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Osteopath / Osteopathin
Ausbildung & Beruf

Osteopath / Osteopathin
Osteopath / Osteopathin

Du möchtest Verspannungen lösen und Menschen somit ein angenehmeres Leben ermöglichen? Alternativmedizinische Behandlungsmöglichkeiten interessieren dich? Dann passt der Beruf Osteopath perfekt zu dir!

Was macht ein Osteopath (m/w/d)?

Osteopathen suchen nach der Ursache von körperlichen Beschwerden und behandeln ihre Patienten auf ganzheitlicher Ebene. „Osteon“ ist altgriechisch für „Knochen“, allerdings beschränken sich Osteopathen nicht nur auf das Skelett ihrer Patienten, sondern nutzen ihre Techniken bei ganz unterschiedlichen Beschwerden.

Ein Osteopath arbeitet mit seinen Händen, darum wird die Osteopathie manchmal auch „manuelle Therapie“ genannt. Osteopathen ertasten Problemstellen im Gewebe und erspüren Muskeln, Faszien, aber auch innere Organe. Sie lösen Verspannungen und wollen so die Selbstheilungskräfte des Körpers wieder aktivieren. Bewegungsstörungen oder Schmerzen können so in einer oder mehreren Therapiesitzungen oft ursächlich behandelt werden. 

Ausbildung Osteopathie: So wirst du Osteopath

Wenn du Osteopath oder Osteopathin werden möchtest, musst du in Deutschland mit einer langwierigen und teuren Ausbildung rechnen. Es gibt keine klassische duale Osteopathie-Ausbildung, stattdessen gibt es ein breites Angebot an Lehrgängen. Diese schulischen Ausbildungen zum Osteopathen werden meist sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten.

Rechtliches: Osteopath werden, kann und darf nicht jeder.  Es handelt sich dabei um einen Heilberuf, sodass die schulischen Ausbildungen vorrangig für Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten gestaltet sind. Am Ende der Osteopathie Ausbildung steht die Heilpraktikerprüfung. Nur, wer diese bestanden hat, darf als Osteopath arbeiten – selbstständig oder angestellt.

Statt einer Ausbildung können angehende Osteopathen auch ein Studium aufnehmen. Mittlerweile gibt es mehrere (private) Hochschulen in Deutschland, die ein Osteopathie Studium anbieten.

Was lernt man in der Ausbildung zum Osteopathen?

Was du in der Ausbildung zum Osteopathen lernst, zeigt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon:

  • A wie Anatomie: Was sich im Körper an welcher Stelle befindet und wo welche Probleme auftreten können, ist ein grundlegender Bestandteil der Arbeit von Osteopathen.
  • B wie Behandlung: Welche Leiden du mit welchem Druck oder an welcher Stelle linderst, musst du natürlich erst lernen. Osteopathie-Ausbildungen bieten hier oft eine gute Mischung aus Theorie und Praxis.
  • E wie Ernährung: Tatsächlich gehört bei fundierten Ausbildungen für Osteopathen auch Ernährungslehre zum Programm. Schließlich geht es um eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die auch den Lebensstil des Patienten einschließt.

Wenn du dich für eine schulische Ausbildung entscheidest, musst du am Ende meist eine schriftliche Abschlussarbeit vorlegen sowie eine mündliche Prüfung absolvieren. Bei einem Osteopathie-Studium ist diese Abschlussarbeit am Ende die Bachelorarbeit. Wer sich danach noch für einen Master entscheidet, schreibt hier auch noch eine Masterarbeit.

Dauer & Kosten der Osteopathie Ausbildung

Wer an einer privaten Osteopathie-Schule lernt, muss in der Ausbildung mindestens 1.350 Unterrichtsstunden absolvieren. In Teilzeit sind das etwa 4 Jahre Ausbildungszeit. In einer Vollzeitausbildung wird noch mehr Wissen vermittelt: 5 Jahre und rund 5.000 Unterrichtseinheiten umfassen die Osteopathie-Ausbildungen in Vollzeit, die oft von Abiturienten gewählt wird.

Darüber hinaus gibt es spezielle Weiterbildungen für Mediziner oder Physiotherapeuten. Diese sind oft kürzer, da durch das fundierte Studium bzw. die abgeschlossene Ausbildung bereits viele Inhalte bekannt sind.

Die Kosten für eine Osteopathie Ausbildung sind nicht zu unterschätzen. Die Lehrgangskosten als Osteopath liegen – je nach Ausbildungsort und Seminargestaltung – zwischen 3.500 und 27.000 Euro. Dabei sind Prüfungsgebühren und Lehrmaterialien oft bereits inklusive. 

Zahlungsmodalitäten: In einigen Fällen müssen die Lehrgangsgebühren komplett vorab bezahlt werden, andere Schulen ermöglichen eine monatliche oder jährliche Zahlung. Informiere dich vorab genau, was du wann bezahlen musst und welche Kosten möglicherweise zusätzlich auf dich zukommen. 

Wer sich für eine Vollzeitausbildung entscheidet, kann einen Teil der Kosten möglicherweise über ein Stipendium oder die Bildungsprämie decken. Bei einer Osteopath Ausbildung in Teilzeit arbeiten Ärzte oder Heilpraktiker meist weiter in ihrem erlernten Beruf und können die Ausbildung dadurch finanzieren. Außerdem kann die Ausbildung als Osteopath im Rahmen einer Weiterbildung von der Steuer abgesetzt werden.

Osteopathie-Ausbildung: Voraussetzungen & erforderliche Fähigkeiten

Als Osteopath arbeitest du nah am Körper deine Patienten. Du musst sie anfassen und dich in den oft 30 – 60 Minuten langen Sitzungen zum Problem vortasten. Körperkontakt darf dir also nicht unangenehm sein. Gleichzeitig müssen die Patienten aber auch dir vertrauen und dich so nah an ihren Körper heranlassen. Eine besondere Ausstrahlung und eine ruhige Art helfen Osteopathen oft weiter. 

Du musst deine Patienten genau beobachten und ihre Signale deuten können, musst also empathisch sein. Gleichzeitig musst du auch selbst kommunizieren, was du wann und aus welchem Grund machst. 

Außerdem ist die Arbeit als Osteopath körperlich anstrengend. Du solltest selbst körperlich nicht eingeschränkt sein – oft ist der Nachweis der körperlichen Eignung bereits bei der Bewerbung für die Osteopath-Ausbildung zu erbringen. 

Weitere Infos

Bildnachweis: „Osteopath massiert Patientin" © WavebreakMediaMicro - Fotolia; „Arzt lächelt in die Kamera" © Kurhan - Fotolia; „Heilpraktiker zeigt Akupunktur an Modell" © Kzenon - stock.adobe.com; „Physiotherapeut" © Picture-Factory / Fotolia / stock.adobe.com