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Hebamme
Ausbildung & Beruf

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Ein Kind ist schön, aber kein Kinderspiel. Damit die werdenden Eltern in der Schwangerschaft und den ersten Wochen nach der Geburt nicht überfordert sind, gibt es den Beruf der Hebamme.

Übrigens: Die Bezeichnung für männliche Hebammen war bisher Entbindungspfleger. Im Zuge der Umstellung von Ausbildung auf Duales Studium wurde diese aber abgeschafft und festgelegt, dass künftig alle, die diesen Beruf ausüben, Hebamme genannt werden - unabhängig vom Geschlecht.

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Was macht eine Hebamme (m/w/d)?

Wenn man an Hebammen denkt, haben viele noch das Bild einer Hausgeburt vor Augen. Dass mittlerweile in Deutschland bei jeder Entbindung eine Hebamme anwesend sein muss, wissen die wenigsten. Auch das Aufgabenfeld einer Hebamme geht weit über die Geburt hinaus. Schon während der Schwangerschaft beraten Hebammen werdende Mütter in den Themen Ernährung, Geburtsablauf oder Partnerschaft. Zudem sind sie zuständig für den Mutterpass, händigen diesen aus und tragen alle Ergebnisse der Vorsorgeuntersuchungen ein. Sie zeigen den werdenden Müttern Entspannungs- und Atemtechniken und beantworten alle Fragen rund um das Thema Lebensführung in der Schwangerschaft. Außerdem untersuchen die Hebammen die Schwangeren und überprüfen die Herztöne und die Größe des Kindes. Sollte ihnen dabei auffallen, dass es sich, beispielsweise aufgrund der Lage des Babys, um eine Risikoschwangerschaft handelt, ziehen sie Ärzte zur Beratung hinzu.

Auch bei der Geburt stehen die Hebammen den werdenden Müttern zur Seite. Sie ermutigen oder beruhigen die Frauen und überwachen sowohl den Gesundheitszustand der Mutter als auch des Kindes. Sobald das Kind geboren ist, überprüfen sie Gewicht, Geschlecht, Reflexe und weitere Gesundheitszustände. Anschließend geben sie das Kind an die Mutter weiter und helfen ihr beim ersten Stillen. Danach dokumentieren sie die Geburt ausführlich und melden sie beim Standesamt.

Nach der Geburt betreuen die Hebammen die Mütter und ihre Kinder weiterhin. Im Rahmen von regelmäßigen Hausbesuchen untersuchen sie Blutdruck, Gebärmutterrückbildung und Puls der Mutter sowie Gewicht, Temperatur und Nabelwunde des Kindes. Des Weiteren geben sie den Eltern Tipps zur Pflege und Ernährung des Säuglings. Falls die Hebammen die Gefährdung oder Vernachlässigung des Kindes feststellen, sind sie verpflichtet dies den zuständigen Ämtern zu melden.

So läuft die Ausbildung ab

Wichtig zu wissen ist, dass es seit Januar 2020 keine Ausbildung zur Hebamme mehr gibt. Den Beruf kannst du nur noch durch ein Duales Studium erlernen. Grund für die Umstellung waren übrigens die europäischen Richtlinien, welchen sich Deutschland anpassen musste, da in beinahe allen anderen europäischen Ländern die Hebammen einen akademischen Abschluss vorweisen können.

Studiendauer

4 Jahre

Abschluss

Bachelor of Science ggf. plus Berufsabschluss

Berufliche Perspektive

Gut

Der praktische Teil des Dualen Studiums und dein späteres berufliches Tätigkeitsfeld können ganz unterschiedlich aussehen. Das hängt von deinem Praxisbetrieb ab und der Position, die du ausübst. Die Wahl der passenden Einrichtung ist also sehr wichtig, damit du dich in deinem Beruf wohlfühlst und deine Stärken zur jeweiligen Stelle und Arbeitsumgebung passen.

Als Hebamme bist du nach dem Dualen Studium vor allem in Krankenhäusern, Hebammenpraxen und Geburtshäusern tätig. Daneben hast du aber auch die Möglichkeit als freiberufliche Hebamme zu arbeiten.

Schwerpunkte im Dualen Studium Hebammenkunde

Grundsätzlich ist das Duale Studium zur Hebamme in verschiedene Module aufgeteilt. Darunter fallen unter anderem die Themen Ethik und Religion, Gesundheitswesen und -politik, Erwachsenenpädagogik sowie ein paar BWL-Fächer. Das Studium findet ausbildungsintegriert oder berufsbegleitend statt. Neben dem theoretischen Studium kannst du in Praxisphasen, z.B. im Krankenhaus, direkt das Gelernte umsetzen. Am Ende deines Studiums erhältst du den Bachelor of Science in Hebammenkunde oder Midwifery

Wenn du das Duale Studium zur Hebamme erfolgreich beendet hast, gibt es für dich die Möglichkeiten einen Masterstudiengang in Hebammenwissenschaft zu absolvieren, um dir in deiner späteren Berufslaufbahn gewisse Zusatzqualifikationen aneignen zu können.

Hebamme: Voraussetzungen für das Duale Studium

Welche Schulfächer sind hilfreich?
  • Deutsch
  • Chemie
  • Biologie
Welche 3 Stärken sind wichtig?
  • Sorgfalt und Genauigkeit
  • Selbstorganisation
  • Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
Welche Arbeitsbedingungen kommen auf dich zu?
  • Umfeld: Pflege und Betreuung
  • Schichtdienst
  • Überdurchschnittlich viel Kontakt mit Menschen

Schulische Voraussetzung für das Duale Studium zur Hebamme ist, je nach Hochschule, das Abitur oder Fachabitur. Zudem kann es sein, dass du ein mehrwöchiges Praktikum vor Beginn deines Studiums absolvieren musst. Wenn du bereits eine Ausbildung zur Hebamme erfolgreich absolviert hast, musst du nur noch den theoretischen Teil an der Hochschule belegen.

Mit guten Noten in Biologie hast du gute Voraussetzung für das Studium, da du in der Ausbildung und später im Beruf biologische Kenntnisse brauchst und anwendest. Außerdem kannst du mit guten Leistungen in Chemie und Deutsch auf alle Fälle punkten, da du z.B. wissen musst, welche Wirkungen Medikamente haben. Aber auch wenn du in diesen Fächern nicht die besten Voraussetzungen mitbringst, kannst du dich natürlich trotzdem auf einen Studienplatz bewerben. Eine wichtige Stärke bei diesem Beruf ist, dass du sorgfältig und genau arbeiten kannst, um deine Patienten immer bestmöglich zu versorgen. Weiterhin sind Selbstorganisation sowie Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein wichtig, denn eine Geburt kann auch Risiken mit sich bringen.

Deine Tätigkeiten können unterschiedlich aussehen, je nachdem wo du gerade eingesetzt bist, zum Beispiel in der Vorsorge, während der Geburt oder in der Nachsorge. Als Hebamme ist dein Arbeitsumfeld in der Regel ein Krankenhaus. Hier arbeitest du festangestellt mit deinen Kolleg*innen im Schichtdienst und bist in ständigem Kontakt mit deinen Patientinnen, um diese zu unterstützen und zu versorgen. Beschäftigung kannst du außerdem auch in Geburtshäusern, Hebammenpraxen oder bei Gesundheitsämtern und öffentlichen Einrichtungen finden.

Als Hebamme kannst du dich auch selbstständig machen. Selbstständigkeit eröffnet dir einige Möglichkeiten, kann aber auch ein Risiko mit sich bringen.

Wenn du als Hebamme selbstständig arbeiten möchtest, wirst du grundsätzlich einer freiberuflichen Tätigkeit nachgehen und musst Schwangere auf dein Angebot aufmerksam machen, zum Beispiel über eine eigene Webseite. Dein Gehalt ergibt sich dann aus verschiedenen Aufträgen, die durch Sätze der Krankenversicherungen vergütet werden. Als Hebamme musst du außerdem versichert sein, um im Schadensfall abgedeckt zu sein. Hierbei handelt es sich um eine Berufshaftpflichtversicherung, die zum Teil sehr hohe Beiträge erfordert. Ein aktuelles Problem für Hebammen ist, dass die Beiträge der Berufshaftpflichtversicherung in den letzten Jahren immens gestiegen.

Als freiberufliche Hebamme hast du zudem die Möglichkeit, mit Geburtskliniken, Geburtshäusern oder Hebammenpraxen zusammen zu arbeiten, um dich nicht komplett in die Selbstständigkeit zu begeben und Netzwerke zu nutzen. So bist du zudem nicht auf die eigene Akquise angewiesen.

Bei der Arbeit in Privathaushalten bist du oft selbstbestimmt unterwegs, um vor Ort mit deinen Patientinnen zu sprechen. Daher solltest du dir genau überlegen, welches spätere Arbeitsumfeld am besten zu dir passt.

Hebamme Tobias Richter im Interview auf Instagram

Wir haben ein Interview mit Hebamme Tobias geführt. Er erzählt aus seinem Arbeitsleben und warum der Beruf Hebamme auch auf jeden Fall eine tolle Ausbildung für Männer ist. Das Interview kannst du dir auf unserem Instagram-Kanal ansehen.

 

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Weitere Infos

Bildnachweis:
„Babyfüße und Maßband" © xiquence / Fotolia
Porträt Hebamme Tobias ©Tobias Richter