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Jugendamt
Ausbildung & Beruf

Mitarbeiterin beim Jugendamt
Mitarbeiterin beim Jugendamt

Im Jugendamt werden wichtige Entscheidungen getroffen, die Kinder, Jugendliche und ihre Familien betreffen. Du möchtest Kinder beim Aufwachsen begleiten, Eltern beraten und Jugendliche unterstützen? Dann kann die Arbeit im Jugendamt erfüllend für dich sein.

Was machen Mitarbeiter (m/w/d) vom Jugendamt?

Als öffentlicher Jugendhilfeträger ist das Jugendamt formell für „Leistungen und andere Aufgaben zugunsten junger Menschen und Familien“ zuständig. Wenn du im Jugendamt arbeitest, sorgst du dafür, dass diese Aufgaben erfüllt und Leistungen gewährt werden können. In Deutschland gibt es über 600 Jugendämter.

Das Jugendamt wird auch dann tätig, wenn ein Verdacht auf die Gefährdung des Kindeswohls besteht. Manchmal sind es Hinweise aus der Familie oder von Nachbarn. Die Aufgabe der Sozialpädagogen im Jugendamt ist es, eine Lösung zu finden, die für das Kind am besten ist. Das kann die Unterbringung in einem Heim oder einer Pflegefamilie sein. Oft sind es aber viele Gespräche und Termine, in denen die Jugendamtsmitarbeiter – im Idealfall mit beiden Elternteilen gemeinsam – eine Lösung für bestehende Probleme erarbeiten. 

Das Jugendamt ist aber auch zuständig für:

  • Kindergeld & Unterhaltsvorschuss
  • Elterngeld
  • Kinder- und Jugendförderung
  • Förderung der Jugendarbeit
  • Hilfe in Krisensituationen (Hilfen zur Erziehung)

Um die vielfältigen Aufgaben zu erfüllen, ist das Jugendamt intern in Fachbereiche und Sachgebiete eingeordnet. Einzelne sozialpädagogische Mitarbeiter sind also nicht für alles zuständig, sondern haben als Sachbearbeiter bestimmte Aufgabengebiete.

Wo arbeitet man beim Jugendamt?

Als Sozialpädagoge beim Jugendamt hast du meist ein Büro, in dem du arbeitest. Hier empfängst du Kunden, führst Gespräche und bearbeitest Anträge und Akten.

Dein Weg führt dich aber auch zu den Familien nach Hause. So kannst du möglichen Hinweisen nachgehen. Es gibt aber in vielen Städten auch Routinebesuche, beispielsweise für Familien mit Neugeborenen. Dabei klärst du die Eltern über Informations- und Hilfsangebote auf und verteilst Broschüren.

Einige Aufgaben führen dich auch vor Gericht, beispielsweise als Amtsvormund oder bei der Arbeit als Jugendhilfe im Strafverfahren. Einige Jugendämter sind auch für städtische Kindertagesstätten oder Jugendfreizeiteinrichtungen zuständig. Hier arbeitest du als Erzieher nicht im Jugendamt, sondern in der entsprechenden Einrichtung. Sozialarbeiter können auch in Schulen eingesetzt werden.

Welche Fähigkeiten führen mich ins Jugendamt?

Für die Arbeit im Jugendamt musst du Verantwortung übernehmen können und wollen. Außerdem sind für die Arbeit mit Familien sozialpädagogische Kenntnisse wichtig. Es gibt aber auch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Jugendamt, die vor allem in der Verwaltung tätig sind. In jedem Fall musst du Leistungsansprüche oder die Inobhutnahme von Kindern mit Sorgfalt prüfen. Triffst du eine Entscheidung, ist wichtig, dass du sie freundlich, aber bestimmt mitteilen und durchsetzen kannst.

Denn nicht immer freuen sich die betroffenen Familien über die Unterstützung, die sie erhalten können. Schließlich schwingt auch die Angst mit, die Kinder zu verlieren. Wenn du beim Jugendamt arbeiten möchtest, musst du mit schwierigen Situationen umgehen können. Auch psychische Belastbarkeit gehört zu deinem Job dazu, denn manche Fälle gehen unter die Haut. Ebenfalls wichtig ist interkulturelle Kompetenz. 

Berufsbilder im Jugendamt

Um im Jugendamt zu arbeiten, kannst du unterschiedliche Wege gehen. Für einige Aufgaben ist eine Verwaltungslaufbahn wichtig, in anderen Bereichen musst du studiert haben.

Im Jugendamt arbeiten:

Ausbildung Jugendamt: So klappt’s

Um im Jugendamt zu arbeiten, kannst du eine duale Ausbildung machen und dich dann auf offene Stellen bewerben. Es gibt aber nicht „die eine“ Jugendamt Ausbildung, sondern unterschiedliche Wege, die dich ins Jugendamt führen.

Für die Arbeit in der Verwaltung kannst du eine Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter im öffentlichen Dienst machen. In dieser Ausbildung wirst du allgemein für die Arbeit in der Kommunalverwaltung ausgebildet und kannst dich später auf Stellen im Jugendamt bewerben.

Möchtest du mit Kindern arbeiten, kannst du dich auch eine Erzieher-Ausbildung beim Jugendamt bewerben. Hier führst du dann aber keine Beratungsgespräche oder entscheidest über Anträge. Stattdessen arbeitest du in einer Kindertagesstätte deiner Stadt oder deines Landkreises. Erzieher werden beim Jugendamt auch für die Arbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen angestellt.

Mit Studium ins Jugendamt

Auch mit einem Studium oder einem Dualen Studium kannst du dich für einen Job im Jugendamt qualifizieren. Typische Studiengänge sind Soziale Arbeit oder Sozialpädagogik. Hast du dein Studium abgeschlossen, bieten viele Jugendämter spezielle Einstiegstrainings an

Interessierst du dich eher für die Verwaltung, kannst du mit einem dualen Studium an einer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung  in den gehobenen Dienst einsteigen.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Mitarbeiterin des Jugendamts lächelt" © evgeny atamanenko - stock.adobe.com; "Sozialarbeiterin in Gespräch mit jungem Mädchen" ©Pixel-Shot - stock.adobe.com; „Sozialpädagoge spielt mit Kindern" © KENJI_KAGAWA - stock.adobe.com; „Psychotherapeutin spricht mit Mädchen" ©Africa Studio - stock.adobe.com; „Gruppe von kleinen Kindern" © Sergey Novikov (serrnovik) ripicts.com / Fotolia