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Mindestlohn

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Mindestlohn

Endlich ist er da - der Mindestlohn für Auszubildende! Weißt du, was Mindestlohn bedeutet und für wen er gültig ist? Gehörst du zu den Glücklichen, die von dem Mindestlohn für Auszubildende (m/w/d) profitieren? Einen Überblick über das Thema haben wir hier für dich zusammen gestellt.

Was bedeutet Mindestlohn?

Der Mindestlohn sorgt für eine gerechte und transparente Entlohnung von Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen. Er ist im Mindestlohngesetz geregelt und verhindert Armut und die Ausnutzung von Arbeitnehmern (m/w/d) während ihrer Arbeitszeit.

Für Azubis (m/w/d) gab es bisher keine Mindestlohnregelung, da Auszubildende keinen Lohn, sondern eine Ausbildungsvergütung erhalten. Die Vergütung für Auszubildende (m/w/d) ist bis Ende 2019 entweder gar nicht oder in Tarifverträgen geregelt.

Das hatte zur Folge, dass einige Ausbildungsberufe unter dem Durchschnitt vergütet wurden. Besonders betroffen waren überbetriebliche Ausbildungen. Azubis in diesen Lehrberufen verdienten im Durchschnitt 391 Euro brutto pro Monat. Mit der Reform des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) gibt es seit Januar 2021 einen Mindestlohn für Auszubildende (m/w/d).

Übrigens - für Auszubildende (m/w/d) heißt es nicht Mindestlohn, sondern Mindest-Ausbildungsvergütung.

Wie hoch ist der Mindestlohn für Azubis?

Für alle Auszubildenden, die ihre Ausbildung nach dem 01.01.2020 beginnen, gilt bis zum Jahr 2023 die folgende Mindest-Ausbildungsvergütung:

2020
1. Ausbildungsjahr: 515 Euro
2. Ausbildungsjahr: 608 Euro
3. Ausbildungsjahr: 695 Euro
4. Ausbildungsjahr: 721 Euro

 

2021
1. Ausbildungsjahr: 550 Euro
2. Ausbildungsjahr: 649 Euro
3. Ausbildungsjahr: 743 Euro
4. Ausbildungsjahr: 770 Euro

 

2022
1. Ausbildungsjahr: 585 Euro
2. Ausbildungsjahr: 690 Euro
3. Ausbildungsjahr: 790 Euro
4. Ausbildungsjahr: 819 Euro

 

2023
1. Ausbildungsjahr: 620 Euro
2. Ausbildungsjahr: 732 Euro
3. Ausbildungsjahr: 837 Euro
4. Ausbildungsjahr: 868 Euro

 

Die Erhöhungen zwischen den einzelnen Lehrjahren stehen ebenfalls bereits fest. Im 2. Ausbildungsjahr beträgt die Erhöhung 18 %, im 3. Ausbildungsjahr 35 % und im 4. Ausbildungsjahr erhöht sich die Vergütung um 40 %.

Ab dem Jahr 2024 erhöht sich der Mindestlohn für Azubis (m/w/d) jeweils um den Durchschnitt aller aktiven Ausbildungsverträge.

Der angegebene Mindestlohn ist ein Brutto Mindestlohn. Das bedeutet, Steuern und Sozialversicherung musst du davon noch abziehen. Übrig bleibt dein Netto Mindestlohn, über den du frei verfügen kannst.

Für wen gilt der Mindestlohn?

Der Azubi-Mindestlohn gilt für alle Ausbildungsberufe, die nach BBiG und ab dem 01.01.2020 durchgeführt werden. Darunter fallen außerbetriebliche Ausbildungen oder die Ausbildung von Menschen mit Behinderungen, die in Berufsbildungswerken ihre Ausbildung durchführen.

Welche Ausnahmen gibt es beim Mindestlohn?

Mit der Reform des Berufsbildungsgesetzes hat die Bundesregierung einen geregelten Mindestlohn für Auszubildende (m/w/d) auf den Weg gebracht. Das Gesetz gilt für 326 duale Ausbildungsberufe. Dennoch gibt es für einige Personengruppen und Ausbildungsberufe Ausnahmen:

Falls in deinem Ausbildungsbetrieb ein Tarifvertrag gültig ist, dann gilt der Azubi-Mindestlohn nicht für dich. In diesem Fall ist die Vergütung im Tarifvertrag ausschlaggebend. Keine Sorge - in Tarifverträgen geregelte Vergütungen sind meistens höher als der Mindestlohn.

Wenn du deine Ausbildung bereits vor dem 01.01.2020 begonnen hast, gilt der Azubi-Mindestlohn nicht für dich. Die Ausbildungsvergütung in deinem Ausbildungsvertrag ist in diesem Fall für dich und für dein Unternehmen bindend.

Solltest du eine Ausbildung anstreben, die nicht im Berufsbildungsgesetz geregelt ist, dann gilt der Mindestlohn ebenfalls nicht. Die Berufsausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin ist beispielsweise in den Bundesländern unterschiedlich geregelt. Das BBiG ist ein Regelwerk für bundeseinheitliche Ausbildungen. Ähnlich verhält es sich mit pflegerischen Berufen. Regelungen zu einer pflegerischen Ausbildung unterliegen dem Pflegegesetz und deshalb nicht dem Azubi-Mindestlohn.

Unser Tipp!
Erkunde dich bereits vor deiner Ausbildung, ob dein gewählter Ausbildungsberuf unter die Regelungen des Berufsbildungsgesetzes fällt oder nicht. Das Bundesinstitut für Berufsausbildung (BIBB) veröffentlicht regelmäßig ein Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe.

Falls du dich bereits für eine Berufsausbildung entschieden hast, frage einfach in den Bewerbungsgesprächen nach einem gültigen Tarifvertrag, der die Ausbildungsvergütung regelt. Die Information erspart dir vielleicht eine unangenehme Überraschung bei der Unterschrift deines Ausbildungsvertrages.

Weitere Infos

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