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Technischer Produktdesigner – Ausbildung & Beruf

Dass eine Jeans, ein Mantel oder eine Bluse einen eleganten Schnitt und ein tolles Muster haben – darum kümmern sich die Modedesigner. Aber auch ein Gabelstapler möchte schön aussehen – und dabei auch noch richtig funktionieren!

Was macht ein Technischer Produktdesigner?

Die Ausbildung zum Technischen Produktdesigner (früher: Technischer Zeichner) wird in 2 Fachrichtungen angeboten:
Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion
Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion

In der Fachrichtung Produktgestaltung und -konstruktion konzipieren und entwickeln Produktdesigner Datenmodelle und Produkte, die i.d.R. in 3D-Programmen am Computer erzeugt werden. Dafür wählen sie unter Berücksichtigung von Kosten, Gestaltung sowie technischen Möglichkeiten Werkstoffe, Normen und Montagetechniken aus. Ihre entstandenen Entwürfe bereiten sie auf verschiedenen Arten auf z.B. als Schnittbilder und Detail-Ausarbeitung, damit sie für unterschiedliche Absichten genutzt werden können.

In der Fachrichtung Maschinen- und Anlagenkonstruktion konzipieren Produktdesigner in 3-D-Modellen Bauteile / Baugruppen sowie Fertigungszeichnungen für Fahrzeuge, Maschinen und Anlagen. Dabei berücksichtigen sie im Konstruktionsprozess die Grundlagen der Steuerungs- und Elektrotechnik. Darauf aufbauend entscheiden sie sich für die Normteile und wählen anschließend die entsprechenden Werkstoffe aus.

Um die notwendigen Berechnungen durchführen zu können, musst du Winkel, Flächen und Volumen oder auch Beschleunigung und Reibung berechnen können. Wie das funktioniert, wird dir in deiner Ausbildung beigebracht. Zudem lernst du die unterschiedlichen Softwareprogramme kennen und erfährst, wie man die Designvorgaben umsetzt.

Technische Produktdesigner bzw. Technische Zeichner sind in der Regel in Entwicklungs- und Konstruktionsabteilungen von Industrieunternehmen angestellt. Im Konkreten bedeutet dies, dass du später z.B. bei Herstellern von Möbeln, Elektromaschinen, Computer-Hardware oder in Betrieben des Fahrzeug-, Maschinen- und Anlagenbaus arbeiten kannst.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3,5 Jahre, Verkürzung auf 3-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Technischer Produktdesigner? In deiner Ausbildung zum Technischen Produktdesigner bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Technischer Produktdesigner und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Zum Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du Teil 1 der Abschlussprüfung, die sich aus einem praktischen und einem schriftlichen Bestandteil zusammensetzt. Am Ende der Ausbildung wartet Teil 2 der Abschlussprüfung mit 2 schriftlichen und einer praktischen Prüfung auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Technischer Produktdesigner.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Technische Produktdesigner.

Das lernst du in der Ausbildung zum Technischen Produktdesigner:

  • S wie Simulation: Auf dem Papier sieht dein Entwurf für die neue Werkzeugmaschine ja sehr überzeugend aus. Aber funktioniert sie auch in der Praxis? In deiner Ausbildung lernst du, wie du das mit Hilfe von Simulationen und Tests herausfinden kannst.
  • T wie Technische Zeichnung: Auf Papier oder am PC: Als Technischer Produktdesigner erstellst du detaillierteste Zeichnungen von technischen Bauteilen und fertigen Produkten.
  • W wie Werkstoffe: Eisen, Kunststoff oder doch besser Keramik? In der Ausbildung lernst du, welche unterschiedlichen Eigenschaften Werkstoffe haben und wie du die geeigneten Werkstoffe für den jeweiligen Zweck auswählst.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Techniker für Maschinentechnik oder Technischen Fachwirt. Du könntest aber auch ein Studium an deine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner anknüpfen. Mögliche Studiengänge sind Produkt- und Industriedesign, Produktentwicklung, Maschinenbau oder Konstruktionstechnik.

Technischer Produktdesigner: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
50%
Mittlere Reife
44%
Hauptschulabschluss
4%
Kein Abschluss
2%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Werken / Technik
Mathe
Physik

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit
Gestalterische Fähigkeiten
Neugierde & Lernbereitschaft

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
flexible Zeiten, Gleitzeit
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Technischer Produktdesigner kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Die Hälfte der Azubis hat aber Abitur oder Fachabitur, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ermittelt hat. Ein großer Teil startet mit einem mittleren Abschluss in die Ausbildung und ein kleiner Prozentsatz hat den Hauptschulabschluss. Ohne Abschluss wirst du dich schwer tun, eine Ausbildungsstelle zu finden, unmöglich ist es aber nicht.

Mit guten Noten in Mathe hast du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle zum Technischen Produktdesigner. Da du in diesem Beruf mit technischem Zeichnen beschäftigt bist und dabei auch technisches Verständnis und Hintergrundwissen über Maschinen besitzen musst, begrüßen viele Ausbildungsbetriebe Kenntnisse in Werken und Technik. Und mit einem guten Schnitt in Physik kannst du hier ebenfalls punkten. Wenn du in diesen Fächern nicht ganz so gut abschneidest, solltest du es trotzdem mit einer Bewerbung versuchen, vor allem, wenn du die passenden Stärken mitbringst. Angehende Technische Produktdesigner sollten kreativ sein und gestalterische Fähigkeiten haben sowie über eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise verfügen. Daneben solltest du Eigeninitiative und Entscheidungsfreude aufzeigen.

In diesem technischen Beruf bist du typischerweise in einem Büro tätig. In der Regel hast du als Technischer Produktdesigner flexible Arbeitszeiten und Dienstreisen kommen nur in Ausnahmefällen vor.

Aber Technischer Produktdesigner ist nicht gleich Technischer Produktdesigner. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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