AZUBIYO Logo

Fachlehrer / Fachlehrerin
Ausbildung & Beruf

Fachlehrer
Fachlehrer

Du möchtest unterrichten, die klassisch-wissenschaftlichen Schulfächer liegen dir aber nicht? Eine Ausbildung gefällt dir besser als der Uni-Alltag? Dann liegst du mit einer Fachlehrer-Ausbildung genau richtig!

Was macht ein Fachlehrer (m/w/d)?

Fachlehrer klingt missverständlich, denn schließlich unterrichten alle Lehrer bestimmte Fächer. Fachlehrer und Fachlehrerinnen gibt es aber nur in bestimmten Bundesländern und für bestimmte Unterrichtsfächer.

Diese Fächer unterrichten Fachlehrer & Fachlehrerinnen:

  • Sport
  • Bildende Kunst, Textil, Werken oder Technik
  • Musik
  • Gesundheit & Ernährungslehre
  • Kommunikationstechnik
  • Sonderpädagogik

Fachlehrer werden kannst du mit einer Ausbildung momentan nur in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen

Als Fachlehrer unterrichtest du Schüler an allgemeinbildenden oder berufsbildenden Schulen und vermittelst ihnen neben theoretischen Kenntnissen auch praktisches Wissen. Deinen Unterricht bereitest du vorher gewissenhaft vor und orientierst dich dabei am jeweils geltenden Lehrplan. Du musst Unterrichtsmaterialien heraussuchen und zusammenstellen oder Klassenarbeiten stellen. Damit überprüfst du das Wissen deiner Schüler. Als Fachlehrer nimmst du außerdem an Konferenzen und Besprechungen im Lehrerkollegium teil. Außerdem bietest du Elternsprechstunden an. Zur Lehrtätigkeit gehört also mehr als das reine Unterrichten.

Keine Quereinsteiger: Fachlehrer wirst du mit einer bestimmten Fachlehrerausbildung. Etwas anderes sind Quereinsteiger: Personen ohne Lehramtsausbildung oder -studium, die Lehrer werden möchten. Sie holen berufsbegleitend die pädagogischen Qualifikationen nach, können aber schon ein fachliches Studium vorweisen. Lehramts-Quereinsteiger kannst du üblicherweise nur werden, wenn du ein Mangelfach unterrichtest.

Keine Lehrer für Fachpraxis: Manchmal werden Lehrer für Fachpraxis an allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen auch Fachlehrer genannt. Diese Lehrer für Fachpraxis unterrichten ihre Fächer normalerweise nicht in Klassenräumen. Stattdessen arbeiten sie in Werkstätten, Musiksälen, Laboren oder Küchen. Je nach Bundesland kannst du manchmal schon mit bestandener Gesellenprüfung zum jeweiligen Seminar (und somit der Ausbildung) zugelassen werden.

Wo arbeiten Fachlehrer?

Fachlehrer arbeiten – je nach Fächerkombination – an Grund-, Haupt- und Realschulen. Aber auch Berufsschulen und Förderschulen stellen Fachlehrer ein. Abhängig vom Schulfach bist du entweder in Klassenräumen oder in Fachräumen wie Musikräumen, Sporthallen oder Werkstätten unterwegs. 

Klassenarbeiten korrigierst du entweder direkt in deinem Büro in der Schule oder zu Hause. Dafür bietet sich ein eigenes Arbeitszimmer an, in dem du auch die Unterrichtsvorbereitung in Ruhe angehen kannst.

Welche Fähigkeiten braucht ein Fachlehrer?

Als Fachlehrer oder Fachlehrerin musst du strukturiert und eigenverantwortlich arbeiten können. Bei den Lehrinhalten bist du zwar an Lehrpläne gebunden, kannst die einzelnen Stunden aber selbst gestalten. Bei den Schülern musst du dich durchsetzen können, gleichzeitig ist aber auch Einfühlungsvermögen wichtig. Nicht zuletzt ist auch die fachliche Eignung wichtig, schließlich musst du wissen, wovon du sprichst.

Um zur Fachlehrer- oder Fachlehrerin-Ausbildung zugelassen zu werden, musst du mindestens einen Realschulabschluss vorweisen können. Einige Bundesländer fordern möglicherweise auch eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine Meister- oder Technikerprüfung oder sogar ein abgeschlossenes Hochschulstudium. 

Fachlehrer werden: So wirst du Fachlehrer

Die Fachlehrer-Ausbildung erfolgt nicht über ein Studium an der Uni, sondern meist in Seminarform. So ähnelt die Ausbildung zur Fachlehrerin oder zum Fachlehrer einer schulischen Ausbildung, wie beispielsweise der für Erzieher.

Das Seminar dauert in Vollzeit 2 bis 4 Jahre, die genaue Dauer hängt vom Bundesland ab. Zusätzlich zum pädagogischen und fachlichen Unterricht gibt es immer auch praktische Übungen. Manchmal bist du von Beginn der Ausbildung an im Schuleinsatz, in anderen Fällen folgt eine Art Anerkennungsphase oder Vorbereitungsdienst, was dem Referendariat ähnelt. 

  • In Baden-Württemberg wirst du an Pädagogischen Fachseminaren ausgebildet. Zur Bewerbung wendest du dich an das für deinen Seminarort zuständige Regierungspräsidium. Es gibt eine Zulassungsprüfung und eine Eignungsprüfung, die du bestehen musst, außerdem ein Gruppengespräch. 
  • In Bayern wirst du am Staatsinstitut ausgebildet und musst auch hier eine Eignungsprüfung bestehen. Die Fachlehrer-Ausbildung gliedert sich in den fachlichen Teil und in die pädagogisch-didaktische Ausbildung. Neben den oben genannten Fächern kannst du in Bayern auch Englisch unterrichten. 
  • Nordrhein-Westfalen bildet Fachlehrer für Förderschulen in 18 Monaten aus. Hier arbeitest du oft mit behinderten Schülern und übernimmst teils auch pflegerische Tätigkeiten. Die Ausbildungsplätze sind begrenzt und eine Bewerbung ist dann möglich, wenn du eine dreijährige Ausbildung oder ein Bachelorstudium in einem der gesuchten Fächer oder Berufe absolviert hast. 

Alternative Berufe

Je nachdem, was dir am Beruf des Fachlehrers gefällt, gibt es unterschiedliche Berufe, die ähnliche Fähigkeiten erfordern. Gefällt dir die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, wären Kinderpfleger oder Erzieher interessante Ausbildungen.

Möchtest du anleiten oder unterrichten, könnten therapeutische Berufe wie Logopäde zu dir passen. Hierhin bringt dich oft ein Duales Studium.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Fachlehrerin hilft Schülerin" © Jacob Lund - stock.adobe.com