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Heilerziehungspfleger / Heilerziehungspflegerin
Ausbildung & Beruf

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Ausbildung Heilerziehungspfleger

„So, jetzt brauche ich einmal deine Hilfe“, bittest du deinen Klienten. Mit dem Lifter soll er aus dem Bett in den Rollstuhl wechseln, denn gleich gibt es Frühstück in eurer Einrichtung. Dort erwarten dich schon weitere Bewohner, die du vorher angezogen hast. Gemeinsam sitzt ihr am Tisch, ihre Frühstückszeit ist auch deine. Die Medikamente liegen in der Küche bereit: Du achtest sorgsam darauf, dass jeder das erhält, was er benötigt. Und dann geht es gleich weiter mit dem Tagesprogramm.

Berufsbild Heilerziehungspfleger / Heilerziehungspflegerin

Was macht ein Heilerziehungspfleger (m/w/d)?

Als Heilerziehungspfleger (HEP) betreust, erziehst, unterstützt und förderst du Menschen mit geistigen und körperlichen Behinderungen. Du leistest pflegerischen und pädagogischen Beistand mit der Absicht, die Leistungsfähigkeit und Eigenständigkeit deiner Patienten im Alltag zu fördern. Heilerziehungspfleger planen und erstellen – unter Berücksichtigung von Form und Ausprägung der Behinderung – ein angemessenes Freizeitprogramm (z. B. Schwimmen, Spazieren gehen, Zeichnen). Zudem stärken sie das soziale Verhalten der zu Betreuenden und unterstützen bei der schulischen und / oder beruflichen Integration. Heilerziehungspfleger assistieren zudem bei:

  • Nahrungsaufnahme
  • An- und Auskleiden
  • Körperhygiene
  • Medikamentenversorgung

Es geht aber nicht nur um die persönliche Entwicklung der Personen, denen du assistierst, sondern auch um bestimmte therapeutische Tätigkeiten, die du ausüben darfst.

Wie sieht der Berufsalltag eines Heilerziehungspflegers aus?

Der Beruf des Heilerziehungspflegers kennzeichnet sich durch stetigen Kontakt mit ganz unterschiedlichen Menschen. Die gleiche Behinderung kann ganz unterschiedliche Ausprägungen haben und so musst du auf ganz individuelle Anforderungen und Bedürfnisse eingehen können. Das bedeutet auch, dass eigentlich kein Tag wie der vorherige ist.

HEP arbeiten mit Menschen zusammen, die durch ihre Behinderung im Alltag eingeschränkt sind. Das bedeutet oft, dass sich deine Patienten nicht selbst pflegen können oder Hilfe bei der Nahrungsaufnahme benötigen. Enger Körperkontakt und die Konfrontation mit Körperausscheidungen und deren Gerüchen sind Alltag – ebenso wie gründliche Hygiene. Du bist in der Heilerziehungspflege oft körperlich gefordert, musst deine Patienten anheben oder drehen.

Heilerziehungspflegehelfer arbeiten im Schichtdienst, sind also auch früh morgens, nachts oder am Wochenende im Einsatz.

Geschicklichkeitsspiele zur Förderung der Koordination Heilerziehungspfleger füttert Kind im Rollstuhl Heilerziehungspflegerin spielt mit Kind Spielerisches Training um die Muskulatur zu stärken

Wo arbeitet man als Heilerziehungspfleger?

Nach der Ausbildung arbeiten Heilerziehungspfleger hauptsächlich in stationären und teilstationären Institutionen (z. B. Heime, Kliniken, Tagesstätten). Beschäftigungsmöglichkeiten erschließen sich auch in Förderschulen, Kindergärten und Privathaushalten.

Wie dein Tätigkeitsbereich als HEP aussieht, hängt ganz davon ab, in welcher Einrichtung und in welchem Bereich du arbeitest. In einem Wohnheim für Menschen mit Behinderungen betreust du Menschen ganz unterschiedlichen Alters, bei einer Tätigkeit in einer Förderschule oder einem Kindergarten hast du dagegen nur mit Kindern und Jugendlichen zu tun. Und in einer Rehaklinik pflegst und betreust du vorwiegend Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Daher solltest du dir genau überlegen, welche Berufsfachschule und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

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Für alle, die lieber Videos als Texte konsumieren, haben wir in unserem YouTube-Video einmal zusammengefasst, wie du Heilerziehungspfleger wirst, was man als Heilerziehungspflegerin macht und wie viel Geld du verdienst. --> Berufe2Go, Film ab!

Veröffentlicht am: 24.06.2023

Ausbildung zum Heilerziehungspfleger / zur Heilerziehungspflegerin

Wie wird man Heilerziehungspfleger?

Mit guten Noten in Kunst, Musik, Werken und Bio bringst du sehr gute Voraussetzungen für diesen Beruf mit. Aber auch mit schlechteren Noten hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz als Heilerziehungspfleger. Am wichtigsten ist dein Interesse an der Ausbildung und dass du die passenden Stärken mitbringst: Im Umgang mit Menschen mit Behinderungen sind ein hohes Verantwortungsbewusstsein sowie Konfliktlösungsfähigkeit gefragt. Außerdem sind gestalterische Fähigkeiten von Vorteil, zum Beispiel beim gemeinsamen Basteln oder Musizieren.

Da Heilerziehungspfleger ein pflegerischer Beruf ist, bist du bei deiner Tätigkeit vor allem im Umfeld Pflege & Betreuung tätig, also in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. Dieser Beruf bringt es mit sich, dass du sehr viel Kontakt mit Menschen hast. Dienstreisen stehen in der Regel nicht oder nur selten auf der Tagesordnung.

Schulfächer
  • Kunst / Musik
  • Biologie
  • Technik / Werken
Stärken
  • Verantwortungs- & Gefahrenbewusstsein
  • Gestalterische Fähigkeiten
  • Konfliktlösungsfähigkeit
Arbeitsbedingungen
  • Umfeld: Pflege & Betreuung
  • Viel Kontakt mit Menschen
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger kannst du nicht mit jedem Schulabschluss machen. Du brauchst mindestens einen mittleren Abschluss oder eine gleichwertige Schulausbildung sowie praktische berufliche Erfahrungen. Teilweise wird auch eine abgeschlossene Berufsausbildung vorausgesetzt. Je nach Berufsfachschule sind weitere Zugangsvoraussetzungen vorgeschrieben, wie zum Beispiel ein Nachweis über deine gesundheitliche Eignung oder ein Führungszeugnis.

Was lernt man in der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger?

Heilerziehungspfleger ist eine schulische Ausbildung, die du sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit absolvieren kannst. In der Heilerziehungspfleger-Ausbildung lernst du u.a. die Themenkomplexe Pädagogik, Medizin und Psychologie kennen. Auch Verwaltung und Organisation sind wichtige Lernfelder in der Ausbildung. Dazu kommen allgemeinbildende Fächer wie Deutsch oder Religion und heilerzieherische Schwerpunkte:

  • Kreativ-musisch mit Spielen, Musik und Gestalten (Werken)
  • Sprachlich-kommunikativ mit Themen wie Sprachförderung oder Gesprächsführung
  • Gesundheits-bewegungsorientiert mit Psychomotorik, aber auch
  • Hauswirtschaft
  • Organisatorisch-technologischer Bereich

Das gewonnene theoretische Wissen wendest du im Praktikum in stationären und teilstationären Institutionen an. Oft musst du Einrichtungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten wählen, um dich ganzheitlich weiterzubilden.

Wie läuft die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger ab?

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Heilerziehungspflegerin? Deine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger findet an einer Berufsfachschule statt und wird durch Praktika, z. B. in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, ergänzt. In der Fachschule erlernst du das theoretische Hintergrundwissen, in den Praxisphasen wendest du das erlernte Wissen direkt bei der Betreuung von Menschen mit Behinderungen an.

Am Ende deiner Ausbildung wartet eine Abschlussprüfung auf dich, die je nach Bundesland anders aufgebaut ist. In der Regel musst du eine schriftliche, eine mündliche und eine praktische Prüfung ablegen. Nach Bestehen bist du je nach Bundesland staatlich anerkannter oder staatlich geprüfter Heilerziehungspfleger.

Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in den Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der einzelnen Bundesländer.

Art der Ausbildung:
schulisch (Berufsfachschule und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung)
Art der Ausbildung: schulisch (Berufsfachschule und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung)
Dauer der Ausbildung:
2 -3 Jahre in Vollzeit, 3 -4,5 Jahre in Teilzeit
Dauer der Ausbildung: 2 -3 Jahre in Vollzeit, 3 -4,5 Jahre in Teilzeit
Zuständige Stelle:
Deine Prüfungen legst du an deiner Schule vor einem Prüfungsausschuss ab.
Zuständige Stelle: Deine Prüfungen legst du an deiner Schule vor einem Prüfungsausschuss ab.

Wie viel verdient ein Heilerziehungspfleger?

Dein Verdienst ist abhängig von Betrieb und Bundesland. Während der Ausbildung erhältst du in der Regel allerdings keine Vergütung.

  • Wenn du später im öffentlichen Dienst arbeitest, bekommst du ein Einstiegsgehalt von bis zu 2.900 Euro.
  • Wenn du bei der Diakonie oder Caritas beschäftigst bist, kannst du mit bis zu 3.500 Euro im Monat rechnen.

Du möchtest gerne noch mehr über den Lohn als Heilerziehungspfleger bzw. als Heilerziehungspflegerin erfahren? Dann schau dich gerne auf unserer Gehaltsseite um.

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Passt die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger zu mir?

Heilerziehungspfleger ist der ideale Beruf für dich, wenn

  • du gerne mit Menschen arbeiten möchtest
  • du dich auf unterschiedliche Situationen einstellen kannst
  • du psychisch stabil bist
  • du geduldig bist

Der Beruf Heilerziehungspfleger passt nicht zu dir, wenn

  • du keinen Beruf mit Körperkontakt ausüben möchtest
  • dir wechselnde Arbeitszeiten nicht liegen
  • du nicht gerne im Team arbeitest
  • du dich nicht gut organisieren kannst

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Eine Tätigkeit in den Bereichen Medizin, Pflege & Gesundheit oder Pädagogik & Soziales kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an:

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Fachwirt für Gesundheits- und Sozialwesen, Motopädagogen oder Sonderpädagogen. Du könntest aber auch ein Studium an deine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger anschließen. Mögliche Studiengänge sind Heilpädagogik, Soziale Arbeit oder Rehabilitationspsychologie.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Heilerziehungspfleger / zur Heilerziehungspflegerin

Die Anpassungsfortbildung ermöglicht es dir dein Wissen zu vertiefen und zu erweitern. Hier werden unter anderem die Bereiche Heilpädagogik, Psychomotorik, Entspannungstherapie und, Elternberatung behandelt.

Die Aufstiegsfortbildung eignet sich vor allem, wenn du eine Führungsposition anstrebst. Das wird durch eine Weiterbildung zum Heilerziehungspfleger für Psychiatrie oder als Fachwirt für Erziehungswesen möglich.

Typische Studiengänge für ausgebildete Heilerziehungspfleger sind:

  • Heilpädagogik
  • Soziale Arbeit
  • Rehabilitations-, Sonderpädagogik
  • Motologie

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Heilerziehungspfleger

Menschen mit Behinderung haben es in unserer Gesellschaft noch immer schwer. Als Heilerziehungspfleger trägst du dazu bei, dass sie besser am Alltag teilhaben können und trägst somit zur Inklusion bei. Du unterstützt teils bei alltäglichen Tätigkeiten – und das nachhaltig: Denn HEP helfen ihren Patienten dabei, selbstbestimmt(er) zu leben und sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiterzuentwickeln. Das ist erfüllend, kann aber auch anstrengend sein. Gerade, weil die Personen, die du betreust, oft jünger und nicht immer krank sind, ist Heilerziehungspfleger ein besonderer sozialer Beruf, der vielfältige Aufgaben mit sich bringt – jetzt und in Zukunft.

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