf!

Ausbildungsstellen zum Industriemechaniker werden häufig für Schulabgänger mit Realschulabschluss, also mittlerer Reife ausgeschrieben. Allerdings haben Bewerber mit Hauptschulabschluss auch gute Chancen wenn sie technisches Verständnis mitbringen. Falls du dir schwer tust eine Ausbildungsstelle in deinem Traumberuf zu finden, bewirb dich für ein Praktikum.

Hier kannst du einerseits in den Beruf hineinschnuppern und weitere Eindrücke sammeln. Andererseits kannst du Arbeitgebern beweisen, dass du der richtige Bewerber für eine Ausbildung als Industriemechaniker bist.

Welcher Schulabschluss wird von Arbeitgebern gewünscht?

Abitur/Fachabitur
0%
Mittlere Reife
52%
Hauptschulabschluss
40%
Beliebiger Schulabschluss
8%
Quelle: Eigene Auswertung von Stellenanzeigen auf AZUBIYO.de (Stand: Dezember 2016)

Für deine spätere Arbeit ist es wichtig, über gutes Sehvermögen zu verfügen, um keine Probleme bei kleinteiligen Aufgaben zu haben. Zudem werden nur Bewerber eingestellt, die keine Allergien gegen Metalle wie beispielsweise Nickel haben. Diese Voraussetzungen prüft ein Arzt beim Einstellungstest.

Sorgfalt und Genauigkeit sind ebenso wichtige Voraussetzungen. Es ist wichtig, dass du dir stets einen Überblick über alle notwendigen Arbeitsschritte verschaffst und dir überlegst, welche Reihenfolge dafür sinnvoll ist. Wenn nämlich ein Bauteil bei der Montage vergessen wird, kommt man später wahrscheinlich nicht mehr an die Stelle, wo es eingebaut werden muss. Dadurch verliert man viel Zeit, weil man alle übrigen Teile wieder abmontieren muss. Auch bei der Bedienung von Industriemaschinen ist jede Einstellung wichtig. Kleine Fehler sorgen für den Verlust von großen Mengen an Rohmaterialien und damit Geld.

Auch Fingerspitzengefühl ist gefragt. Schließlich hast du es häufig mit kleinsten Bauteilen zu tun und es zählt jeder Millimeter. Genaues Vermessen, Planen und Nachprüfen ist das A und O bei der Arbeit als Industriemechaniker. Denn passt ein Bauteil am Ende nicht, muss es im schlimmsten Fall neu angefertigt werden. Das kostet unnötig Rohmaterialien und Zeit. Präzision sollte also zu deinen Leidenschaften gehören.

Generell brauchst du nicht unbedingt groß und kräftig zu sein. Auch Frauenpower ist gerne gesehen. Allerdings solltest du dich darauf einstellen, dass dich in deinem späteren Berufsleben wahrscheinlich keine regelmäßigen Arbeitszeiten erwarten sondern Schichtarbeit. Außerdem bist du zumeist in Werkshallen beschäftigt. Dort gibt es kaum Fenster, es ist oft laut und riecht nach Öl. Dafür fällt natürlich auch die Vergütung höher aus. Denn die Metallbranche kann generell gute Löhne vorweisen und obendrauf gibt es noch Zulagen für Wochenend- und Nachtarbeit.

Wichtig sind gute Noten in:

57% Mathe
43% Deutsch
33% Englisch

Die 3 wichtigsten Stärken:

1
Handwerkliches Geschick
2
Sorgfalt & Genauigkeit
3
Neugierde & Lernbereitschaft

Wie sieht der Berufsalltag eines Industriemechanikers aus?

Industriemechaniker sind beschäftigt:

  • im Feingerätebau,
  • im Maschinen- und Anlagenbau,
  • in der Produktionstechnik,
  • in der Instandhaltung.

Außerdem sind verschiedene Weiterbildungen möglich.

Die Ausbildung zum Industriemechaniker qualifiziert dich speziell dafür, Bauteile für Industriemaschinen zu fertigen, diese zu montieren und die Maschinen instand zuhalten und zu warten. Je nachdem, worauf du dich in deiner Ausbildung spezialisiert hast, sind auch deine Aufgabenbereiche später unterschiedlich. Auf jeden Fall kannst du nach deiner Ausbildung noch verschiedene Wege einschlagen, um dich weiterzubilden. So kannst du dich steigern und mehr und mehr operative Aufgaben übernehmen. Vom technischen Fachwirt über den technischen Betriebswirt kannst du den Abschluss des Technikers oder sogar deinen Meister machen.

Für den Meister brauchst du bereits einschlägige Berufserfahrung und kannst deine eigenen Azubis ausbilden. Generell werden Facharbeiter in der Metallbranche gesucht. Du hast also nach deiner Ausbildung gute Chancen auf einen attraktiven Arbeitsplatz.

Ich werde ständig mit neuen technischen Problemstellungen konfrontiert, darf an Projekten mitarbeiten und meine eigenen Ideen einbringen. Darüber hinaus lerne ich von meinen Kollegen immer etwas Neues.

Zu sehen, wie und mit welchen Maschinen aus den Rohstoffen leckere und schöne Süßigkeiten von HARIBO werden, ist sehr interessant und es macht mich stolz, daran beteiligt zu sein.

- Daniel, Auszubildender zum Industriemechaniker bei Haribo

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Wenn dich der Beruf des Industriemechanikers zwar an sich interessiert, aber doch noch nicht ganz deine Vorstellungen für deinen Traumberuf trifft, informiere dich doch mal über den Mechatroniker. Die Berufsbilder sind relativ ähnlich zueinander. Allerdings unterscheiden sich die Anwendungsbereiche.

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Bildnachweis: „Mann überprüft ein industrielles Förderband" © Corepics VOF / Shutterstock.com