Nonne
Ausbildung & Beruf
Aktualisiert am 13.04.2026
Was macht eine Nonne?
Eine Nonne lebt in einer Ordensgemeinschaft und stellt ihr Leben ganz in den Dienst des Glaubens. Sie betet regelmäßig, nimmt an Gottesdiensten teil und folgt festen Regeln, die in der Ordensregel festgelegt sind. Je nach Orden kümmert sie sich um soziale Projekte, unterrichtet in Schulen oder arbeitet in der Pflege. Nonnen in einem tätigen Orden begleiten Menschen in schwierigen Lebensphasen, zum Beispiel im Krankenhaus oder in der Seelsorge. Auch praktische Aufgaben im Kloster gehören dazu, etwa Kochen, Gartenarbeit oder Verwaltung. Kontemplative Orden haben sich vor allem dem Gebet und der Meditation verschrieben. Das Klosterleben bedeutet Verzicht auf Ehe, eigenes Vermögen und viel Freizeit. Dafür erlebt sie Gemeinschaft, spirituelle Tiefe und einen klaren Lebenssinn.
Wo kann ich als Nonne arbeiten?
Nicht alle Nonnen arbeiten im Kloster, sondern viele von ihnen sind in Berufen tätig, die sie im Alltag in die Städte hinaus führen, beispielsweise in Pflegeberufen, in der Erziehung oder der sozialen Arbeit. Andere kümmern sich im Kloster um Verwaltungsarbeiten oder arbeiten in Werkstätten. Sie können auch seelsorgerische Tätigkeiten ausüben.
Ein Teil des Alltags spielt sich immer im Kloster ab, etwa beim gemeinsamen Gebet, in der Küche oder im Gästebereich. Wo du genau arbeitest, hängt stark von deinem Orden ab.
Die Arbeitszeiten als Nonne sind nicht mit einem normalen Bürojob zu vergleichen, weil dein ganzer Alltag eine Art Dienst ist. Der Tagesablauf ist meist genau strukturiert: Der Tag beginnt früh mit Gebeten und endet oft erst am späten Abend mit dem Abendgebet. Dazwischen liegen Arbeitszeiten in Schule, Pflege, Küche oder anderen Bereichen, die der Orden übernommen hat. Pausen, Essenszeiten und Zeiten der Stille sind ebenfalls fest eingeplant. Wochenenden und Feiertage sind nicht automatisch frei, da es gerade an kirchlichen Feiertagen oft besonders viel zu tun gibt. Trotzdem achten viele Orden heute auf Ruhezeiten, damit Nonnen langfristig gesund bleiben.
Ausbildungsorte als Nonne
Wie viel verdient ein Nonne?
Als Nonne bekommst du in der Regel kein Gehalt wie in einem normalen Beruf, sondern lebst in der Versorgung deiner Ordensgemeinschaft. Das bedeutet: Unterkunft, Verpflegung, Kleidung und medizinische Versorgung übernimmt das Kloster. Oft erhältst du ein kleines Taschengeld für persönliche Ausgaben wie Fahrkarten, Bücher oder Hygieneartikel. Wenn du in einem anerkannten Beruf arbeitest, zum Beispiel als Lehrerin oder Krankenschwester, geht dein Lohn meist an den Orden. Dafür trägst du weniger finanzielle Verantwortung, hast keine Miete und keine großen Fixkosten. Reich im klassischen Sinn wirst du in diesem Beruf nicht, aber du lebst materiell abgesichert und relativ sorgenfrei.
Wie viel verdient eine Nonne in der Ausbildung?
Als Nonne erhältst du keine Ausbildungsvergütung, sondern verzichtest auf weltliche Besitztümer. Ein Leben in Armut und Gehorsam sind sogar wichtig, daher geht ein eventueller Verdienst durch eine Berufstätigkeit an das Kloster. Brauchst du Geld für Anschaffungen, kannst du das im Kloster beantragen. Einige Abteien gewähren dir auch ein Taschengeld zur freien Verfügung.
Wie läuft die Ausbildung als Nonne ab?
Nonne wird man nicht, indem man eine duale Ausbildung abschließt. Der Weg dorthin in verschiedene Schritte geteilt.
- Am Anfang steht meist eine Art Kennenlernphase, in der du den Orden besuchst, Gespräche führst und am Klosterleben teilnimmst. Die meisten Klöster empfehlen dir einen Aufenthalt als Gast im Gästehaus, beispielsweise im Rahmen eines „Kloster-auf-Zeit“-Aufenthalts oder über die regelmäßigen Klostertage, die viele Orden anbieten.
- Entscheidest du dich für den Eintritt ins Kloster, steht zunächst das Postulat an, quasi eine Probezeit im Orden. Die Dauer unterscheidet sich von Kloster zu Kloster. Hier lernst du das Leben nach den Ordensregeln besser kennen.
- Im Noviziat erhältst du das Ordensgewand einer Nonne und deinen neuen Namen. In 1 bis 2 Jahren lernst du das klösterliche Leben intensiv kennen, hast aber noch nicht alle Rechte und Pflichten einer regulären Nonne.
- Im Anschluss erwartet dich die Zeitliche Profess, eine Verpflichtung zum Leben als Nonne, jedoch noch auf Zeit. Du legst das zeitliche Ordensgelübde ab und kannst in dieser Zeit prüfen, ob dieses Leben wirklich dein Wunsch ist.
- Bist du schließlich überzeugt, dass dieser Lebensweg deine Berufung ist, bindest du dich mit der Feierlichen Prozess an deinen Orden und die Liebe Gottes.
Wie lange dauert die Ausbildung als Nonne?
Bis du vollständig als Nonne aufgenommen bist, vergehen meist ca. 6 bis 9 Jahre, weil der Orden und du sicher sein wollen, dass die Entscheidung trägt. Die erste Kennenlernphase ist flexibel und kann von einigen Monaten bis zu ein, zwei Jahren dauern. Das Postulat dauert oft etwa ein Jahr und dient als Einstieg ins regelmäßige Klosterleben. Danach folgt das Noviziat, das in vielen Orden ungefähr zwei Jahre umfasst. In dieser Zeit konzentrierst du dich besonders auf Gebet, spirituelle Ausbildung und die Regeln des Ordens. Anschließend legst du zunächst zeitliche Gelübde ab, die mehrmals erneuert werden können. Erst danach folgt die ewige Profess als endgültiges Ja.
Was sind die Ausbildungsinhalte als Nonne?
In der Ausbildung zur Nonne lernst du vor allem Glaubenslehre, Spiritualität und das konkrete Leben im Orden kennen. Typische Inhalte sind zum Beispiel:
- Theologische Grundlagen, Gebetsformen und Liturgie.
- Persönlichkeitsentwicklung, Gesprächsführung und Gemeinschaftsleben.
- Praktische Tätigkeiten im Haus, in Projekten oder sozialen Einrichtungen.
Du beschäftigst dich mit der Bibel, der Geschichte der Kirche und der Entstehung deines Ordens. Dazu kommt die Ordensregel, die deinen Alltag strukturiert und Verhaltensregeln vorgibt. Je nach Ausrichtung des Klosters gibt es weitere Inhalte, zum Beispiel Pädagogik, Pflege, Seelsorge oder hauswirtschaftliche Themen.
Um Nonne zu werden, brauchst du vor allem eine echte religiöse Berufung und den Wunsch, dein Leben Gott zu widmen. Viele Orden erwarten, dass du getauft bist und bereits intensiv deinen Glauben lebst, zum Beispiel durch Gebet, Gottesdienstbesuche und Engagement in der Gemeinde. Meist solltest du volljährig sein und psychisch stabil, damit du das verbindliche Leben in Gemeinschaft gut tragen kannst. Auch die Bereitschaft zu Ehelosigkeit, Gehorsam und einem einfachen Lebensstil ist entscheidend.
Ein Schulabschluss oder eine abgeschlossene Berufsausbildung sind oft erwünscht, da du später in bestimmten Aufgabenbereichen mitarbeiten sollst. Jede Gemeinschaft hat eigene Regeln, also erkundige dich am besten direkt beim Orden.
Ob du Nonne in einem Kloster werden kannst, entscheidest nicht nur du, sondern auch die Klostergemeinschaft. Verantwortlich für Anwärterinnen ist im Kloster die Novizenmeisterin, die dich während deiner Zeit als angehende Nonne begleitet, aber auch prüft.
- Religion
- Ethik
- Philosophie
- Disziplin
- Gemeinschaftssinn
- Einfühlungsvermögen
- Umfeld: Im Orden, in Kirchen, in Gemeinschaftsräumen
- Strenger Tagesablauf
- Vorgeschriebene Regeln
Ähnliche Ausbildungsberufe
Als Nonne hast du überraschend viele Möglichkeiten, dich weiterzubilden und neue Aufgaben zu übernehmen. Viele Orden unterstützen Studiengänge oder Fortbildungen, zum Beispiel in Theologie, Pädagogik, Sozialer Arbeit, Pflege oder Musik. So kannst du später als Lehrkraft, Seelsorger, Krankenpfleger oder in der Leitung von Einrichtungen arbeiten.
Innerhalb des Ordens kannst du Verantwortung übernehmen, etwa als Oberin, in der Ausbildung neuer Mitglieder oder in der Organisation von Projekten. Manche Nonnen engagieren sich in der Öffentlichkeitsarbeit, schreiben Bücher oder halten Vorträge. Karriere bedeutet im Kloster nicht Status und Geld, sondern mehr Verantwortung für Menschen und Gemeinschaft. Weiterbildung hilft dir, deine Begabungen gezielt für andere einzusetzen.
Die Ausbildung zur Nonne ist ein besonderer Weg, der dir ein klares, sinnorientiertes Leben in Gemeinschaft bietet. Statt klassischer Karriere und hohem Gehalt entscheidest du dich für Glauben, Einfachheit und den Dienst am Mitmenschen. Durch verschiedene Aufgaben in Bildung, Pflege, Seelsorge oder sozialen Projekten kannst du deine Talente sinnvoll einsetzen. Die mehrjährigen Ausbildungsphasen geben dir genug Zeit, deine Berufung zu prüfen und innerlich zu wachsen. Wenn du tief im Glauben verwurzelt bist und dir ein Leben im Kloster vorstellen kannst, eröffnet dir dieser Weg viele Möglichkeiten. So wird aus dem Wunsch, Nonne zu werden, eine dauerhafte und erfüllende Lebensperspektive.
Der Arbeitsmarkt für Nonne ist sehr klein und stark spezialisiert. Du findest nur wenige Stellen und feste Plätze in entsprechenden Gemeinschaften. Oft bleiben Menschen dort viele Jahre und wechseln selten die Einrichtung. Bewerbungen laufen meist direkt über die Gemeinschaft und nicht über klassische Jobportale. Wichtiger als ein Lebenslauf ist deine innere Motivation und deine langfristige Bindung.
Grundsätzlich ist der Beruf Nonne auch für Quereinsteiger möglich. Du musst keine bestimmte Ausbildung mitbringen, wichtiger ist deine persönliche Eignung. Wenn du dich gut in eine Gemeinschaft einfügen kannst, ist das ein Plus. Vorherige Berufserfahrung in sozialen, pädagogischen oder organisatorischen Bereichen kann helfen. Entscheidend sind aber deine Motivation, Verlässlichkeit und Bereitschaft zu einem einfachen Lebensstil.
Als Nonne brauchst du vor allem soziale und persönliche Fähigkeiten. Du solltest gut im Team arbeiten können und Rücksicht auf andere nehmen. Disziplin, Zuverlässigkeit und ein strukturierter Alltag sind wichtig. Auch Organisationstalent, Kommunikationsstärke und Konfliktfähigkeit helfen dir im Alltag weiter. Außerdem solltest du mit einfachen Lebensbedingungen klarkommen und innerlich stabil sein.
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