Verwaltungsfachangestellter – Ausbildung & Beruf

Den Wohnsitz ummelden nach einem Umzug, das Auto anmelden, den Reisepass verlängern oder Baugenehmigungen einholen… das alles macht man im Rathaus oder Landratsamt bei Verwaltungsfachangestellten.

Die Ausbildung wird im öffentlichen Dienst in 6 verschiedenen Fachrichtungen erlernen: Kommunalverwaltung, Bundesverwaltung, Landesverwaltung, Kirchenverwaltung der evangelischen Kirche, Kirchenverwaltung der katholischen Kirche, Handwerksorganisation und Industrie- und Handwerkskammern angeboten. 

In deiner Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten lernst du das Bearbeiten von Personalangelegenheiten und Anträgen, wie man Entgelte berechnet, Bürger und Organisationen berät, Urkunden ausstellt und Rechtsvorschriften anwendet. Später arbeitest du, je nach deiner Fachrichtung, bei verschiedenen Ämtern und Behörden. Dein Arbeitsplatz ist in der Regel das Büro.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

Die zuständigen Stellen für deine Prüfungen werden je nach Fachrichtung von Bund, Ländern oder Kommunen bestimmt.

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Verwaltungsfachangestellter? Diese Ausbildung ist eine duale Ausbildung. Du bist also im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Ausbildungsbetrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Verwaltungsfachangestellter und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Im zweiten Ausbildungsjahr legst du deine Zwischenprüfung ab. Am Ende der Ausbildung wartet die Abschlussprüfung auf dich. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Verwaltungsfachangestellter.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungsverordnung für Verwaltungsfachangestellter.

>

Das lernst du in der Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten:

  • R wie Rechnungswesen: Hier dreht sich alles um Zahlen! Als Verwaltungsfachangestellter kümmerst du dich um Zahlungsvorgänge, Löhne, Mahnungen, Haushaltspläne und vieles mehr.
  • S wie Steuerlehre: Steuern zahlen muss jeder, auch Unternehmen und Behörden. In deiner Ausbildung erfährst du deshalb alles über die Grundlagen unseres Steuersystems.
  • W wie Wirtschaftslehre: Wie funktioniert eigentlich ein Betrieb? Wie werden Waren, Güter und Leistungen erfasst und berechnet? Die Grundlagen der Arbeits- und Wirtschaftswelt lernst du in deiner Ausbildung.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Betriebswirt, Fachwirt für Verwaltung oder Sekretär. Du könntest aber auch ein Studium an deine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten anknüpfen, zum Beispiel in den Studiengängen Verwaltungswissenschaft oder Rechtswissenschaft.

Verwaltungsfachangestellter: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind.

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
50%
Mittlere Reife
49%
Hauptschulabschluss
1%
Kein Abschluss
0%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Deutsch
Mathe
Wirtschaft / Recht

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit

Analytische Fähigkeiten

Neugierde & Lernbereitschaft

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Büro
Fexible Zeiten, Gleitzeit
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Verwaltungsfachangestellter bzw. Verwaltungsfachangestellte kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Ungefähr die Hälfte der Azubis startet mit Abi oder Fachabi in die Ausbildung, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ermittelt hat. Die andere Hälfte hat einen mittleren Abschluss. Azubis mit Hauptschulabschluss oder ohne Abschluss gibt es kaum. Wenn du also mindestens einen mittleren Schulabschluss hast, stehen deine Chancen auf eine Stelle sehr gut. Mit einem anderen Abschluss ist es aber auch nicht unmöglich, einen Ausbildungsplatz zu finden. 

Besonders gute Chancen auf eine freie Stelle hast du mit guten Noten in den Fächern Deutsch, Mathe und Wirtschaft / Recht. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du die passenden Stärken mitbringst. Verwaltungsfachangestellte müssen sorgfältig und genau arbeiten können, brauchen analytische Fähigkeiten, zum Beispiel wenn sie Auswertungen erstellen, und sollten lernwillig sein.

Als Verwaltungsfachangestellter ist deine Arbeitsumgebung in der Regel das Büro. Typisch in diesem Beruf sind außerdem flexible Arbeitszeiten und Dienstreisen nur in Ausnahmefällen.

Aber Verwaltungsfachangestellter ist nicht gleich Verwaltungsfachangestellter. Deine Arbeitsbedingungen können auch ganz anders aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Frau im Büro" © 2014@ Volker Witt / Fotolia