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Industriekeramiker für Modelltechnik – Ausbildung & Beruf

Bevor Teller, Vasen und Fliesen in Geschäften oder bei uns zu Hause landen, ist die Vorarbeit des Industriekeramikers für Modelltechnik gefragt. Denn: Ohne Modelle keine Formen, ohne Formen keine Keramikerzeugnisse!

Was macht ein Industriekeramiker für Modelltechnik?

In der Fachrichtung Modelltechnik stellst du, wie der Name schon verrät, verschiedene Modelle und Formen aus Kunststoff, Gips oder Metall her, die für die Herstellung keramischer Produkte benötigt werden. Deine Arbeit ist also ausschlaggebend dafür, dass Produkte aus Keramik wie z.B. Waschbecken, Teller, Pflanzenkübel oder auch Produkte aus der Hochleistungskeramik, zum Beispiel für die Elektrotechnik, überhaupt erst in Produktion gehen können.

Der erste Arbeitsschritt eines Industriekeramikers für Modelltechnik ist die Erstellung von Entwürfen und Skizzen am PC mit speziellen Computerprogrammen  Aus diesen Entwurfszeichnungen werden Modelle und Musterstücke aus Gips oder Kunststoff hergestellt, die anschließend die gewünschte Form für das Produkt ergeben. Ist das Modell fertig, entsteht daraus die Form, in die die keramische Masse hineingegossen, gebrannt und anschließend in Trocknungsanlagen getrocknet wird.

Du arbeitest mithilfe von Modelliereisen, elektrischen Drehschreiben und ganz alltäglichen Werkzeugen wie Säge, Feile und Bohrer und lernst in deiner Ausbildung die besonderen Eigenschaften von Gips und Kunststoff kennen. Daneben wird dir beigebracht, wie man mit Hilfe von Mess- und Prüfwerkzeugen die Werkstücke auf Maße, eventuelle Abweichungen, Funktion und Passgenauigkeit überprüft.

Als Industriekeramiker Modelltechnik bist du überwiegend in Büro und Werkstatt tätig. Du kannst beispielsweise bei Herstellern von Porzellan, Fliesen und Sanitärkeramik eine Beschäftigung finden.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Industriekeramiker für Modelltechnik? In deiner Ausbildung zum Industriekeramiker Modelltechnik bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Industriekeramiker für Modelltechnik erlernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

Vor Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine praktische Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung warten 3 schriftliche und eine praktische Abschlussprüfung in Form einer Arbeitsaufgabe auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Industriekeramiker für Modelltechnik.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung zum Industriekeramiker – Modelltechnik.

Ausbildung Pferdewirt

Das lernst du in der Ausbildung zum Industriekeramiker für Modelltechnik:

  • F wie Formen: Ob beim Kuchenbacken oder in der Keramikindustrie: Formen bringen die unterschiedlichsten Stoffe in die richtige Gestalt. In deiner Ausbildung lernst du, wie du aus Gips Formen für Keramikerzeugnisse herstellst.
  • S wie Skizzen: Höhe, Breite, Form und Gestalt – als Industriekeramiker für Modelltechnik fertigst du Entwurfsskizzen an, um Aussehen und Eigenschaften des zu fertigenden Artikels festzulegen, bevor im Anschluss das Modell erstellt wird.
  • W wie Werkstück: Ist die noch unfertige Gussform oder das noch unfertige Modell, das der Industriekeramiker durch Ziehen, Drehen, Schneiden oder Gravieren bearbeitet.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Industriemeister für Keramik oder zum Techniker für Keramiktechnik. Du könntest aber auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Keramik-, Glastechnik, Produktdesign oder Industriedesign.

Industriekeramiker für Modelltechnik: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Hilfreich sind gute Noten in:

Kunst / Werken
Physik / Chemie
Mathe

3 wichtige Stärken:

Gestalterische Fähigkeiten
Handwerklich-technisches Geschick
Sorgfalt & Genauigkeit

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Werkstatt, Fertigungshalle, Handwerksbetrieb
Feste Zeiten
Körperliche Beanspruchung

Industriekeramiker für Modelltechnik kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Da nur sehr wenige Azubis diese Ausbildung anfangen, gibt es keine genauen Zahlen über die unterschiedlichen Schulabschlüsse, mit denen Ausbildungsanfänger in die Ausbildung starten.

Bei der Bewerbung um eine Ausbildungsstelle als Industriekeramiker sind gute Noten in Kunst und Werken von Vorteil, da in der Ausbildung  deine Kreativität sowie deine handwerklichen Fähigkeiten gefragt sind. Außerdem kannst du mit guten Leistungen in Physik, Chemie und Mathe punkten. Aber auch ohne Top-Noten in diesen Fächern, kannst du dich natürlich auf einen Ausbildungsplatz bewerben, solange du die passenden Stärken für den Beruf mitbringst. In diesem handwerklich-gestalterischen Beruf ist es besonders wichtig, dass du eine kreative Ader mitbringst und auch gerne mit den Händen arbeitest, zum Beispiel bei der Anfertigung von Entwurfsskizzen und Herstellung von Modellen. Weiterhin wünschen sich viele Arbeitgeber eine sorgfältige und genaue Arbeitsweise sowie Motivation für die Ausbildung.

Der Industriekeramiker für Modelltechnik ist ein handwerklicher Beruf, sodass dein Arbeitsumfeld in der Regel eine Werkstatt oder Fertigungshalle ist. Typische für diesen Beruf sind feste Arbeitszeiten und  körperliche Beanspruchung, da du vorwiegend mit den Händen arbeitest.

Dein Arbeitsumfeld kann aber ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Bei einem kleinen Handwerksbetrieb hast du beispielsweise eher feste Arbeitszeiten, bei einem großen Industriebetrieb ist dagegen auch Schichtarbeit denkbar. Du solltest dir daher genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Bildnachweis: „Keramikindustrie" © ziyaburak / Fotolia