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Sozialarbeiter / Sozialarbeiterin
Ausbildung & Beruf

Sozialarbeiterin bei der Arbeit

Es ist früher Nachmittag, gleich kommen die ersten Besucher ins Jugendzentrum. Als Sozialarbeiter bist du aber schon seit einigen Stunden hier und hast den Nachmittag vorbereitet: Die Jugendlichen haben sich in der vergangenen Woche gewünscht, dass ihr Bewerbungsgespräche simuliert. Sie haben ihre Bewerbungsmappen vorbereitet und du wirst sie sichten und den Personalchef mimen. Dein Kollege kümmert sich in der Zwischenzeit um die jüngeren Kinder, kocht und bastelt mit ihnen. Und morgen? Morgen gibt es ein Kickerturnier.

Berufsbild Sozialarbeiter / Sozialarbeiterin

Was macht ein Sozialarbeiter (m/w/d)?

Als Sozialarbeiter bzw. Sozialarbeiterin unterstützt du Kinder, Jugendliche und Erwachsene dabei, mit (sozialen) Konflikten oder schwierigen Situationen umzugehen und suchst gemeinsam mit ihnen Lösungswege. Dabei ist dein Arbeitsplatz nicht festgelegt, denn du hast die Möglichkeit, in Kinder- und Jugendheimen zu arbeiten, im Büro Verwaltungsaufgaben zu tätigen oder im Gefängnis angestellt zu sein.

Als Sozialarbeiter bzw. Sozialarbeiterin kannst du dich für eine von 2 Einsatzmöglichkeiten entscheiden:

  • Sozialarbeiter mit Schwerpunkt Sozialpädagogik
  • Sozialarbeiter im Strafvollzug

Sozialarbeiter ist allerdings kein Ausbildungsberuf, sondern erfordert den Abschluss eines Studiums der Sozialen Arbeit

Was ist der Unterschied zwischen einem Sozialarbeiter und einem Sozialpädagogen?

Der wohl größte Unterschied zwischen einem Sozialarbeiter und einem Sozialpädagogen ist, dass ein Sozialarbeiter mehr Aufgabengebiete hat als ein Sozialpädagoge. Ein Sozialpädagoge legt den Fokus seiner Arbeit meist auf Kinder, Jugendliche oder Familienarbeit. Der Sozialarbeiter hingegen behandelt auch noch Themen wie Migration und Resozialisierung.

Früher gab es, zumindest in Deutschland, auch zwei separate Studiengänge: Sozialpädagogik und Sozialarbeit. Heute gibt es nur noch das Studium Soziale Arbeit.

Wie sieht der Berufsalltag als Sozialarbeiter aus?

Klar ist, dass du mit Menschen arbeitest und dass dich hier viele unterschiedliche Persönlichkeiten, aber auch Schicksale erwarten. Du musst empathisch sein, darfst dir allerdings nicht alles zu Herzen nehmen, was du hörst oder erlebst. In schwierigen Situationen musst du richtig reagieren können. 

Sozialarbeiter müssen sich in ihrem Alltag auch mit Verwaltung und Bürokratie beschäftigen, Einsätze vor- und nachbereiten und möglicherweise Leitungsaufgaben übernehmen.

Je nach Einsatzgebiet unterscheiden sich auch die tatsächlichen Tätigkeiten eines Sozialarbeiters. In einer JVA etwa plant ein Sozialarbeiter mögliche Maßnahmen zur Wiedereingliederung von Straftätern in die Gesellschaft. 

Als Mitarbeiter in einer Wohngruppe für Jugendliche unterstützt du die Bewohner im Alltag, planst Freizeitangebote und bist immer als Ansprechpartner vor Ort. Oder du kümmerst dich als Streetworker um die Belange Obdachloser und hilfst ihnen bei Behördengängen oder der Wohnungssuche.

Wo arbeitet man als Sozialarbeiter?

Der Einsatzbereich von Sozialarbeitern ist groß: Du kannst in Jugend-, Kinder oder Altenheimen arbeiten, aber genauso in Tagesstätten, Kindergärten oder Beratungsstellen. Ambulante soziale Dienste bieten Sozialarbeitern ebenfalls Arbeitsplätze, außerdem natürlich Behörden wie Sozial-, Jugend- oder Gesundheitsämter. Dazu kommt der Einsatz in Justizvollzugsanstalten oder Resozialisierungseinrichtungen. Als Sozialarbeiter kannst du dir also ein Themenfeld suchen, das dir persönlich liegt und Freude macht.

Ausbildung zum Sozialarbeiter / zur Sozialarbeiterin

Wie werde ich Sozialarbeiter?

Der schnellste und einfachste Weg, um Sozialarbeiter bzw. Sozialarbeiterin zu werden, führt über den Dualen Studiengang Soziale Arbeit. Dieser kombiniert den Diplomstudiengang Sozialarbeit, den man heute nicht mehr studieren kann, und Sozialpädagogik. 

Das Studium dauert in der Regel 3-4 Jahre und es gibt zwei Arten, wie das Studium aufgebaut sein kann. In einem Fall besteht das Studium aus einem Grundstudium, welches 2 Jahre dauert, in denen die Studienfächer unabhängig von den gewählten Studienschwerpunkten für alle gleich sind. Danach beginnt das darauf aufbauende Schwerpunkt-Studium. Im anderen Fall werden während der gesamten Studiendauer sowohl die Fächer des Studiengangs als auch die des Studienschwerpunkts unterrichtet. In beiden Fällen ist es trotz der Spezialisierungen ein generalistisches Duales Studium, das es dem Absolventen ermöglicht, in den vielen Bereichen der Sozialarbeit und Sozialpädagogik eingesetzt zu werden.

Was lernt man in der Ausbildung zum Sozialarbeiter?

Insgesamt geht es in diesem Dualen Studium darum, alle Bereiche der sozialen Arbeit abzudecken: Wie funktioniert eine soziale Einrichtung? Welche Hilfeleistungen kann ich anbieten? Wie werden diese geplant, koordiniert und umgesetzt? Dabei gilt es immer, die Lebenswelten der Betroffenen genau zu beachten und im Lösungsansatz darauf einzugehen. Auch interkulturelle Unterschiede und solche, die dem Alter oder der persönlichen Entwicklung geschuldet sind, lernst du kennen.

Im Studium kannst du dich oft spezialisieren. Praxisphasen in teils verschiedenartigen Einrichtungen helfen dir dabei, den passenden Schwerpunkt für dich zu finden.

Diese Fächer erwarten dich im Dualen Studium Soziale Arbeit:

  • Grundstudium: Die Studienfächer beziehen sich neben den Methoden und Theorien der Sozialen Arbeit und der Sozialpädagogik auf Themenbereiche wie Philosophie (z. B. Sozialphilosophie, Ethik), Soziologie (z. B. Familiensoziologie), Psychologie (z. B. klinische Psychologie), Sozialmedizin (z. B. Rehabilitation, Suchterkrankungen), Recht (z. B. Familien-, Sozialhilferecht), Ökonomie (z. B. Ökonomie der Sozialverwaltung) und betriebswirtschaftliche Grundlagen (z. B. Controlling, Personalwesen).
  • Vertiefungs- / Studienschwerpunkte: Ein Duales Studium Soziale Arbeit orientiert sich mit seinen Schwerpunkten und Vertiefungen an Kinder- und Jugendhilfe, Familienhilfe, Alten- und Behindertenhilfe, Erziehungshilfen, Heimerziehung, Drogen- und Suchthilfe, Straffälligenhilfe, Gesundheitswesen.

Voraussetzungen für Sozialarbeiter

Schulfächer

  • Deutsch
  • Englisch
  • Sozialkunde

Stärken

  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Konfliktlösungsfähigkeit
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein

Arbeitsbedingungen

  • Diverse Arbeitsumfelder (z. B. Jugendheim, Büro)
  • Flexible Arbeitszeiten
  • Viel Kontakt mit Menschen

Mit guten Noten in Deutsch, Englisch und Sozialkunde bist du gut vorbereitet auf die Sozialarbeiter Ausbildung. Dennoch sind in diesem Beruf vor allem deine Stärken wichtig. Eine gute Konfliktlösungsfähigkeit hilft dir, jede Situation bedacht zu meistern. Dein ausgeprägtes Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein hilft dir nicht nur in deiner täglichen Arbeit, sondern lässt sich auch an deine Klienten weitergeben. Sorgfalt brauchst du beim Dokumentieren und Ablegen deiner Fälle.

Wie viel verdient ein Sozialarbeiter?

Bei deinem Verdienst als Sozialarbeiter bzw. Sozialarbeiterin kommt es zunächst einmal darauf an, für welches Arbeitsumfeld du dich entscheidest. Solltest du bei einer Gemeinde oder beim Bund angestellt werden, so entspricht dein Gehalt dem Tarifvertrag, der für den öffentlichen Dienst gilt (TVöD). Auch dort gibt es finanzielle Unterschiede, da sich die Höhe deines Gehalts nach deiner Entgeltgruppe richtet, in die du eingeteilt wurdest. Faktoren dafür sind dein Bildungsabschluss sowie deine Berufserfahrung.

Generell kann man sagen, dass das durchschnittliche Einstiegsgehalt bei ca. 2.000 bis 2.800 Euro brutto im Monat liegt.

Allerdings ist es natürlich möglich durch Weiterbildungen deinen Einsatzbereich zu erweitern oder dich auf einen zu spezialisieren, wodurch auch die Chance besteht, mehr Geld zu verdienen.

Du möchtest gerne mehr zum Lohn als Sozialarbeiter erfahren? Hier geht es zur Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Sozialarbeiter / zur Sozialarbeiterin zu mir?

Die Tätigkeit als Sozialarbeiter bzw. Sozialarbeiterin passt zu dir, wenn 

  • du gerne mit Menschen arbeiten möchtest
  • du selbstbewusst und bestimmt bist
  • du einfühlsam und geduldig bist
  • du abwechslungsreiche Tätigkeiten magst

Sozialarbeiter ist nicht der richtige Beruf für dich, wenn

  • du psychisch nicht stabil bist
  • du nicht gerne kommunizierst
  • du keinen sozialen Beruf ausüben willst
  • du nicht gerne Verantwortung trägst

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Studienplätze ↓

Du willst kein Studium absolvieren, sondern lieber eine Ausbildung starten? Dann wirf doch mal einen kleinen Blick auf diese sozialen Ausbildungsberufe:

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Hast du das Studium zum Sozialarbeiter bzw. zur Sozialarbeiterin abgeschlossen, hast du zahlreiche Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen:

  • Anpassungsfortbildung,
  • Aufstiegsfortbildung &
  • Studium

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Sozialarbeiter / zur Sozialarbeiterin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um Entwicklungen in den Bereichen Beratungstechniken, Konfliktmanagement, Jugendarbeit oder Sonderpädagogik kennenzulernen. 

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Qualitätsbeauftragten - Gesundheits-/Sozialwesen, Sozialtherapeuten oder zum Psychosozialen Prozessbegleiter. Aber auch ein Studium kannst du anschließen.

Passende Studiengänge sind: 

  • Soziale Arbeit (weiterführend)
  • Sozialmanagement (weiterführend)
  • Psychosoziale Beratung und Therapie (weiterführend)

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Sozialarbeiter

Wo es Menschen gibt, gibt es auch Probleme. Sozialarbeiter haben ein so breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten, dass du sicher sein kannst, dass dir die Arbeit (leider) nie ausgeht. Wo immer du kannst, bemühst du dich um Nachhaltigkeit – nicht immer umwelttechnisch gesehen, aber auf sozialer Ebene. Wenn du einem Menschen, einer Gruppe oder einer Familie weiterhelfen kannst und sie im Anschluss deine Dienste nicht mehr in Anspruch nehmen muss: ein tolles Gefühl! Aber auch dort, wo du Leute über Jahre hinweg begleitest, kannst du stabilisierend wirken und bist eine wichtige Schnittstelle. Deine Berufsaussichten als Sozialarbeiter bzw. Sozialarbeiterin sind sehr gut!

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