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Ausbildung beim Zoll: Ablauf, Gehalt & Voraussetzungen

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Was macht man bei der Ausbildung beim Zoll?

Bei der Ausbildung beim Zoll lernst du, wie Waren kontrolliert, Abgaben erhoben und gesetzliche Regeln durchgesetzt werden. Der Beruf umfasst Einsätze vor Ort und klassische Büroarbeit. Du kannst zum Beispiel Reisende und Gepäck prüfen, Zollanmeldungen bearbeiten oder Unternehmen kontrollieren. Außerdem bekämpft der Zoll Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und verschiedene Formen des Schmuggels.

Während der praktischen Ausbildungsabschnitte lernst du mehrere Dienststellen und Tätigkeitsfelder kennen. Dadurch erfährst du früh, welche Aufgaben dir besonders liegen. Nicht jeder Zollbeamte arbeitet dauerhaft mit Dienstkleidung an einem Flughafen. Viele Beschäftigte prüfen Unterlagen, berechnen Abgaben oder bearbeiten Ermittlungsverfahren.

Aufgaben während und nach der Ausbildung beim Zoll

Als Zollbeamter überwachst du den Warenverkehr und sorgst dafür, dass gesetzliche Vorschriften eingehalten werden. Welche Tätigkeiten du genau übernimmst, hängt von deiner Dienststelle und deinem späteren Einsatzgebiet ab. Typische Aufgaben sind:

  • Reisende, Fahrzeuge, Gepäckstücke und Warensendungen kontrollieren
  • Zollanmeldungen prüfen und Steuern oder Zölle erheben
  • Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung aufdecken
  • bei Verdacht auf Schmuggel oder andere Straftaten ermitteln
  • offene Forderungen vollstrecken und Verwaltungsvorgänge bearbeiten

Bei Kontrollen musst du aufmerksam bleiben, ruhig auftreten und Entscheidungen verständlich erklären. Im Innendienst brauchst du dagegen Genauigkeit, weil du mit Gesetzen, Zahlen und wichtigen Unterlagen arbeitest. Die Ausbildung beim Zoll bereitet dich auf beide Bereiche vor.

Welche Ausbildungswege gibt es beim Zoll?

Beim Zoll stehen dir mehrere Ausbildungs- und Studienwege offen. Welcher davon zu dir passt, hängt vor allem von deinem Schulabschluss und deinen Interessen ab:

  • Mittlerer Zolldienst: 2-jährige Ausbildung für Bewerber mit mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss plus abgeschlossener Berufsausbildung
  • Gehobener Zolldienst: 3-jähriges Duales Studium für Bewerber mit Abitur oder voller Fachhochschulreife
  • Verwaltungsinformatik: Duales Studium für alle, die sich für IT, Programmierung und digitale Verwaltung interessieren
  • Kaufmann für Büromanagement: 3-jährige kaufmännische Ausbildung an ausgewählten Standorten ohne klassische Beamtenlaufbahn

Beachte dabei: Die Ausbildungswege unterscheiden sich bei Dauer, Voraussetzungen, Inhalten und Abschluss. Überlege deshalb, ob du lieber Kontrollen durchführst, komplexe Verwaltungsaufgaben übernimmst, mit moderner IT arbeitest oder den Büroalltag organisierst.

Ausbildung im mittleren Zolldienst

Ausbildung Zoll

Die Ausbildung im mittleren Zolldienst dauert 2 Jahre und ist der klassische Einstieg für Bewerber mit mittlerer Reife. Du stellst beispielsweise sicher, dass die Vorschriften des internationalen Warenverkehrs eingehalten werden. Dazu bist du in der Zollabfertigung an Flughäfen, in Zollämtern oder an Grenzübergängen tätig, kontrollierst mitgebrachte Waren, einreisende Personen, Fahrzeuge oder Gepäckstücke. Du bearbeitest Zollanträge und erhebst Steuern auf eingeführte Waren.

Um gegen Schwarzarbeit vorzugehen, prüfst du, ob Unternehmen illegal Mitarbeiter beschäftigen. Und im Zollfahndungsdienst ermittelst du bei grenzüberschreitender Kriminalität und bekämpfst z.B. Drogenschmuggel, Geldwäsche oder die Einfuhr von Fälschungen. Neben den Einsätzen vor Ort gehören auch Büroarbeiten zu deinen Aufgaben, vor allem wenn du in der Verwaltung tätig bist.

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Duales Studium im gehobenen Zolldienst

Im Gegensatz zum mittleren Dienst ist die Beamtenlaufbahn im gehobenen Zolldienst als 3-jähriges Diplom-Studium bzw. Duales Studium angelegt. Dafür brauchst du grundsätzlich Abitur oder die volle Fachhochschulreife. Das Studium verbindet Rechts-, Wirtschafts- und Verwaltungsthemen mit praktischen Einsätzen bei Zolldienststellen.

Das Studium findet an der Hochschule des Bundes in Münster statt, die Praxisphasen an einer der Dienststellen des Ausbildungshauptzollamt. Auch für die Zulassung zum gehobenen Dienst musst du ein Auswahlverfahren mit schriftlichen und mündlichen Teilen durchlaufen. Nach bestandener Prüfung bist du Diplom-Finanzwirt (FH).

Verwaltungsinformatik und Büromanagement beim Zoll

Verwaltungsinformatik und Büromanagement bieten dir alternative Einstiege in die Zollverwaltung. Im dualen Studium Verwaltungsinformatik beschäftigst du dich mit IT-Systemen, Programmierung, Datenbanken, digitaler Verwaltung und IT-Sicherheit. Im Grundstudium erhältst du unter anderem Einblicke in Wirtschaftswissenschaften, Rechnertechnik, Mathematik, Software Engineering und Verfassungsrecht. Im Hauptstudium vertiefst du deine Kenntnisse in Fächern wie IT-Sicherheit, Programmierung, Grundlagen von Datenbanksystemen, Web-Technologien, Informations- und Wissensmanagement sowie Sozialwissenschaften und vielem mehr. Damit unterstützt du beispielsweise die Digitalisierung des Zolls oder die digitale Forensik.

Die Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement konzentriert sich dagegen auf Organisation, Schriftverkehr, Personalaufgaben und die Bearbeitung von Bürgeranliegen. Sie dauert gewöhnlich 3 Jahre und führt nicht automatisch in eine Beamtenlaufbahn. Ausbildungsplätze stehen zudem nur an ausgewählten Hauptzollämtern zur Verfügung.

Beachte!

Bevor du dich beim Zoll bewirbst, solltest du beachten, dass du emotional stabil und belastbar bist und darauf vorbereitet sein, Waffe und Dienstkleidung zu tragen!

Wie hoch ist das Gehalt bei der Ausbildung beim Zoll?

Während der Ausbildung beim Zoll erhältst du aktuell etwa 1.560 Euro brutto im Monat. Der Zoll kennzeichnet diesen Betrag als vorläufig und vorbehaltlich einer späteren gesetzlichen Regelung. Anders als in vielen dualen Ausbildungen steigt die Vergütung nicht automatisch mit jedem Ausbildungsjahr. Da du Beamter auf Widerruf bist, spricht man außerdem von Anwärterbezügen und nicht von einer klassischen Ausbildungsvergütung.

Je nach persönlicher Situation können weitere Leistungen oder Zuschläge hinzukommen. Deine tatsächliche Auszahlung hängt unter anderem von steuerlichen und persönlichen Faktoren ab.

Welche Voraussetzungen gelten für die Ausbildung beim Zoll?

Für die Ausbildung beim Zoll brauchst du einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Bildungsstand. Alternativ genügt ein Hauptschulabschluss zusammen mit einer anerkannten, mindestens zweijährigen Berufsausbildung.

Außerdem benötigst du grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit oder die Staatsangehörigkeit eines zugelassenen europäischen Staates beziehungsweise der Schweiz.

Du musst gesundheitlich geeignet, belastbar und bei Ausbildungsbeginn grundsätzlich höchstens 49 Jahre alt sein. Der Zoll erwartet zudem geordnete wirtschaftliche Verhältnisse, Verfassungstreue und ein einwandfreies Verhalten. Gegen dich dürfen keine relevanten Straf- oder Ermittlungsverfahren vorliegen.

Da spätere Einsätze unterschiedlich ausfallen können, musst du grundsätzlich zu Schichtdienst, Dienstkleidung und dem Tragen einer Waffe bereit sein.

Wie bewerbe ich mich für eine Ausbildung beim Zoll?

Du bewirbst dich für den mittleren und gehobenen Zolldienst online bei einem Hauptzollamt deiner Wahl. Du kannst zudem aber ein zweites alternatives Hauptzollamt bei der Bewerbung angeben.

Im Zuge der Bewerbung musst du ein sechsseitiges Formular vollständig ausfüllen und das unterschriebene Original mitsenden. Außerdem benötigst du für deine Bewerbung:

  • Bewerbungsschreiben
  • tabellarischer Lebenslauf
  • alle Schulabgangs- und Prüfungszeugnisse oder bei noch nicht erworbenem Schulabschluss die letzten beiden Schulzeugnisse (beglaubigte Kopie)
  • ggf. Zeugnisse und Nachweise über eine Berufsausbildung beziehungsweise berufliche Tätigkeiten oder Nachweise über Studienabschlüsse (beglaubigte Kopie)

Für den mittleren Dienst brauchst du außerdem ein Nachweis des Deutschen Sportabzeichens, das zum Vorlagezeitpunkt nicht älter als 12 Monate sein darf.

Die Bewerbungsfrist endet grundsätzlich am 15. Oktober, die Ausbildung beginnt am 1. September des folgenden Jahres.

Einstellungstest und Auswahlverfahren beim Zoll

Solltest du alle Voraussetzungen und Anforderungen erfüllen und deine Bewerbung überzeugen, wirst du mit aller Wahrscheinlichkeit zu einem Einstellungstest eingeladen.

Das Auswahlverfahren besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Test für die Ausbildung dauert bis zu 3,5 Stunden. Dabei prüft der Zoll unter anderem deine Mathematikkenntnisse, dein Sprachverständnis und dein Allgemeinwissen. Zusätzlich kann eine Arbeitsprobe verlangt werden.

Erreichst du eine ausreichend gute Punktzahl, wirst du zur mündlichen Runde eingeladen. Dort können eine Gruppendiskussion, ein Rollenspiel, ein Kurzvortrag und ein persönliches Interview auf dich warten. Der Zoll achtet dabei auf dein Auftreten, deine Kommunikation und deine Fähigkeit, sachlich zu argumentieren.

Wo arbeitet man nach der Ausbildung beim Zoll?

Nach der Ausbildung kannst du in einem Hauptzollamt, Zollamt oder Zollfahndungsamt arbeiten. Weitere Einsatzorte sind Flughäfen, Häfen, Grenzregionen, Unternehmen und Baustellen. Der konkrete Arbeitsplatz hängt davon ab, welchem Bereich du zugeteilt wirst.

In der Zollabfertigung prüfst du Waren und Anmeldungen. Bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit kontrollierst du Beschäftigungsverhältnisse und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Im Innendienst bearbeitest du Steuerfälle, Forderungen oder Verwaltungsvorgänge. Nicht jeder Einsatz findet in Dienstkleidung statt, und nicht jeder Zollbeamte trägt täglich eine Waffe.

Welche Karrierechancen bietet die Ausbildung beim Zoll?

Nach bestandener Ausbildung ist die Übernahme beim Zoll in der Regel vorgesehen. Du kannst anschließend in unterschiedlichen Bereichen arbeiten und dich im Laufe deiner Karriere spezialisieren. Mögliche Schwerpunkte sind Zollabfertigung, Vollstreckung, Finanzkontrolle Schwarzarbeit, Kontrolle oder Zollfahndung.

Durch interne Fortbildungen kannst du dein Wissen erweitern und neue Tätigkeitsfelder kennenlernen. Bei entsprechender Eignung ist später auch ein Aufstieg in den gehobenen Dienst möglich. Eine bestimmte Position ist allerdings nicht automatisch garantiert, denn freie Dienstposten und dienstliche Anforderungen spielen eine wichtige Rolle.

Die Ausbildung beim Zoll bietet dir dennoch langfristige Perspektiven bei einem großen und sicheren Arbeitgeber.

Fazit: Das erwartet dich in der Ausbildung beim Zoll

Die Ausbildung beim Zoll bietet dir einen abwechslungsreichen Einstieg in den öffentlichen Dienst und gute berufliche Perspektiven. Im mittleren Zolldienst dauert sie zwei Jahre und verbindet rechtlichen Unterricht mit einem vollständigen Praxisjahr. Du brauchst mindestens die mittlere Reife oder einen Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Außerdem musst du gesundheitlich geeignet, zuverlässig und grundsätzlich zum Schichtdienst sowie zum Tragen von Dienstkleidung und Waffe bereit sein.

Bewirb dich frühzeitig, weil zwischen dem Bewerbungsschluss am 15. Oktober und dem Ausbildungsstart am 1. September fast ein Jahr liegt. Wenn du Recht, praktische Kontrollen und sichere Berufsaussichten verbinden möchtest, kann der Weg eine gute Wahl für dich sein!

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„Zollbereich am Flughafen" © th-photo / Fotolia

„Zollfahrzeug" und „Zollbeamter" © Mit freundlicher Genehmigung der Generalzolldirektion