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Medizinischer Fachangestellter (Arzthelfer/in) – Ausbildung & Beruf

Als Medizinischer Fachangestellter – besser bekannt als Arzthelfer bzw. Arzthelferin, Sprechstundenhilfe oder kurz MFA – bist du Seelentröster, Organisationstalent und Assistent in einem.

Was macht ein Medizinischer Fachangestellter?

In deiner Ausbildung Medizinische Fachangestellte bzw. Medizinischer Fachangestellter (umgangssprachlich auch Arzthelferin bzw. Arzthelfer) sorgst du für die Organisation des Praxisablaufs, assistierst bei (kleineren) Eingriffen, legst Verbände an, nimmst Blut ab und beruhigst ängstliche Patienten. Darüber hinaus informierst du Patienten über Möglichkeiten der Vor- und Nachsorge, regelst die Terminvergabe und erstellst Abrechnungen der erbrachten Leistungen. Du lernst Erste-Hilfe-Maßnahmen, erfährst, wie du dich im Falle von Infektionskrankheiten (z.B. Schweinegrippe) verhalten musst und wie du Injektionen durchführst.

Als Medizinischer Fachangestellter kannst du in Arztpraxen, in Krankenhäusern, bei ambulanten Pflegediensten, in medizinischen Laboren oder Forschungsabteilungen von Pharmafirmen tätig sein.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon.

Ausbildungslexikon Arzthelferin

Das lernst du in der Ausbildung zur Arzthelferin:

  • A wie Assistenz: Ohne Medizinische Fachangestellte hätten Ärzte alle Hände voll zu tun: Arzthelfer unterstützen bei Untersuchungen und Therapien von Patienten, nehmen zum Beispiel Blut ab oder bereiten Behandlungsgeräte vor.
  • D wie Dokumentation: Schwarz auf Weiß: In deiner Ausbildung lernst du zum Beispiel, wie du Patientenakten anlegst und pflegst, Diagnosen und Laborergebnisse festhältst.
  • Q wie Qualitätsmanagement: Stundenlange Wartezeiten im Wartezimmer, der nächste Termin erst in 5 Wochen? So sieht kein gutes Qualitätsmanagement aus. In der Ausbildung erfährst du, wie du die Abläufe in der Praxis perfekt koordinierst.

Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungsverordung für Medizinische Fachangestellte.

Medizinischer Fachangestellter: Ausbildungsvergütung & Steckbrief

Die Ausbildung zum Medizinischen Fachangestellten bzw. die Ausbildung zur Arzthelferin ist eine duale Ausbildung, d.h. die Theorie findet in der Berufsschule statt und die Praxis in Krankenhaus, Arztpraxis oder anderen medizinischen Einrichtungen. In der Regel dauert die Ausbildung 3 Jahre, kann aber guten Leistungen auf 2-2,5 Jahre verkürzt werden. Hier findest du Infos zur Ausbildungsverkürzung.

Die zuständige Stelle ist die für dein Bundesland zuständige Ärztekammer. Vor der Ärztekammer legst du deine Prüfungen ab und bekommst dein Zeugnis.

Art der Ausbildung

duale Ausbildung

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung möglich

Ausbildungsvergütung

1. Ausbildungsjahr 730 €

Weitere Infos zur Ausbildungsvergütung im 2. und 3. Ausbildungsjahr sowie zum Einstiegsgehalt findest du auf der Gehaltsseite.

Übrigens: In der interaktiven Gehaltsgrafik kannst du zusätzlich 3 Berufe auswählen und die Ausbildungsvergütungen miteinander vergleichen. Zum Gehalt Medizinische Fachangestellte

Arzthelferin: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
17%
Mittlere Reife
64%
Hauptschulabschluss
17%
Kein Abschluss
2%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Medizinische Fachangestellte bzw. Arzthelferin kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. In der Praxis hat ein Großteil der Auszubildenden einen mittleren Schulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) ermittelt hat. Ungefähr ein Drittel startet mit Hauptschulabschluss oder Abitur in die Ausbildung. Und ein kleiner Teil beginnt die Ausbildung ohne Schulabschluss.

Hilfreich sind gute Noten in:

Deutsch
Biologie
Mathe

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit
Verantwortungs- & Gefahrenbewusstsein
Neugierde & Lernbereitschaft

Mit guten Noten in Bio hast du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle als Medizinische Fachangestellte. Genauso hilfreich sind gute Schulleistungen in Mathe und Deutsch. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Wichtig ist vor allem, dass du die passenden Stärken für diesen Beruf mitbringst: Im Umgang mit Patienten solltest du vor allem Verantwortungsbewusstsein und eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise mitbringen. Ebenso wichtig ist es, dass du bereit bist, dein Wissen ständig zu erweitern und Neues dazuzulernen.

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Pflege & Betreuung
Dienstreisen nur in Ausnahmefällen
Viel Kontakt mit Menschen

Arzthelferin ist ein medizinisch-pflegerischer Beruf, sodass dein Arbeitsumfeld in der Regel die Pflege & Betreuung ist, also zum Beispiel Arztzpraxen oder Krankenhäuser. Dienstreisen kommen in der Regel nicht auf dich zu, viel Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen steht als Medizinischer Fachangestellter auf der Tagesordnung.

Aber Arzthelferin ist nicht gleich Arzthelferin. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Betrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einer kleinen Praxis hast du immer mit denselben Kollegen zu tun und arbeitest in einem kleinen Team, in einem großen Krankenhaus arbeitest du wahrscheinlich mit vielen verschiedenen Ärzten und Kollegen zusammen und in einem medizinischen Labor hast du vermutlich eher wenig Kontakt mit Patienten. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Arzthelferin bzw. Medizinische Fachangestellte? Deine Ausbildung als Medizinischer Fachangestellter ist dual, also zweigeteilt, aufgebaut, sodass du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule bist.

Im Ausbildungsbetrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Medizinischer Fachangestellter und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres legst du eine schriftliche Zwischenprüfung ab. Am Ende der Ausbildung nimmst du an der Abschlussprüfung teil, die aus 3 schriftlichen und einem praktischen Teil besteht. Nach Bestehen bist du staatlich anerkannter Medizinischer Fachangestellter.

Nach deiner Ausbildung als Medizinische Fachangestellte kannst du dich auf vielen Wegen fortbilden, zum Beispiel mit einer Weiterbildung zum Fachwirt für Gesundheits- und Sozialwesen oder ambulante medizinische Versorgung. Oder du hängst ein Studium an deine Ausbildung an, etwa in den Bereichen Gesundheitswissenschaft, Humanmedizin oder Pharmazie.

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Bildnachweis: „Rezeption Arztpraxis" © Andreas Keudel / Fotolia