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Tätowierer / Tätowiererin
Ausbildung & Beruf

Tätowierer / Tätowiererin
Tätowierer / Tätowiererin

Tätowierer / Tätowiererin
Ausbildung & Beruf

Wenn du Kunst und Design liebst und eine Leidenschaft für Tattoos hast, kann der Beruf des Tätowierers eine erfüllende Karriere sein. Wie bei vielen kreativen Berufen ist es nicht einfach, eine Karriere als Tätowierer/in anzustreben. Die Kosten und das zeitliche Engagement, um einen Job als Tätowierer/in zu bekommen, sind erheblich, aber sie zahlen sich am Ende aus.

Was macht ein Tätowierer (m/w/d)?

Tätowieren ist eine uralte Form der Körpermodifikation, bei der Tinte dauerhaft in die Haut eingearbeitet wird, um Designs und wahre Kunstwerke zu erstellen. Tätowierer sind Fachleute, die Vorlagen für Tätowierungen entwerfen und diese mit speziellen Nadeln auf allen Körperbereichen der Kunden anbringen. Die Kunst der Tätowierung ist Jahrtausende alt und wurde von den unterschiedlichsten Kulturen überliefert. Heute lassen sich Menschen allerdings im Vergleich zu früher meist nicht mehr aus religiösen Gründen, sondern vielmehr aus ästhetischen Gründen tätowieren. Als Tätowierer bist du neben der Anfertigung von Entwürfen und Tattoos auch für die Einhaltung von optimalen Hygienestandards verantwortlich. Zudem gehören die Kundenberatung sowie die fachgerechte Versorgung der tätowierten Körperbereiche nach jeder Sitzung zu deinen täglichen Aufgaben. Im Umgang mit Kunden ist oft Taktgefühl und Geduld gefragt. Langes Sitzen ist oft Teil des Jobs, da die Erstellung einiger Designs viel Zeit in Anspruch nimmt. Auch Abend- und Wochenendarbeit ist meist notwendig.

Welche Fähigkeiten braucht ein Tätowierer?

Es sollte dich nicht überraschen, dass du einige grundlegende künstlerische Fähigkeiten haben musst, um ein Tattoo-Künstler zu werden. Der Schlüssel zur Erstellung eines großartigen Tattoos liegt in einer visuell ansprechenden Zeichnung. Daher ist es wichtig, dass du dich auf die Verbesserung deiner Zeichenfähigkeiten und Illustrationstechniken konzentrierst, bevor du überhaupt daran denkst, Tattoos zu entwerfen oder das Tätowieren zu üben. Es ist empfehlenswert, ein Portfolio zusammenzustellen, in dem du deine besten Arbeiten zeigst und dein Können in einer Vielzahl von Stilen und Themen demonstrierst.

Eine weitere wichtige Qualität ist die Liebe zum Detail. Du solltest sowohl deine Arbeitsgeräte hervorragend beherrschen und die verschiedenen Farbzusammensetzungen genau wissen, als auch akribisch auf eine strikte Einhaltung von Hygiene achten. Zum Beispiel planen Tätowierer ihre Entwürfe im Voraus, damit die Farben in der richtigen Reihenfolge aufgetragen werden, stellen sicher, dass Aufbewahrungsschubladen einen Vorrat an zusätzlichen Kleinteilen enthalten, achten auf bestimmte Rezepte bei der Herstellung von Tinten, befolgen gewissenhaft Hygienevorschriften, um Kunden zu schützen, und halten Lizenzen und Zertifizierungen auf dem neuesten Stand. Dies sind nur ein paar Beispiele für die Details, die dieser Job mit sich bringt.

Damit deine Kunden rundum zufrieden mit deinen Dienstleistungen sind, ist eine gute Kommunikationsfähigkeit und Menschenkenntnis im täglichen Umgang gefragt. Ein guter Tätowierer gewährleistet seinen Kunden eine umfassende Beratung, in der er stets Empathievermögen zeigt und ihnen so mögliche Ängste nimmt. Zudem weißt du als Tätowierer, welche Komplikation auftreten können und wie du im Notfall reagieren musst. Zum Beispiel solltest du niemanden tätowieren, der unter dem Einfluss von Drogen- oder Medikamenten steht. Auch untersuchst du die Haut der Kunden bevor du mit dem Tätowieren beginnst, um mögliche Verletzungen oder Krankheiten zu erkennen.

So läuft die Ausbildung zum Tätowierer (m/w/d) ab

In Deutschland gibt es bisher keine gesetzlich geregelte Ausbildung zum Tätowierer/zur Tätowiererin. Meist erlernen Tätowierer ihr Handwerk von bereits erfahrenen Tätowierern und Kollegen sowie durch eigenständige Weiterbildung. Je mehr Zeit du damit verbringst, deine Fähigkeiten zu entwickeln, desto besser wirst du als Tattoo-Künstler. Um Tätowierer zu werden, bist du nicht verpflichtet, eine formale Ausbildung oder sogar einen Schulabschluss zu haben. Es gibt weder vorgeschriebene Ausbildungsinhalte und Ausbildungszeiten, noch staatlich anerkannte Berufsabschlüsse. Es liegt also vollständig bei dir, einen geeigneten „Meister“ zu finden, der dich die Kunst des Tätowierens lehrt. Zum Glück bieten viele Tattoo Studios und private Anbieter Lehrgänge an. Die Dauer dieser Lehrgänge variiert dabei von Anbieter zu Anbieter erheblich. In manchen Fällen dauert ein Lehrgang lediglich ein Wochenende, in anderen Fällen erstreckt er sich über einen längeren Zeitraum hinweg und findet stundenweise statt. Generell läuft der Großteil deiner Ausbildung aber autodidaktisch ab und du übst das Stechen von Tätowierungen beispielsweise an Tierhäuten und verbringst viel Zeit damit, deine zeichnerischen Fertigkeiten konstant zu verbessern.

Die klassische Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnissen und Vorstellungsgespräch gibt es in diesem Job nicht. Wenn du den Beruf des Tätowierers erlernen möchtest, solltest du dich zunächst an ein Tätowierstudio in deiner Nähe wenden. Möglicherweise bieten die Tätowierer dort selbst Lehrgänge an oder können dir sagen, wo du eine Tätowierer Ausbildung machen kannst. Die Szene ist klein und zumeist kennt hier jeder jeden. Während deiner Ausbildung kannst du Kontakte knüpfen und dir mit deinem eigenen Stil einen Ruf aufbauen. Nimm dein Portfolio mit, das idealerweise aus Fotos von deinen Arbeiten besteht, und überzeuge mit deinen Kunstwerken.

Tätowierer werden: Voraussetzungen

Welche Schulfächer sind hilfreich?
  • Kunst
  • Technik/Werken
  • Biologie
Welche 3 Stärken sind wichtig?
  • künstlerische Begabung
  • Kommunikationsstärke
  • Neugierde/Lernbereitschaft
Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?
  • Viel Kontakt mit Menschen
  • Abend- und Wochenendarbeit
  • keine geregelten Arbeitszeiten

Um eine Ausbildung als Tätowierer zu beginnen, musst du mindestens 18 Jahre alt sein. Obwohl du für diesen Job keine schulischen Nachweise vorlegen musst, beweisen gute Noten in künstlerischen und handwerklichen Fächern, dass du für diesen Beruf geeignet bist. Einerseits ist in diesem Beruf künstlerisches Talent und handwerkliches Geschick gefragt, andererseits solltest du über viel Einfühlungsvermögen sowie eine starke Kommunikationsfähigkeit verfügen. Da ein Großteil der Ausbildung im Selbststudium stattfindet, ist es wichtig, dass du dich gut organisieren kannst und sehr wissbegierig bist. Zudem solltest du dich auf unregelmäßige Arbeitszeiten und Arbeit am Wochenende einstellen. 

Kosten der Ausbildung & Gehalt

Jeder, der sich entschließt, eine Tätowierer Ausbildung zu machen, muss selber für die Kosten dafür aufkommen. Mit welchen Kosten du für deine Ausbildung rechnen musst, hängt stark vom jeweiligen Anbieter ab. Kurze Wochenendlehrgänge sind beispielsweise schon für etwa 300 Euro buchbar. Intensivere und ernsthaftere Ausbildungen, die einen längeren Zeitraum beinhalten, können bis zu 2.000 Euro und mehr kosten. Egal, für welche Art der Ausbildung du dich entscheidest, dir sollte immer bewusst sein, dass die Ausbildung erst der Anfang ist und es noch ein weiter Weg ist, bis du dir als gestandener Tätowierer irgendwann einen Namen in der Szene gemacht hast. Es bedarf zunächst jahrelanger Übung und Erfahrung bis du deinen Beruf erfolgreich ausüben wirst. Um als Tätowierer arbeiten zu können, benötigst du in vielen Bundesländern mittlerweile einen Sachkundenachweis gemäß der Infektionshygieneverordnung. Bei einigen Lehrgängen ist dieser Sachkundenachweis in den Ausbildungskosten bereits inbegriffen. Ist dies nicht der Fall, musst du den Nachweis auf deine Kosten nachholen.

Für den Verdienst eines Tätowierers gibt es keine Regelungen oder tarifrechtliche Vereinbarungen. Wie viel du als Tätowierer verdienen wirst, unterliegt starken Schwankungen und lässt sich pauschal schwer sagen. Eine grobe Richtlinie ist ein Stundensatz von 100 Euro, was im ersten Moment nach viel klingen mag. Allerdings solltest du berücksichtigen, dass in diesem Stundensatz bereits alle Kosten abgedeckt sind. Es werden hier also nicht nur deine Arbeit, sondern auch die Vorarbeit, die Materialien, usw. einberechnet. Normalerweise rechnest du aber nicht nach Stunden ab, sondern legst konkrete Festpreise je nach Motiv und Tattoo fest.

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Bildnachweis: "Tätowiererin tätowiert Arm" © blackday - stock.adobe.com