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Medizinische/r Fachangestellte/r (Arzthelfer/in)
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Ausbildung Medizinischer Fachangestellte
Ausbildung Medizinischer Fachangestellte

Als ausgebildeter Arzthelfer – oder korrekt: Medizinischer Fachangestellter – organisierst du Abläufe in Praxen, kannst bei Eingriffen assistieren oder Blut abnehmen. Du betreust die Patienten und weißt über alles Bescheid. Welche Entwicklungsmöglichkeiten es für MFA gibt, zeigen wir dir in diesem Beitrag.

Weiterbildungsmöglichkeiten MFA (m/w/d): Diese Optionen gibt es

Die Arbeit in einer Praxis, beim Pflegedienst oder im Labor kann spannend und anspruchsvoll sein. Aber nicht jede Sprechstundenhilfe erfüllt diese Tätigkeit ein (Berufs-)Leben lang. Mit einer Weiterbildung als MFA kannst du dein Wissen dem aktuellen Stand anpassen oder deine Karriere starten. 

Klassisch unterscheidet man zwischen Anpassungsweiterbildungen und Aufstiegsweiterbildungen.

  • Anpassungsweiterbildung: Du erwirbst neue Fähigkeiten, hältst dein Wissen aktuell und kannst so deine Arbeit noch besser ausüben. Üblich sind Lehrgänge wie Blutentnahme, Datenschutz oder EKG.
  • Aufstiegsweiterbildung: Du möchtest dich weiterqualifizieren, um mehr Verantwortung oder neue Aufgaben zu übernehmen. Ein Beispiel dafür ist die MFA Weiterbildung „Ambulantes Operieren“, aber auch die Fortbildung zum Fachwirt oder zur Fachwirtin gehört dazu.

Wer bietet MFA-Fortbildungen an?

Es gibt viele Bildungsträger, die MFA-Weiterbildungen anbieten. Am bekanntesten ist sicherlich die Ärztekammer der jeweiligen Region. Hier findest du meist umfassende Fortbildungsangebote für MFA. Meist sammeln die Ärztekammern auch verlässliche und anerkannte Angebote anderer Bildungsanbieter. So kannst du direkt sehen, welche Fortbildungen für dich als Arzthelferin oder Arzthelfer geeignet sind.

Spezialisierung für MFA

Medizinische Fachangestellte können sich in Weiterbildungen spezialisieren und dadurch zusätzliche Aufgaben in der Praxis wahrnehmen. Sie entlasten den Arzt und sorgen ebenfalls dafür, dass ihr eigener Berufsalltag abwechslungsreicher wird.

Fortbildungen für MFA dauern oft zwischen 40 und 120 Stunden und finden meist berufsbegleitend statt. Du kannst dich also weiterqualifizieren, während du arbeitest, und musst nicht kündigen oder unbezahlten Urlaub nehmen. 

Beliebte MFA-Fortbildungen sind:

  • Ambulantes Operieren
  • Ambulante Versorgung älterer Menschen
  • Augenheilkundlich-technische Assistenz
  • Dialyse
  • Ernährungsmedizin
  • Kardiologie
  • Onkologie
  • Pädiatrie-Prävention im Kindes-und Jugendalter

Es gibt auch länger andauernde Spezialisierungsfortbildungen für MFA.

NäPa: Die Abkürzung steht für Nichtärztliche/r Praxisassistent/in. Du darfst dann Wunden versorgen, den Blutdruck kontrollieren und den Arzt bei anderen Aufgaben entlasten. Dazu gehört auch, dass du nach einer Fortbildung als Nichtärztliche Praxisassistentin Hausbesuche machen darfst. 

Mehr zur Fortbildung findest du bei der Bundesärztekammer: https://www.bundesaerztekammer.de/mfa/fortbildung/

VERAH: MFA, die in Hausarztpraxen arbeiten und sich in 8 Modulen fortgebildet haben, nennt man auch VERAH. Die Abkürzung steht für Versorgungsassistent/in in der Hausarztpraxis.

Die Module heißen: Case Management, Präventionsmanagement, Gesundheitsmanagement, Technikmanagement, Praxismanagement, Besuchsmanagement, Notfallmanagement und Wundmanagement. 

Mehr dazu auf https://www.verah.de

Oft gehört zur Fortbildung auch eine Hausarbeit. Dabei können sich die MFA mit einem für die Praxis relevanten Thema beschäftigen und so die Ergebnisse später auch dem Arzt und anderen Mitarbeitern präsentieren. 

Häufig werden Spezialisierungen auch für den Wahlteil der Aufstiegsfortbildung zum Fachwirt anerkannt.

Aufstiegsmöglichkeiten als MFA

Die bekannteste Aufstiegsweiterbildung für MFA ist die Fortbildung zum Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung. Diese kaufmännische Weiterbildung qualifiziert dich dazu, Führungsaufgaben im Praxisteam zu übernehmen. So kannst du den Arzt oder die Ärzte deiner Praxis entlasten und viele Aufgaben selbstständig und eigenverantwortlich übernehmen. 

Häufig findet die Fachwirt-Weiterbildung für MFA berufsbegleitend statt. Die Weiterbildung zum Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung gliedert sich bei vielen Ärztekammern in einen Pflicht- und einen Wahlteil, die aus Modulen bestehen.

Inhalte der Fachwirt-Ausbildung: Zum Pflichtteil gehören unter anderem Patientenbetreuung & Teamführung, Qualitätsmanagement, Ausbildung, Betriebswirtschaftliche Praxisführung, Patientenbetreuung (auch Risikopatienten & Notfallmanagement). Beim medizinischen Wahlteil kannst du dich spezialisieren auf z. B. Ambulante Versorgung älterer Menschen, Onkologie, Ambulantes Operieren in der Augenheilkunde, Entlastende Versorgungsassistentin oder Studienassistenz in Prüfstellen. Oft kannst du auch mehrere Wahlteile kombinieren.

Mit dem anerkannten Fachwirt-Abschluss erhältst du in der Regel auch die allgemeine Hochschulzugangsberechtigung, kannst also studieren. 

MFA Weiterbildung & Gehalt: Lohnen sich Weiterbildungen für MFA?

Ausbildungsplätze für MFA gibt es viele und zum Glück wirst du hier gut bezahlt. Auch im Berufsleben kannst du  – besonders dann, wenn ein Tarifvertrag gilt – schon 2.000 Euro zum Berufseinstieg verdienen. 

Die Weiterbildung zum Fachwirt für ambulante medizinische Versorgung bringt dir oft schon mehr als 2.500 Euro ein. Gleiches gilt für NäPa, VERAH  und Arztfachhelfer. Betriebswirte verdienen häufig mehr als 3.300 Euro im Monat.

Eine Weiterbildung als MFA lohnt sich finanziell also durchaus. 

Umschulung von der MFA zur OTA

Wenn du bei Operationen assistieren möchtest, solltest du auch die Ausbildung zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) in Betracht ziehen. 

Wenn du als MFA in den OP möchtest, also OP-Schwester oder OP-Pfleger sein willst, ist das aber eine eigene Ausbildung, keine Fortbildung. Als ausgebildeter MFA kannst du aber bestimmte Tätigkeiten anrechnen lassen und so die eigentlich 3-jährige Ausbildung verkürzen.

Studium als MFA?

Medizinische Fachangestellte können – bei Erfüllung der jeweils geltenden Voraussetzungen – auch ein Studium aufnehmen. Das muss nicht direkt ein Medizinstudium sein, aber gerade Studiengänge wie Gesundheitsmanagement oder Gesundheitspädagogik sind sicherlich interessant und bieten spannende Perspektiven.

Weitere Infos

Bildnachweis: „Rezeption Arztpraxis" © Andreas Keudel / Fotolia