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Forensiker / Forensikerin
Ausbildung & Beruf

Forensiker / Forensikerin

Du bist fasziniert von der Arbeit, die Polizei und Gerichtsmedizin in Krimis leisten? Du möchtest selbst dabei helfen, Verbrechen aufzuklären? Dann passt der Beruf Forensiker perfekt zu dir!

Berufsbild Forensiker / Forensikerin

Was macht ein Forensiker (m/w/d)?

Forensiker und Forensikerinnen unterstützen die Aufklärung von Verbrechen und nutzen dafür technische und wissenschaftliche Mittel. Die Forensik teilt sich in viele Untergebiete auf, sodass es unter den Forensikern nicht nur Rechtsmediziner gibt, sondern auch Experten für Gifte und Betäubungsmittel, DNA-Analyse, Waffen oder Urkunden. Als Forensiker oder Forensikerin kannst du dich auch auf Cyberkriminalität spezialisieren oder den Fokus auf (Täter-)Psychologie legen.

Am Tatort – wie in Krimis – bist du übrigens eher selten unterwegs. Hier ist die Polizei zuständig, die natürlich auch Forensiker im Bereich Spurensicherung beschäftigt.

Wo arbeiten Forensiker?

Je nach Arbeitsschwerpunkt arbeiten Forensiker im Bundeskriminalamt, in Landeskriminalämtern, bei der Staatsanwaltschaft, der Polizei oder beim Zoll. Forensiker und Forensikerinnen müssen aber nicht im öffentlichen Dienst tätig sein. Auch Unternehmen der Privatwirtschaft wie Banken, IT-Firmen oder Chemiekonzerne stellen Forensiker ein. 

Häufig bist du in Innenräumen tätig, beispielsweise in Büros oder Laboren. Forensische Psychologen arbeiten darüber hinaus oft in Justizvollzugsanstalten oder anderweitig gesicherten psychiatrischen Stationen. Dazu kommen Termine vor Gericht, wenn du als Gutachter gefragt bist.

Ausbildung zum Forensiker / zur Forensikerin

Wie werde ich Forensiker bzw. Forensikerin?

Als Forensiker musst du vor allem analytisch denken und strukturiert arbeiten können. Naturwissenschaftliches Verständnis ist dabei genauso gefragt wie Menschenkenntnis. Dazu kommen ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt. 

Hier siehst du, welche Stärken und Fähigkeiten für den Beruf hilfreich sind:

Schulfächer

  • Chemie
  • Biologie
  • Psychologie

Stärken

  • Sorgfalt
  • Verschwiegenheit
  • Verantwortungsbewusstsein

Arbeitsbedingungen

  • Umfeld: Labors, Büros, Gerichtssäle
  • Schichtdienst
  • Keine Dienstreisen

Wie läuft die Ausbildung zum Forensiker ab?

So vielfältig wie die Aufgabenbereiche von Forensikern sind auch die Wege in den Beruf. Forensiker ist nämlich kein Ausbildungsberuf, den du über 2 oder 3 Jahre erlernen kannst. Interessierst du dich für dieses Berufsfeld, musst du zunächst ein Studium absolvieren.

Um später als Forensiker arbeiten zu können, musst du nicht zwingend einen Studiengang belegen, der Forensik, Naturwissenschaftliche Forensik oder Forensische Chemie heißt. Wichtig ist beim Forensik Studium aber ein Fokus auf den naturwissenschaftlichen Bereich.

Diese Studiengänge eignen sich für eine Forensiker-Laufbahn:

  • Biologie
  • Chemie
  • Physik
  • Bioanalytik
  • Allgemeine Forensik
  • Digitale Forensik / IT-Forensik
  • Psychologie
  • Informatik

Oft kannst du dich in den höheren Semestern oder im Masterstudium schon spezialisieren und Kurse belegen, die dich auf die Arbeit als Forensiker vorbereiten. Auch bei den Pflichtpraktika solltest du schon einen Schwerpunkt auf die forensische Arbeit legen.

IT-Forensik: Möchtest du den Schwerpunkt auf Informationstechnik legen, ist die IT-Forensik ein spannendes Berufsfeld. Hier befasst du dich mit Schadsoftware, Botnetzen oder auch Kreditkartenbetrug. Cyberkriminalität ist eine Gefahr für Wirtschaft und die öffentliche Sicherheit, darum kannst du mit dem Fokus auf digitale Forensik auch im Bundeskriminalamt (BKA) arbeiten. Es gibt spezielle Studiengänge, die dich auf die Tätigkeit vorbereiten.

Rechtsmedizin: Um Gerichtsmediziner zu werden, gibt es nur einen Weg, nämlich den über ein klassisches Medizinstudium. Anschließend folgt die Weiterbildung zum Facharzt für Rechtsmedizin. Das Medizinstudium dauert in der Regel 12 Semester (6 Jahre), die Facharztausbildung weitere 5 Jahre. Du arbeitest hier übrigens nicht nur mit Toten, sondern auch mit lebenden Personen.

Gibt es eine Forensiker-Ausbildung?

Auch wenn es keine spezielle Forensik-Ausbildung gibt, hoffst du vielleicht auf einen Ausbildungsplatz, mit dem du später in die Forensik wechseln kannst. Das ist allerdings nahezu aussichtslos, denn selbst mit abgeschlossenem Studium ist es schwer, an die beliebten Forensiker-Jobs zu kommen. Oft ist nach dem Master-Abschluss noch eine Promotion erforderlich, um überhaupt für die offenen Stellen in Betracht gezogen zu werden. 

Wo es klappen kann: In der IT-Forensik ist nicht unbedingt ein Studium nötig, hier kannst du mit IT-Fachwissen aus deiner Ausbildung als Fachinformatiker/in glänzen. Um bei der Polizei IT-Forensiker zu werden, musst du in der Regel eine 6-monatige Ausbildung zum Sachverständigen beim Bundeskriminalamt absolvieren. Dann bist du bereit für die Arbeit auch bei Landespolizeibehörden.

Wie viel verdient ein Forensiker in der Ausbildung?

Der Weg in den Beruf Forensiker bzw. Forensikerin führt nicht über eine klassische duale Ausbildung, sondern über ein Studium. Daher erhältst du in der Forensiker-Ausbildung keine Ausbildungsvergütung. Im Gegenteil können sogar Kosten, wie Studiengebühren oder Semesterbeiträge auf dich zukommen. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du aber BAföG-Förderung erhalten.

Blick hinter die Kulissen: Erfahrungsberichte von Azubis

Passt die Ausbildung zum Forensiker / zur Forensikerin zu mir?

Du bist geeignet für die Forensiker-Ausbildung, wenn

  • du sorgfältig und präzise arbeiten kannst
  • der Umgang mit Straftaten dich nicht erschüttert
  • du kein Problem mit Gesetzen und Vorschriften hast

Du bist eher weniger als Forensiker geeignet, wenn

  • du psychisch nicht belastbar bist
  • du keine gute Menschenkenntnis hast
  • du eine unorganisierte Arbeitsweise hast

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Weiterbildung & Zukunftsaussichten

Hast du die Ausbildung zum Forensiker abgeschlossen, hast du zahlreiche Weiterbildungs- und Fortbildungsmöglichkeiten. Bei Weiterbildungen unterscheiden wir zwischen 3 verschiedenen Wegen: Anpassungsfortbildung, Aufstiegsfortbildung & Studium.

Weiterbildung nach der Ausbildung zum Forensiker / zur Forensikerin

Bei Anpassungsfortbildungen geht es darum, dein Wissen aktuell zu halten. Beispielsweise kannst du durch eine Weiterbildung im IT-Bereich neue Entwicklungen in den Schwerpunkten IT-Sicherheit, Datenschutz, Systemadministration oder Internetrecht kennenlernen. Im rechtsmedizinischen Bereich sind etwa Fortbildungen in der Medizintechnik, Naturwissenschaftliches Labor oder Gesundheitsmanagement möglich.

Mit einer Aufstiegsfortbildung willst du Karriere machen. Hier bietet sich als Forensiker bzw. Forensikerin in erster Linie ein aufbauendes Studium an.

Typische Studiengänge für ausgebildete Forensiker im IT- sowie medizinischen Bereich sind:

  • IT-Sicherheit
  • Sicherheitsmanagement
  • Technische Informatik
  • Gesundheitsmanagement
  • Kriminologie
  • Gesundheitswissenschaft
  • Medizinische Informatik

Nachhaltigkeit & Zukunftsaussichten als Forensiker

Leider wird es auch in Zukunft immer Straftaten und Opfer von Verbrechen geben, sodass auch in Zukunft die Fähigkeiten von Forensikern und Forensikerinnen gefragt sein werden. Zwar wird es immer bessere digitale Programme und Analyse- und Ermittlungsmöglichkeiten geben, die Forensiker bei ihrer Arbeit unterstützen – sowohl im IT- wie auch im rechtsmedizinischen Bereich. Diese ersetzen aber nicht die Fähigkeiten von Experten, die die richtigen Schlüsse ziehen, das Puzzle zusammensetzen und so Straftätern am Ende auf die Schliche zu kommen.

Verbrechensbekämpfung ist immer auch nachhaltig. Schließlich hilfst du als Forensiker bzw. Forensikerin dabei, Straftäter zu überführen und somit auch zukünftige Verbrechen zu verhindern. Als Forensiker trägst du einen großen Teil zur allgemeinen Sicherheit bei und übst einen enorm wichtigen Beruf für unser gesellschaftliches Zusammenleben aus.

 

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