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Lokführer / Lokführerin
Ausbildung & Beruf

Lokführer
Lokführer

Du bist gerne unterwegs und findest es spannend, in der Bahn ganz vorne zu sitzen? Mobilität liegt dir am Herzen und schnelle Züge faszinieren dich? Dann passt die Arbeit als Lokführer perfekt zu dir.

Was macht ein Lokführer (m/w/d)?

Als Lokführer oder Lokführerin steuerst du Züge im Nah- und Fernverkehr. Du sorgst dafür, dass die Wagen in der richtigen Reihenfolge an die Lok angekoppelt werden und dass alle Sicherheitsvorschriften erfüllt sind. 

Lokführer stehen bei ihrer Arbeit immer in engem Kontakt mit den Mitarbeitern im Stellwerk, um über mögliche Probleme und Hindernisse informiert zu sein. Bei ihrer Arbeit richten sich Lokführer nach dem Fahrplan und steuern die Geschwindigkeit des Zuges.

Lokführer können unterschiedliche Züge fahren, zum Beispiel:

  • Fernverkehrszüge (ICE, IC)
  • Nahverkehrszüge (RE, RB)
  • S-Bahnen
  • U-Bahnen

Lokführer arbeiten nicht immer im Personenverkehr: Gerade bei den S-Bahnen werden auch Lokführer speziell für den Rangierverkehr ausgebildet und eingestellt: Du kümmerst dich vor und nach Betriebsende um die Bahnen und bringst sie beispielsweise zum Betriebsbahnhof.

Je nachdem, bei welchem Verkehrsunternehmen du arbeitest, können Schichtarbeit und auch die Arbeit am Wochenende zu deinem Alltag gehören. Dienstkleidung ist ebenfalls selbstverständlich: So erkennt man dich direkt als Lokführer.

Lokführer Ausbildung: So wirst du Lokführer

Möchtest du als Lokführer arbeiten, ist eine Ausbildung der übliche Weg. Offiziell heißt der Ausbildungsberuf Eisenbahner im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer und Transport.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Ausbildungsvergütung

972 - 1.208 €

Während der Ausbildung zum Lokführer lernst du mehr über die unterschiedlichen Bahnanlagen und Signale. Außerdem gehört die Beurteilung und Prüfung von Fahrzeugen und Wagen zu deiner Arbeit. Du erwirbst außerdem praktische Fahrkenntnisse – schließlich musst du als Lokführer auch Züge fahren.

In der Berufsschule hast du nicht nur Unterricht in beispielsweise Deutsch, Englisch oder Sozialkunde, sondern auch in berufsspezifischen Fächern. Hier lernst du auch mehr über Notfallmaßnahmen oder Fahrzeugsicherheit. 

In der Ausbildung zum Lokführer gibt es zwei große Prüfungen:

  • Die Zwischenprüfung vor dem Ende des 2. Lehrjahres
  • und die Abschlussprüfung nach dem 3. Ausbildungsjahr.

Hast du beide Prüfungen bestanden, kannst du dich Eisenbahner im Betriebsdienst der Fachrichtung Lokführer und Transport – kurz Lokführer – nennen. 

Welche Fähigkeiten brauchen Lokführer?

Als Lokführer übernimmst du die verantwortungsvolle Aufgabe, Fahrgäste sicher zum Zielort zu transportieren. Um im Betriebsdienst arbeiten zu dürfen, wird der Betriebsarzt deine Tauglichkeit prüfen und bestätigen. Wichtig ist auch, dass du keine Einträge im Fahreignungsregister (also Punkte in Flensburg) und im polizeilichen Führungszeugnis hast. 

Da du viel Zeit alleine oder mit Kollegen in der Lok verbringen wirst, ist selbstständiges Arbeiten entscheidend bei der Arbeit zum Lokführer. Natürlich erhältst du Anweisungen, musst aber viele Entscheidungen auch selbst treffen – gerade dann, wenn es zu Abweichungen vom Regelbetrieb kommt. 

Die Arbeit in Wechselschichten ist fordernd, du musst daher sowohl physische als auch psychische Belastbarkeit mitbringen. Mal beginnt deine Schicht früh morgens, an anderen Tagen bist du bis in die Nacht hinein unterwegs. 

Gute kommunikative Fähigkeiten sind als Lokführer auch wichtig, schließlich musst du auch Durchsagen machen oder mit Kollegen sprechen. Neben sehr guten Deutschkenntnissen können auch Englischkenntnisse hilfreich sein, wenn du Lokführer werden möchtest.

Welche Voraussetzungen braucht man für die Arbeit als Lokführer?

Um Lokführer zu werden, ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Viele Bahnunternehmen fordern aber einen mittleren Schulabschluss. 

Da du Fahrzeuge fahren wirst, ist manchmal ein Mindestalter (z. B. 19 oder 20 Jahre) gefordert, wenn du dich um einen Ausbildungsplatz als Lokführer bewirbst. 

Ist eine Umschulung zum Lokführer möglich?

Hast du dich nach der Schule für einen anderen Berufsweg entschieden und möchtest nun aber doch Lokführer werden? Die gute Nachricht: Lokführer Quereinsteiger sind durchaus gefragt. 

Bei Bahnunternehmen wie der Deutschen Bahn kannst du eine Umschulung machen. In oft nur 11 bis 13 Monaten erwirbst du hier das nötige Fachwissen für die Arbeit als Lokführer. Lokrangierführer kannst du teils schon in 4 Monaten werden. Theorie und Praxis gehen hier Hand in Hand, sodass du nach Abschluss der Umschulung schnell in den Job einsteigen kannst. Bei guten Leistungen gibt es bei Umschulungen zum Lokführer sogar oft eine Übernahmegarantie.

Wichtig ist, dass du vorher bereits eine andere Ausbildung abgeschlossen hast.

Fortbildungsmöglichkeiten für Lokführer

Möchtest du irgendwann doch mehr, kannst du dich fortbilden, um weitere oder verantwortungsvollere Aufgaben zu übernehmen. Als Lokführer kannst du sowohl den Meister als auch den Techniker machen. Möchtest du eher im planerischen Bereich tätig sein, könntest du auch den Fachwirt für den Bahnbetrieb oder für Güterverkehr und Logistik machen. Auch ein Studium ist natürlich möglich, wenn du die Voraussetzungen mitbringst. Anbieten würden sich Fahrzeugtechnik oder Logistik.

Weitere Infos

Bildnachweis: „S-Bahn auf Gleisen" © sybanto - shutterstock.com