Industriekaufmann / Industriekauffrau
Karriere
Industriekaufleute übernehmen viele unterschiedliche Aufgaben und steuern so die betriebswirtschaftlichen Abläufe in ihrem Unternehmen. Je nachdem, was deine beruflichen Ziele sind, gibt es unterschiedliche Weiterbildungsmöglichkeiten. So kannst du als Industriekauffrau oder Industriekaufmann Karriere machen.
Grundsätzlich unterscheidet man bei Weiterbildungen in 2 Typen. Was ist der Unterschied zwischen Anpassungsweiterbildung und Aufstiegsweiterbildung?
- Anpassungsweiterbildung: Hier belegst du Lehrgänge oder Seminare, um dein Wissen zu erweitern. Du kannst dich auf ein bestimmtes Aufgabenfeld spezialisieren oder neue Fähigkeiten erwerben. Meist sind diese Kurse berufsbegleitend möglich. Sie dauern nicht lange und du erhältst am Ende ein Zertifikat.
- Aufstiegsweiterbildung: Diese Weiterbildung machst du, wenn du beruflich aufsteigen willst. Führungspositionen erfordern teils einen bestimmten Abschluss oder besonderes Wissen. Das kannst du hier erwerben. Aufstiegsweiterbildungen sind meist langwierig und dauern in Vollzeit bis zu 2 Jahre. Du kannst danach aber meist deutlich mehr Gehalt verdienen, es lohnt sich also.
Es gibt viele Bildungsanbieter, die Kurse für Industriekaufleute anbieten. Bekannt ist dir sicherlich schon die IHK, es gibt aber zahlreiche weitere, seriöse Anbieter. Bei der Auswahl einer passenden Weiterbildung solltest du immer genau hinschauen. Welche Kursinhalte werden in welcher Zeit vermittelt? In welchem Verhältnis stehen dazu die Kosten?
Möchtest du beruflich aufsteigen, gibt es als Industriekaufmann mehrere Möglichkeiten. Dabei musst du in der Regel eine Vertiefung wählen, also dich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren.
Diese Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es:
- Fachwirt (ca. 6 Monate)
- Fachkaufmann (ca. 10 Wochen – 6 Monate)
- Betriebswirt (ca. 2 Jahre)
- Ausbilderschein (ca. 2 Monate)
Spezialisieren kannst du dich beispielsweise auf Finanz- und Rechnungswesen, Logistik, Marketing, Vertrieb oder Personal.
Tipp: Schau bei der Entscheidung nicht nur darauf, was dir persönlich liegt. Achte auch darauf, was aktuell gesucht wird. Dabei kannst du Stellenanzeigen anschauen oder auch mit deinem Chef sprechen. Vielleicht würde er deine Weiterbildung unterstützen.
Häufig musst du Berufserfahrung mitbringen, um diese Weiterbildungen machen zu können. Viele Anbieter ermöglichen den Besuch eines Lehrgangs auch in Teilzeit, also berufsbegleitend. Unter Umständen wirst du sogar ohne Seminar zur Prüfung zugelassen.
Anpassungsweiterbildungen gibt es in vielen unterschiedlichen Bereichen. Du könntest deine Fremdsprachenkenntnisse erweitern oder den Umgang mit einer neuen Lagerhaltungssoftware erlernen. Es gibt viele Lehrgänge, mit denen du dich spezialisieren kannst, z.B.:
- Rechnungswesen
- Buchhaltung
- Controlling
- Personal und Teamführung
- Einkauf
- Logistik
Tipp: Da es viele Industriekaufleute gibt, ist die Spezialisierung auf einen bestimmten Bereich sinnvoll. So kannst du dich abheben und bestimmte Aufgaben besser übernehmen. Der Tätigkeitsbereich ist so vielfältig, dass du nie alles perfekt beherrschen wirst. Such dir also deine Nische und werde darin richtig gut.
Lehrgänge und Kurse für Industriekaufleute sind häufig kostenpflichtig. Die Gebühren für den Kurs, Lehrmaterialien und die Prüfung betragen manchmal mehrere Tausend Euro. Um den Betrag zu bezahlen, gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Zum einen kannst du mit deinem Arbeitgeber sprechen, ob er die Weiterbildung ganz oder teilweise übernehmen würde. Viele Unternehmen fordern im Gegenzug eine vertragliche Bindung über mehrere Jahre. Andernfalls kannst du auch Fördergelder beantragen. Für einen beruflichen Aufstieg gibt es das Aufstiegs-BAföG. Mit der Bildungsprämie kannst du andere Weiterbildungen ganz oder teilweise finanzieren.
Informationen zu beidem findest du auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung: https://www.bildungspraemie.info und https://www.aufstiegs-bafoeg.de/
Bist du noch kein Industriekaufmann, sondern möchtest den Beruf erlernen, geht das nicht über eine Weiterbildung. Du kannst aber eine Umschulung machen und so die duale Ausbildung abschließen. Sprich dafür mit dem Jobcenter oder der Agentur für Arbeit. Oft ist eine Förderung der Umschulung möglich.
Hast du bereits eine andere kaufmännische Ausbildung abgeschlossen, kannst du gezielt Weiterbildungen machen.
Hast du (Fach-)Abitur, kannst du auch ein Studium, beispielsweise der Betriebswirtschaft oder Volkswirtschaft, aufnehmen. Das geht oft auch berufsbegleitend an einer Fernhochschule. Hier musst du diszipliniert sein, kannst mit einem Studienabschluss aber auch verantwortungsvollere Tätigkeiten übernehmen. So ergänzt du dein vorhandenes Praxiswissen mit einem höheren Theorieanteil.
Als Industriekaufmann hast du sehr gute Zukunftsperspektiven, weil du fast in jedem Industriebetrieb arbeiten kannst. Du steigst zum Sachbearbeiter, Teamleiter oder Projektmanager auf. Mit Erfahrung wechselst du in Einkauf, Vertrieb, Logistik oder Personal. Viele Industriekaufmann wechseln später in Planung oder Controlling. So baust du dir Schritt für Schritt eine sichere Karriere mit Aufstiegschancen in der Industrie auf.
Dein Gehalt als Industriekaufmann steigt vor allem durch anerkannte Weiterbildungen. Beliebt sind zum Beispiel Wirtschaftsfachwirt, Industriefachwirt oder Betriebswirt. Auch eine Weiterbildung im Bereich Personal, Vertrieb oder Controlling bringt oft mehr Geld. Viele Industriekaufmann nutzen zusätzlich Lehrgänge zu Excel, ERP-Systemen und Sprachen. Damit wirst du für deinen Arbeitgeber wertvoller und kannst besser verhandeln.
Ja, nach deiner Ausbildung zum Industriekaufmann kannst du ein Studium dranhängen, wenn du die passende Hochschulzugangsberechtigung hast. Du wählst zum Beispiel Betriebswirtschaft, Wirtschaftsinformatik oder Logistik. Einige starten auch ein duales Studium und arbeiten nebenbei im Betrieb weiter. Viele Industriekaufmann entscheiden sich nach ein paar Jahren Praxis für ein berufsbegleitendes Studium.
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