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Prokurist / Prokuristin
Ausbildung & Beruf

Prokurist / Prokuristin
Prokurist / Prokuristin

Im kaufmännischen Bereich blühst du auf und würdest gerne Verantwortung in der Geschäftsführung übernehmen? Als Prokurist erhältst du viel Verantwortung und übernimmst zahlreiche Aufgaben. Doch was ist ein Prokurist und gibt es eine Ausbildung? Hier erfährst du alles Wichtige.

Was ist ein Prokurist (m/w/d)?

Du kennst den Begriff Prokurist eventuell nicht und fragst dich bestimmt: Was ist ein Prokurist? Als Prokurist verfügst du über eine handelsrechtliche Vollmacht, mit der du sämtliche Rechtsgeschäfte im entsprechenden Unternehmen übernehmen kannst. In diesem Fall erhältst du eine sogenannte Prokura und kannst im Namen der Geschäftsführung handeln. Als Prokurist arbeitest du normalerweise in dem Unternehmen und konntest dich durch deine Aufgaben qualifizieren. Denn als Prokuristin erhältst du viel Vertrauen von der Geschäftsführung.

Wie wird Prokura erteilt?

Die Erteilung von Prokura regelt das Handelsgesetzbuch (HGB) ab Paragraf 49 eindeutig. Dies ist für deinen Schutz und den Schutz der Handelspartner wichtig. Ansonsten könnte jeder sagen, dass er im Namen der Geschäftsführung handelt und beispielsweise Verträge unterschreiben. Um die Prokura wirksam zu erteilen, muss dies ausdrücklich mündlich oder schriftlich geschehen. Zusätzlich benötigt die Ernennung der Prokura einen Eintrag in das Handelsregister. 

Anschließend kannst du als Prokurist sämtliche Aufgaben durchführen, die der Betrieb üblicherweise mit sich bringt. Du kannst jetzt aber nicht einfach Grundstücke im Namen des Unternehmens kaufen. Diese Aufgabe ist keine übliche Aufgabe im Geschäftsalltag und daher nicht möglich. Für diese Aufgabe benötigst du eine besondere Befugnis. 

Prokurist Beispiel:
Du bist jahrelanger Mitarbeiter in einer Schreinerei und kennst die Abläufe mittlerweile sehr gut. Das Unternehmen ist erfolgreich und wächst stetig. Dadurch kommen immer mehr Aufgaben auf deinen Chef zu. Damit dein Chef wieder mehr Zeit hat, sollst du verschiedene Aufgaben übernehmen. Daher erteilt dein Chef dir Prokura und ernennt dich zum Prokuristen. 

Als Prokurist kannst du deinen Chef unterstützten und zahlreiche Aufgaben erledigen. Mit deiner handelsrechtlichen Vollmacht übernimmst du jetzt die Bestellung der neuen Ware. Darüber hinaus kümmerst du dich um die Einstellung neuer Mitarbeiter und schließt die Verträge mit ihnen.

Die Arten von Prokura

Prokura kann dir in verschiedenen Arten erteilt werden. Dadurch beschränkt der Erteiler dein Handeln ein wenig oder gestaltet die Vollmacht sehr frei. Welche Arten von Prokura gibt es? Bei den Arten der Prokura gibt es:

  • Einzelprokura
  • Filialprokura
  • Generalprokura
  • Gesamtprokura

Bei der Einzelprokura vertrittst du das Unternehmen als einzelne Person umfassend. Im Falle der Filialprokura beschränkt sich dein Handeln als Prokurist auf eine bestimmte Filiale oder Niederlassung. Das ist dann vorteilhaft, wenn ein Unternehmen über verschiedene Standorte verfügt. Erhältst du Prokura für alle Filialen, ist das eine Generalprokura. Mit der Gesamtprokura arbeitest du als Prokurist nicht alleine, sondern mit mindestens einem weiteren Prokuristen zusammen. Das bedeutet, dass du die Entscheidungen gemeinsam mit mindestens einem weiteren Prokuristen und nicht einzeln triffst.

Welche Fähigkeiten sind hilfreich als Prokurist?

Für Prokuristen sind verschiedene Fähigkeiten hilfreich, damit die Vertretung reibungslos funktioniert. Prokuristen kommen durch die Verantwortung durchaus in stressige Situationen, die sie alleine meistern müssen. Daher ist es vorteilhaft, wenn du in solchen Situationen einen kühlen Kopf bewahrst.

Weiterhin benötigst du als Prokurist eine große Portion Verantwortungsbewusstsein, damit du entsprechend der Ziele des Unternehmens handelst. Als Prokurist bzw. Prokuristin sind kaufmännische Fähigkeiten, je nach Aufgabenfeld ein mathematisches und analytisches Denken, sowie eine gute Merkfähigkeit von Vorteil.

Prokurist werden

Gibt es für Prokuristen eine Ausbildung oder ein Studium? Um dich als Prokurist zu qualifizieren, kannst du kein bestimmtes Studium und keine bestimmte Ausbildung abschließen. Prokurist wirst du vielmehr durch deine Tätigkeit im Unternehmen, deine Kompetenzen und dein Verantwortungsbewusstsein. Normalerweise verfügst du vor deiner Ernennung zum Prokuristen bzw. zur Prokuristin über eine Ausbildung im kaufmännischen Bereich oder ein Studium im Bereich Wirtschaft. Zusätzlich benötigst du eine entsprechende Berufserfahrung.

Diese Ausbildungen sind hilfreich

Auf die Aufgaben als Prokurist arbeitest du nicht gezielt hin. Jedoch gibt es Ausbildungen, die für die Aufgaben eines Prokuristen vorteilhaft sind. Diese stammen meistens aus dem kaufmännischen Bereich. Eine Übersicht über passende Ausbildungen und Berufe findest du hier: Kaufmännische Berufe 

Statt einer klassischen Ausbildung verfügen viele Prokuristen über ein Studium im Bereich Wirtschaft. Ein passender Studiengang ist beispielsweise das Wirtschaftsrecht, mit dem zu anschließend als Wirtschaftsjurist arbeiten kannst.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Prokurist bei der Arbeit" © goodluz - Fotolia