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Eisenbahner / Eisenbahnerin im Betriebsdienst
Ausbildung & Beruf

Ausbildung Eisenbahner im Betriebsdienst

„Achtung an Gleis 5, der Zug fährt ab“, schallt es über den Bahnsteig. Auf Gleis 5 stehst du mit deinem IC. Mit einem Blick aus dem Fenster prüfst du, ob die Türen frei sind, damit du sie schließen kannst. Die Zugbegleiterin lässt die Pfeife erklingen und steigt selbst ein. Du schließt die Türen und wartest auf das Signal: Nun kann es losgehen. Es ist 06:04 Uhr morgens, du bist aber schon seit Stunden in der Lok. Beim nächsten Halt ist deine Schicht vorbei, dann geht es nach Hause und ins Bett.

Berufsbild Eisenbahner / Eisenbahnerin im Betriebsdienst

Was macht ein Eisenbahner im Betriebsdienst (m/w/d)?

Eisenbahner bzw. Eisenbahnerin im Betriebsdienst sind für den Personen- und Güterverkehr zuständig. Ihre Aufgabe besteht darin, einen reibungslosen Ablauf und funktionierenden Betrieb auf den Schienen zu gestalten.

Die Ausbildung wird in 2 unterschiedlichen Fachrichtungen angeboten:

Im Bereich Lokführer und Transport lernst du, Züge zu lenken und zu rangieren, die Funktion von Bremsen zu prüfen und Fahrten zu sichern. Später kannst du bei Betreibern von S- und U-Bahnen oder im Schienenfahrzeugbau tätig sein.

In der Fachrichtung Fahrweg wird dir alles rund um den Bereich Fahrdienst beigebracht. Das heißt, du lernst, wie man Zugfahrten im Normalfall, aber auch in Gefahrensituation und bei Störungen richtig durchführt. Eisenbahner im Betriebsdienst der Fachrichtung Fahrweg arbeiten ebenfalls im Personen- und Güterverkehr. Sie können aber auch für die Baustellensicherung zuständig sein.

Wie sieht der Berufsalltag als Eisenbahner im Betriebsdienst aus?

Je nachdem, ob du die Lok fährst oder in der Fachrichtung Fahrweg für den Betriebsablauf zuständig bist, erwarten dich im Berufsalltag als Eisenbahner unterschiedliche Aufgaben. In beiden Bereichen ist es aber entscheidend, dass du Züge sicher an ihr Ziel bringst – entweder durch das Stellen der Weichen und Signale und die Sicherung der Bahnanlagen oder durch das Fahren und Rangieren der Züge selbst. 

In der Regel arbeitest du als Fahrzeugführer im Schichtdienst, also auch nachts oder am Wochenende. Dienstreisen kommen dafür eher nicht vor.

Wo arbeitet man als Eisenbahner im Betriebsdienst?

Das typische Arbeitsumfeld als Eisenbahner bzw. als Eisenbahnerin ist der Bereich rund um Züge, Bahnhöfe und Stellwerke. Aber Eisenbahner im Betriebsdienst ist nicht gleich Eisenbahner im Betriebsdienst. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Betrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In der Fachrichtung Lokführer und Transport bist du vor allem auf Triebfahrzeugen und in Betriebswerken tätig. Hast du dich für den Schwerpunkt Fahrweg entschieden, arbeitest du hauptsächlich auf Bahnhöfen und in Stellwerken. Außerdem bist du in Zügen und im Freien unterwegs, um die Strecken zu kontrollieren. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Ausbildung zum Eisenbahner / zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst

Wie läuft die Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst ab?

In deiner Ausbildung zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst bist du im Wechsel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Eisenbahner im Betriebsdienst und übernimmst konkrete Aufgaben als Lokführer bzw. Lokführerin. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. 

Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig.

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine schriftliche Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung warten eine schriftliche, eine praktische und eine mündliche Abschlussprüfung auf dich. Wenn du die Prüfung bestehst, darfst du dich staatlich anerkannter Eisenbahner im Betriebsdienst nennen.

Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Eisenbahner im Betriebsdienst.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Ausbildungsvergütung

972 - 1.111 €

Was lernt man in der Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst?

Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Eisenbahner im Betriebsdienst und fährst tatsächlich Bahnen. Zu den Lehrinhalten im Ausbildungsbetrieb gehört außerdem, welche Bahnanlagen es gibt, wie die Betriebssicherheit gewährleistet und die Abfahrbereitschaft festgestellt wird.

In der Berufsschule gehören natürlich auch berufsspezifische Lernfelder zu den Unterrichtsinhalten: Grundlagen der Antriebstechnik, Rangieren oder Signallehre stehen fest auf dem Stundenplan für angehende Eisenbahner im Betriebsdienst. Dazu kommen allgemeinbildende Fächer beispielsweise Deutsch oder Politik.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon:

  • I wie Infrastruktur: Wie viele Kilometer umfasst das Gleisnetz deines Bahnbetriebes? Wie viele Weichen und Stellwerke gibt es? In deiner Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst lernst du alles rund um deinen Bahnbetrieb.
  • L wie Logistik: Meint alle Vorgänge rund um die Beschaffung, Lagerung und den Transport von Waren und Personen. Als Eisenbahner sorgst du dafür, dass Güter reibungslos von A nach B kommen.
  • R wie Rangieren: „ranger“ ist französisch und meint so viel wie „ordnen“. Auch Züge und Zugteile müssen in die richtige Reihenfolge oder auf das richtige Gleis rangiert werden. Als Eisenbahner bzw. Eisenbahnerin im Betriebsdienst lernst du daher, wie du Fahrzeuge kuppelst und Weichen bedienst.

Eisenbahner im Betriebsdienst: Voraussetzungen für die Ausbildung

Hier zeigen wir dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Schulfächer

  • Mathe
  • Werken / Technik
  • Physik

Stärken

  • Sorgfalt & Genauigkeit
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
  • Neugierde & Lernbereitschaft

Arbeitsbedingungen

  • Umfeld: Personenbeförderung (Zug, Bus, Flugzeug)
  • Schichtdienst
  • Dienstreisen nur in Ausnahmefällen

Eisenbahner im Betriebsdienst bzw. Eisenbahnerin im Betriebsdienst kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Ungefähr die Hälfte der Azubis hat aber einen mittleren Schulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Die andere Hälfte der Azubis startet zum Großteil mit Abitur in die Lehre. Ein kleiner Teil beginnt die Ausbildung mit Hauptschulabschluss. Und nur sehr wenige Azubis beginnen die Ausbildung ohne Schulabschluss. 

Mit guten Noten in Mathe und Physik kannst du in dieser Ausbildung auf jeden Fall punkten, da du die Kenntnisse brauchst, um beispielsweise Strecken und Bremswege zu berechnen. Auch gute Kenntnisse in Werken und Technik können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein z.B. um Wartungsarbeiten durchzuführen oder Stellwerkseinrichtungen zu bedienen. Am wichtigsten ist jedoch, dass du ein großes Interesse und die passenden Stärken für die Ausbildung zum Eisenbahner im Betriebsdienst mitbringst. Beim Umgang mit Schienenfahrzeugen sind vor allem Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein und eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise wichtig.

Das typische Arbeitsumfeld als Eisenbahner im Betriebsdienst ist der Bereich rund um Züge, Bahnhöfe und Stellwerke. In der Regel arbeitest du als Lokführer im Schichtdienst und Dienstreisen kommen typischerweise nicht vor.

Aber Eisenbahner im Betriebsdienst ist nicht gleich Eisenbahner im Betriebsdienst. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In der Fachrichtung Lokführer und Transport bist du vor allem auf Triebfahrzeugen und in Betriebswerken tätig. Hast du dich für den Schwerpunkt Fahrweg entschieden, arbeitest du hauptsächlich auf Bahnhöfen und in Stellwerken. Außerdem bist du in Zügen und im Freien unterwegs, um die Strecken zu kontrollieren. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie viel verdient man als Eisenbahner im Betriebsdienst in der Ausbildung?

Als Eisenbahner im Betriebsdienst bzw. Eisenbahnerin im Betriebsdienst kannst du in deiner Ausbildung mit folgenden Ausbildungsvergütungen rechnen:

  • im 1. Ausbildungsjahr: 972 Euro
  • im 2. Ausbildungsjahr: 1.044 Euro
  • im 3. Ausbildungsjahr: 1.111 Euro

Du möchtest gern mehr wissen? Hier geht es zur Eisenbahner im Betriebsdienst Gehaltsseite.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Eisenbahner / zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst zu mir?

Eisenbahner bzw. Eisenbahnerin ist der passende Beruf für dich, wenn 

  • du dich lange konzentrieren kannst
  • du schnell reagieren kannst
  • du Spaß an Technik und Zügen hast
  • du abwechslungsreiche Tätigkeiten magst

Ein anderer Beruf als Eisenbahner passt besser zu dir, wenn

  • du nicht gerne Verantwortung übernimmst
  • du nicht im Schichtdienst arbeiten möchtest
  • du nicht gerne im Team arbeitest
  • du keine Lust auf langes Sitzen hast

Alles im grünen Bereich? Dann mach den Berufswahltest und finde heraus, zu wie viel Prozent diese Ausbildung tatsächlich zu dir passt. → Jetzt Eignung testen! Du bist dir schon sicher, dass es dein Traumberuf ist? Dann findest du hier freie Ausbildungsplätze ↓

Eine Tätigkeit im Bereich Transport, Logistik & Verkehr kannst du dir gut vorstellen, aber du bist noch nicht sicher, welcher Beruf am besten zu dir passt? Dann schau dir noch folgende verwandte Berufe an: 

Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Nach Abschluss deiner Ausbildung zum Eisenbahner bzw. zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Meister für Bahnverkehr. Wenn du dich für die Fachrichtung Fahrweg entschieden hast, kannst du nach deiner Ausbildung auch die Weiterbildung zum Fachwirt für Güterverkehr und Logistik absolvieren. Nach dem Abschluss mit dem Schwerpunkt Lokführer und Transport kannst du dich zum Techniker für Verkehrstechnik weiterbilden. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Verkehrsingenieurwesen oder Logistik.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Eisenbahner / zur Eisenbahnerin im Betriebsdienst

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten, um Entwicklungen in den Bereichen Schienenverkehr, Arbeitsschutz, Gefahrguttransport, Ladungssicherung und Unfallverhütung kennenzulernen. 

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Meister - Bahnverkehr, zum Industriemeister - Leit- und Sicherungstechnik (Eisenbahn) oder zum Fachwirt - Bahnbetrieb. Aber auch ein Studium kannst du anschließen.

Passende Studiengänge sind: 

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Eisenbahner im Betriebsdienst

Die Zukunft der Mobilität liegt auf der Schiene – so zumindest sehen es die Bahnunternehmen, die Milliarden in den Gleis- und Netzausbau investieren und kürzere Fahrtzeiten und bessere Abläufe erreichen möchten. Eisenbahner im Betriebsdienst tragen dazu bei, dass Menschen und Güter auf der Schiene von A nach B kommen und haben einen verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Beruf ergriffen. 

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Weitere Infos

Bildnachweis: „S-Bahn fährt in Bahnhof ein" © den-belitsky - Fotolia; „Fahrzeuge steuern" ©Corepics VOF - Fotolia; „Arbeit an den Gleisen" ©Evgenija Lanz - Fotolia; „Transporte per Telefon disponieren" ©Sinisa Bobic - shutterstock.com; „Abfahraufträge erteilen" ©Sap - stock.adobe.com