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Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Ausbildung & Beruf

Heilpraktiker / Heilpraktikerin
Heilpraktiker / Heilpraktikerin

In der Heilpraktiker Ausbildung lernst du, dass auftretende Gesundheitsbe­schwer­den Zeichen eines Ungleich­gewichts von Körper und Seele sind. Deine Behandlung soll das Gleich­ge­wicht wiederher­stellen und damit die Ursache für die Symptome beseitigen. Hört sich spannend an? Dann lies weiter.

Heilpraktiker (m/w/d) werden – so geht’s!

Zugangsvoraussetzungen
Jeder Lehrgangsträger bestimmt die Zugangsvoraussetzungen zur Heilpraktikeraus­bil­dung selbst. Rechtlich ist keine bestimmte Vorbildung festgelegt, allerdings musst du eine abge­schlos­se­ne Schulbildung nachweisen. 

Häufige Zugangsvoraussetzungen: 

  • Hauptschulabschluss oder Berufs­aus­bildung in einem nicht ärztlichen Gesundheitsberuf
  • Mindestalter 25 Jahre
  • Vorstrafenfreies Führungszeugnis
  • Ärztliches Gesundheitsattest
Welche Schulfächer sind hilfreich?
  • Biologie
  • Physik, Chemie
  • Deutsch

Welche Schulfächer sind hilfreich?

  • Biologie
  • Physik, Chemie
  • Deutsch
Welche 3 Stärken sind wichtig?
  • Interesse für Grundlagen der Medizin
  • Einfühlungsvermögen
  • Genaues Zuhören und Beobachten

Welche 3 Stärken sind wichtig?

  • Interesse für Grundlagen der Medizin
  • Einfühlungsvermögen
  • Genaues Zuhören und Beobachten
Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?
  • Enger Kontakt mit Menschen
  • Unregelmäßige Arbeitszeiten
  • Umfeld: Praxis

Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?

  • Enger Kontakt mit Menschen
  • Unregelmäßige Arbeitszeiten
  • Umfeld: Praxis

Heilpraktiker Ausbildung

Heilpraktiker ist kein gesetzlich geregelter Ausbildungsberuf. Lehrgänge kannst du als angeleitete Vorbereitung auf die Heilpraktikerprüfung betrachten. Es kommt nicht darauf an, wie du dir das Fachwissen aneignest, sondern darauf, dass du es in der Prüfung parat hast. Dement­spre­chend verläuft die Ausbildung zum Heilpraktiker nach internen Vorschriften und Regelungen der einzel­nen Lehrgangs­träger. Ausbildungsdauer, Inhalte und Struktur können sich stark un­ter­schei­den. Meist orientieren sie sich aber an der Schulsatzung der Koope­ration Deutscher Heil­prak­tiker­ver­bän­de.­ 

Bei deiner Heilpraktiker­ausbildung hast du die Wahl zwischen Präsenz­- oder Onlinekursen, einem Fern­stu­dium und Modellen in Voll- oder Teilzeit. Mach dich schlau und vergleiche Ausbil­dungs­angebote genau! 

Heilpraktiker Lehrgänge bestehen aus Lernbereichen oder Modulen, die meist auch einzeln gebucht werden können. Die umfassende Ausbildung im Rahmen des sogenannten „Großen Heilpraktikers“ dauert meist 3 Jahre. Kürzere Lehrgänge passen zu dir, wenn du z.B. durch eine Berufsausbildung schon viele Vor­kennt­nisse mitbringst oder wenn du den „Kleinen Heilpraktiker“ auf nur einem bestimmten Ge­biet wie Podologie, Physiotherapie oder Psychologie (siehe unten) machen möchtest.

Themen der Großen Heilpraktiker Ausbildung: 

  • Anatomie
  • Klinische Medizin
  • Pathologie
  • Psychiatrie
  • Physiologie
  • Anamnese und Untersuchungstechniken
  • Homöopathie
  • Phytotherapie
  • Akupunktur
  • Massage

Am Ende deiner Heilpraktikerausbildung absolvierst du meist eine schulinterne Prüfung. Praktizieren darfst du aber erst nach der erfolgreichen staatlichen Heilpraktikerprüfung durch das Gesund­heits­amt. Diese besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil und wird vor einem Amtsarzt abgelegt.

Heilpraktiker ist kein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, die Ausbildung selbst ist nicht gesetz­lich geregelt. Die Berufsbezeichnung Heilpraktiker ist jedoch geschützt und staatlich anerkannt.

Heilpraktiker für Psychotherapie Ausbildung

Wenn du Heilpraktiker für Psychotherapie werden möchtest, machst du den „Kleinen Heil­praktiker“. Dies ist eine kürzere Heilpraktiker­ausbildung, in der du dir Kenntnisse nur auf einem speziellen Wissenssektor aneignest. Ausbildung und Abschluss mit staatlicher Prüfung laufen prinzipiell genauso ab wie beim „Großen Heilpraktiker“.

Themen im „Kleinen Heilpraktiker" für den Schwerpunkt Psychotherapie Ausbildung:

  • Persönlichkeits- und Entwicklungspsychologie
  • Klinische Psychologie
  • Beratungspsychologie
  • Prävention
  • Diagnostik
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Therapiemethoden (z.B. Naturheilkunde)
  • Rechts- und Berufskunde

Beruf Heilpraktiker

Was machst du als Heilpraktiker? Als Heilpraktiker bzw. Heilpraktikerin betrachtest du Krankheiten als Störungen im seelischen und körperlichen Gesamt­system des Menschen. Du behandelst Klienten deshalb nach einem ganz­heit­lichen Ansatz und wendest Methoden der Alternativmedizin und Naturheilkunde an. Diese zielen darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und ihn von innen heraus zu heilen. Die Ausübung deines Berufs ist durch das Heilpraktikergesetz (HeilprG) reglementiert. Mit dem „Großen Heilpraktiker“ darfst du verschiedenste Krankheiten behandeln, mit dem „Kleinen Heilpraktiker“ übst du die Heilkunde in einem bestimmten Bereich aus. 

Bei der Behandlung des Klienten machst du zunächst eine ausführliche Anamnese. An­schlie­ßend stellst du eine Diagnose und legst einen individuellen Therapieplan fest. Dieser beinhaltet z.B. Inhalation, Bestrahlung oder Akkupunktur. 

Auch administrative und orga­ni­sa­to­ri­sche Aufgaben gehören zu deinem Berufsalltag. Zum Beispiel die Verwaltung von Klientendaten oder die Dokumentation von Unter­suchungs­­­ergeb­nissen. 

Heilpraktiker für Psychotherapie

Als Heilpraktiker für Psychotherapie spezialisierst du dich auf die Behandlung von psychoso­ma­ti­schen und seelischen Beschwerden deiner Klienten wie z.B. Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen. Auch bei Problemen am Arbeitsplatz, in der Familie oder in der Partnerschaft hilfst du. Typischerweise bist du in der Beratung, im Coaching oder in der Lebenshilfe tätig.

Wo arbeitet ein Heilpraktiker?

  • Praxen, Arztpraxen
  • Massage- und physiotherapeutischen Praxen
  • Gesundheitszentren
  • Rehabilitationskliniken
  • Soziale Einrichtungen

Heilpraktiker vs. Arzt

Der approbierte Arzt und der zugelassene Heilpraktiker helfen beide auf ihre Weise kranken Men­schen. Der Arzt hat aber mehr Befugnisse, beispielsweise ist ihm die Ausgabe verschrei­bungs­pflich­tiger Medikamente und Betäubungsmittel vorbehalten. 

Welche Heilmethode du als Heilpraktiker anwendest, steht dir frei (Therapiefreiheit) und hängt von deinen Kompe­ten­zen ab. Ob Homöopathie, TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) oder Akku­punktur - auf jeden Fall musst du deine Sachkunde durch entsprechende Zertifikate nachweisen können. Wenn ein Klient schwerwiegende Probleme hat oder seine Behandlung deine Kompeten­zen übersteigt, überweist du ihn an einen ärztlichen Experten. Häufig arbeitest du als Heilpraktiker mit einem Facharzt zusammen und arbeitest unterstützend mit dem Klienten.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Heilpraktiker zeigt Akupunktur an Modell" © Kzenon - stock.adobe.com