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Gießereimechaniker / Gießereimechanikerin
Ausbildung & Beruf

14 freie Stellen
Ausbildung Gießereimechaniker

Noch ein bisschen und dann sollten die Werkstücke erkaltet sein. Sofort bist du zur Stelle und entfernst die Formen und Kerne. Dazu öffnest oder zerschlägst du die Formen. Jetzt musst du die entstandenen Teile überprüfen. Sind Risse oder Hohlräume zu sehen? Ist alles auf den Millimeter genau? Bisher sieht alles gut aus. Jetzt gibst du deinen Gussteilen noch den letzten Schliff. Sorgfältig trennst du das Metall ab und reinigst es mithilfe von Sandstrahlen. Puh! Alles gut gegangen. Glücklich beendest du deinen Arbeitstag.

Berufsbild Gießereimechaniker / Gießereimechanikerin

Was macht ein Gießereimechaniker (m/w/d)?

Gießereimechaniker bereiten den Guss und die Legierungen von metallischen Werkstoffen vor und stellen Gussformen von Hand oder maschinell her. Sie produzieren Gussteile aus folgenden Elementen: Eisen, Stahl oder Nichteisenmetallen.

Maschinen und Anlagen bestehen aus kleineren Metallteilen. Gießereimechaniker stellen diese Teile her und sorgen dafür, dass sie haargenau zusammenpassen. Sie gießen geschmolzene Metalle wie Eisen und Stahl und Nichteisenmetalle wie Aluminium, Messing oder Kupfer in Formen. Gießereimechaniker stellen nicht nur die Formen dafür her, sie sind auf für die Gussteile zuständig.

Die Gussteile entwerfen sie meist mithilfe von sogenannter CAD- und CAM-Technik. Grund- und Hilfsstoffe, die für weitere Arbeitsschritte benötigt werden, bereiten sie auf und stellen damit unter anderem Sandformen her.

Außerdem überwachen sie automatisierte Anlagen beim Gießen von Werkstücken.

Wenn die Werkstücke abgekühlt sind, bist du als Gießereimechaniker für die Nachbehandlung zuständig. Die Formen und Kerne können entfernt, also geöffnet oder zerschlagen werden. Als Gießereimechaniker prüfst du dann das vorliegende Gussteil. Dabei achtest du unter anderem darauf, dass keine Risse, Gasblasen oder Hohlräume entstanden sind. Wichtig ist hier, dass alles auf den Millimeter korrekt ist, damit die Teile später auch zusammenpassen.

Wie sieht der Berufsalltag als Gießereimechanikerin aus?

Je nachdem auf welchen Schwerpunkt du dich spezialisiert hast, kann dein Arbeitsalltag unterschiedlich aussehen. Du übernimmst verschiedene Aufgaben in der Herstellung von Gussteilen und wendest andere Gussverfahren an. Als Gießereimechanikerin ist es auch deine Aufgabe, Arbeitsabläufe sowie Fertigungsverfahren und Parameter festzulegen.

Hast du dich für den Schwerpunkt Druck- und Kokillenguss entschieden, arbeitest du täglich mit Dauerformen. Darüber hinaus stellst du Gussteile serienweise oder als Einzelstücke her. Mit 3D-Druck oder per Hand erzeugst du die passenden Gussformen.

Im Schwerpunkt Feinguss stellst du vorwiegend Wachsmodelle und Keramikformen her. Weiter rüstest du Speise-, Kühlungs- und Entlüftungssysteme. Der Schwerpunkt Handformguss beschäftigt sich mit der Herstellung von Gussformen und Kernen von Hand.

Maschinell arbeitest du dagegen im Schwerpunkt Maschinenformguss. Du stellst die Gussformen maschinell her, setzt Kerne ein und steuerst Formanlagen sowie automatische Gießanlagen.

In deinem Alltag als Gießereimechanikerin hast du in allen Schwerpunkten mit technischen Geräten, Maschinen und Anlagen zu tun, beispielsweise arbeitest du mit Absauganlagen, Rührwerken, Misch- und Knetmaschinen oder Schleudermaschinen. Aber auch die Handarbeit ist üblich, schließlich bist du auch in der Nachbearbeitung von Gussteilen mithilfe von Sägen und Schleifgeräten tätig.

Im Berufsalltag ist es außerdem üblich, Schutzkleidung und Schutzausrüstung wie Schutzhelme, Sicherheitsschuhe und -handschuhe zu tragen. Deine Arbeit führst du dabei meist in Werkstätten oder Produktionshallen aus.

Deine Arbeit ist nicht immer einfach: Du solltest dich auf Arbeit bei Kälte, Hitze, Nässe aber auch bei Lärm, Rauch und Staub einstellen. Zudem besteht auch eine gewisse Unfallgefahr, beispielsweise bei Arbeiten mit heißem und flüssigem Metall.

Druckgussanlagen einstellen Prozess mit Kollegen besprechen Gießereimechaniker gießt Metall in Gussformen Arbeit in Werkhallen

Wo arbeitet ein Gießereimechaniker?

Nach deiner Ausbildung zur Gießereimechanikerin arbeitest du vorwiegend in der Gießerei. Beschäftigungsmöglichkeiten bieten auch Betriebe der Hütten- und Stahlindustrie, Automobil-Zulieferer mit Werksgießereien und Maschinenbau-Betriebe.

Ausbildung zum Gießereimechaniker / zur Gießereimechanikerin

Wie läuft die Ausbildung zum Gießereimechaniker ab?

Deine Ausbildung zum Gießereimechaniker bzw. zur Gießereimechanikerin läuft dual ab. Das heißt, du befindest dich während deiner Ausbildungszeit im Wechsel zwischen Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Deine Zeit in der Berufsschule findet entweder an einem oder zwei Tagen pro Woche oder als Blockunterricht statt.

Nach dem Ende deines zweiten Ausbildungsjahres findet der erste Teil deiner Abschlussprüfung statt. Danach vertiefst du die Kenntnisse der ersten 18 Monate. Darüber hinaus bedienst und überwachst du gießereitechnische Produktionsanlagen. Zusätzlich erwirbst du neue Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten in deinem gewählten Schwerpunkt.

In der Mitte des 4. Ausbildungsjahres findet nun der zweite Teil deiner Abschlussprüfung statt. Hast du diese erfolgreich abgeschlossen, ist deine Ausbildung beendet.

Art der Ausbildung:
duale Ausbildung
Art der Ausbildung: duale Ausbildung
Dauer der Ausbildung:
3,5 Jahre, Verkürzung auf 3-2,5 Jahre möglich
Dauer der Ausbildung: 3,5 Jahre, Verkürzung auf 3-2,5 Jahre möglich
Ausbildungs­vergütung:
1.040 € – 1.249 €
Ausbildungs­vergütung: 1.040 € – 1.249 €

Was lernt man in der Ausbildung zum Gießereimechaniker?

Die Ausbildung zum Gießereimechaniker/ zur Gießereimechanikerin wird in verschiedenen Fachrichtungen angeboten:

  • Handformguss
  • Feinguss
  • Kernherstellung
  • Druck und Kokillenguss
  • Maschinenformguss und
    Schmelzbetrieb

In den ersten zwei Ausbildungsjahren lernen die Azubis aller Fachrichtungen die gleichen Inhalte. Ab dem 3. Ausbildungsjahr erfolgt die Vertiefung des Wissens in der jeweiligen Fachrichtung.

Im Betrieb erwirbst du praktische Kenntnisse. Unter Anleitung transportierst und lagerst du Werkstoffe, bereitest Gießformen vor und behandelst die Oberflächen von Gussstücken. Du lernst, wie man Werkstücke manuell oder maschinell fertigt, spannt und ausrichtet. Außerdem wird dir vermittelt, wie du die Qualität der Schmelze prüfst, Gießverfahren auswählst und Vorgänge durchführst.

Weitere Kenntnisse erwirbst du während deiner Zeit in der Berufsschule. Unterrichtet wirst du in berufsspezifischen Lernfeldern. Das heißt, du lernst, beispielsweise wie man Legierung herstellt, aufbereitet und zum Gießen bereitstellt oder Gussstücke herstellt. Außerdem hast du Unterricht in allgemeinbildenden Fächern wie Deutsch oder Sozialkunde.

Gießereimechaniker: Voraussetzungen für die Ausbildung

Rein rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen für den Beruf Gießereimechanikerin. In der Vergangenheit hatte die Hälfte der Azubis den Realschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Über ein Drittel der Ausbildungsanfänger wurde mit Hauptschulabschluss, ein geringer Prozentsatz ohne Schulabschluss eingestellt.

Quelle: Datensystem Auszubildende (http://www.bibb.de/dazubi)

Für den Beruf Gießereimechanikerin sind insbesondere gute Noten in den Fächern Mathematik, Chemie, Physik und Werken von Vorteil. Mathematische Kenntnisse werden beispielsweise für das Berechnen von Schmelzmengen oder der Gießzeit benötigt. Chemie hilft dir dabei, Legierungen herzustellen. Kennst du dich mit Physik gut aus, hilft dir das dabei, das Schmerzverhalten unterschiedlicher Metalle zu verstehen. Handwerkliche Fähigkeiten erleichtern dir die Herstellung und Bearbeitung von Gussformen.

Um die Aufgaben von Gießereimechanikern zu meistern, ist Sorgfalt und Umsicht gefragt. Beim Herstellen von Gussformen solltest du mit hoher Genauigkeit arbeiten, um Gussfehler so gut wie möglich zu vermeiden. Beim Überwachen von automatischen Formanlagen ist Beobachtungsgenauigkeit und Aufmerksamkeit zudem sehr wichtig.

Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Gießereimechaniker?

Als Gießereimechanikerin bzw. Gießereimechaniker kannst du in der Ausbildung im Schnitt mit folgenden Ausbildungsvergütungen rechnen:

  • im 1. Ausbildungsjahr: 1.040 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 1.093 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 1.171 Euro
  • im 4. Ausbildungsjahr: 1.249 Euro

Du möchtest mehr über das Gießereimechanikerin Gehalt erfahren? Dann informiere dich gerne auf unserer Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

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Passt die Ausbildung zum Gießereimechaniker / zur Gießereimechanikerin zu mir?

Der Beruf Gießereimechaniker passt zu dir, wenn

  • du genau und sorgfältig arbeiten kannst
  • du handwerklich geschickt bist
  • dich lange und gut konzentrieren kannst
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  • du ungern unter Lärm und Rauch arbeitest
  • du lieber im Büro bist
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Eine Tätigkeit im Bereich Technik, Metall & Maschinenbau kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an:

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen:

  • Anpassungsfortbildung,
  • Aufstiegsfortbildung &
  • Studium.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Gießereimechaniker / zur Gießereimechanikerin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um beispielsweise neue Entwicklungen in Bereichen wie Hütten- und Gießereitechnik, Spanende Metallverformung oder Fertigungstechnik kennenzulernen.

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen. Hierfür kannst du eine Weiterbildung zum Industriemeister – Gießerei, Techniker – Gießereitechnik, Industriemeister – Hüttentechnik oder zum Industriemeister – Metall anschließen.

Als Gießereimechaniker eignet sich auch der Weg über ein Studium. Mögliche Studiengänge sind:

  • Metallurgie, Hüttenwesen
  • Werkstoffwissenschaft, -technik

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Gießereimechaniker

In der Gießerei hat sich in den letzten Jahren ein neuer Trend zum 3D-Druck etabliert. 3D-Drucke ermöglichen die Herstellung dreidimensionaler Objekte, wie beispielsweise von Gusskernen und Gussformen. Inzwischen wird die Technik bereits bei der Herstellung von Kleinserien und Ersatzteilen eingesetzt. Für die Gießerei bedeutet das: Testen von neuen Materialien und größere Freiheiten beim Design.

Auch die Digitalisierung trägt zu Veränderungen bei: Augment-Reality-Anwendungen sollen künftig dabei helfen, Wartung und Reparatur zu vereinfachen. Mobile Geräte wie Tablets oder Smartphones blenden virtuelle Informationen in das Sichtfeld der Gießereimechaniker ein und zeigen ihnen Einstellwerte oder auch spezielle Reparaturanleitungen. Außerdem kann das aufwendige Umrüsten von Maschinen optimiert werden, indem Gießereimechaniker durch virtuelle Bedienfelder Schritt für Schritt durch Rüstprozesse geleitet werden.

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