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Das Motivationsschreiben

In einem Motivationsschreiben beschreibst du, warum genau du der oder die Richtige für die Ausbildung oder das Duale Studium bist. Im Gegensatz zum Bewerbungsanschreiben, wo du auch auf den Ausbildungsberuf, deine schulische Laufbahn und den Ausbildungsbetrieb eingehst, geht es im Motivationsschreiben vorrangig um deine persönliche Motivation. Also ganz konkret, warum du diese Stelle haben möchtest.

Es ist eher unüblich, dass du ein Motivationsschreiben in deiner Bewerbung für eine Ausbildung einfügst. Bei einem Dualen Studium ist dies schon eher der Fall. Verfasse also tatsächlich nur dann ein Motivationsschreiben, wenn es ausdrücklich erwünscht ist.

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Nicht lügen und nicht übertreiben. Klar, du sollst dich im besten Licht darstellen, aber bitte bleib immer bei der Wahrheit. Behauptest du: „Ich bin der Beste in meinem Jahrgang!", dann sollte es auch stimmen.

Die „3. Seite" in der Bewerbung

Das Motivationsschreiben ist einer der aussagekräftigsten und kreativsten Teile einer Bewerbung. In der Regel folgt es nach dem Bewerbungsanschreiben und dem Lebenslauf und wird daher oftmals als „3. Seite“ bezeichnet.

Deine Motivation solltest du auf max. 2 Seiten, besser auf einer Seite rüberbringen können. Denn neben Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen hat der Personalchef auch noch andere Bewerber „auf dem Tisch" und daher keine Zeit, lange Romane zu lesen. Die 3. Seite sollte allerdings nicht die Inhalte der ersten beiden Seiten aufgreifen, sondern neue und vor allem relevante Informationen über dich bieten.

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Das bedeutet also: Die Sätze im Motivationsschreiben sollten knapp, präzise aber informativ formuliert sein.

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Auf gar keinen Fall solltest du ein Standard-Motivationsschreiben für mehrere verschiedene Ausbildungsplätze oder Duale Studienplätze verfassen. Interessiert es den Personalverantwortlichen im Handel, dass du gerne Kundenkontakt hast, so ist dies für eine Ausbildung in der Pharmazie vielleicht uninteressant.

Aufbau des Motivationsschreibens

Alles kann, nichts muss... Naja, nicht ganz, aber fast. Neue Formen lösen die klassischen Bereiche auch in der Bewerbung ab. Neben dem klassischen, in Briefform verfassten, Motivationsschreiben könntest du auch ein Bewerbungsvideo drehen, auf Youtube, Vimeo & Co. hochladen und den Link in der Bewerbung mitschicken. Oder du erstellst eine Bewerber-Homepage, auf der du deine Motivation rüberbringst. Oder du nutzt Instagram für eine Fotostrecke, die deine Motivation veranschaulicht. Wie du siehst: der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt, sofern es zur ausgeschriebenen Stelle passt.

Entscheidest du dich für ein klassisches, im Fließtext gehaltenes, Motivationsschreiben, dann kannst du dich an folgendem Aufbau orientieren.

Überschrift

Eine Gliederung durch Überschriften ist nicht zwingend notwendig, aber empfehlenswert. Diese dienen der Übersichtlichkeit. Die Überschriften solltest du so wählen, dass sie Aufmerksamkeit erzeugen, dennoch unmissverständlich ausdrücken, dass es sich um ein Motivationsschreiben handelt. Beispiel: „Warum ich mich für ein Duales Studium BWL entschieden habe.“, „Zu meiner Person“, „Meine Motivation.“ Du kannst aber auch klassisch, wie beim Lebenslauf, das Wort „Motivationsschreiben" drüber setzen.

Einleitung: Knackig bitte!

Der berühmte erste Satz sollte zum Weiterlesen anregen, neugierig machen, kreativ oder überraschend sein… Viele Anforderungen an einen Satz. Komm einfach gleich zum Punkt, warum dich das Unternehmen reizt, was dir an dem Beruf besonders zusagt oder was dich besonders auszeichnet.

„Ich möchte Bankkauffrau werden, weil…“
„Ihre Firma hat im letzten Jahr den Innovationspreis gewonnen, weshalb ich…“
„Die Hotelbranche ist meine Welt. Schon als Kind wollte ich im Hotel arbeiten, habe kleine Flaschen mit Shampoo befüllt und daheim die Schlüssel verwaltet, so dass meine Eltern und Geschwister bei mir einchecken mussten.“
„Vom Traum zum Saum: Ich nähe leidenschaftlich gern und möchte dieses Hobby nun zum Beruf machen. Daher ist die Ausbildung zur Schneiderin das Richtige für mich.“

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Vermeide die Standardfloskel „Hiermit bewerbe ich mich…“

Hauptteil: Antworten auf ungestellte Fragen

Wie bereits erwähnt, machst du Werbung für dich. Im Hauptteil vom Motivationsschreiben hast du Platz um dich ausgiebig zu präsentieren. Sei authentisch und ehrlich und versuche nicht, dich anders darzustellen als du bist.

Folgende Fragen sollten im Motivationsschreiben beantwortet werden:
1. Warum willst du genau diese Ausbildungsstelle haben?
2. Warum genau bei diesem Ausbildungsbetrieb?
3. Warum bist du besonders gut dafür geeignet?

Schildere deine fachlichen Kenntnisse (Sprachen, Computerkenntnisse), erworbenen Fähigkeiten (z.B. Führerschein, 10-Finger-Schreiben), persönliche Stärken (z.B. Durchsetzungsfähigkeit, Organisationstalent) und Erfahrungen aus Schule, Freizeit, Hobbys oder persönlichem Engagement. Deine Kenntnisse und Fähigkeiten solltest du nicht nur aufzählen, sondern erklären, wie du sie erworben hast (Praktika, Seminare, Auslandsaufenthalte, Workshops etc.).

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Nur zur Stelle passende Fähigkeiten nehmen! Diese nicht nur aufzählen, sondern auch erläutern, wo und wie du sie erworben / vertieft hast.

Wenn du dich z.B. als Mechatroniker bewirbst, interessiert es nicht, ob du im Chor singst oder Judo in der Freizeit machst. Beispiel: „Während meiner Schulzeit konnte ich im Rahmen eines 3-wöchigen Praktikums bei dem Betrieb XY bereits Erfahrung in einem Kfz-Betrieb sammeln.“

Genauer eingehen solltest du auf deine Persönlichkeit, schließlich geht es ja um deine Motivation in diesem Schreiben. Hier ein paar Stichpunkte:

Was ist dir wichtig? Persönliche Schwerpunkte
Was hast du, was andere nicht haben? Alleinstellungsmerkmal
Welche Leidenschaft hast du im Bezug auf den Beruf?
Was sind deine beruflichen Ziele?
Wofür engagierst du dich?

Nach dem Schluss ist hoffentlich nicht Schluss

Du hast dich in der Einleitung und im Hauptteil im besten Licht dargestellt, hast dich verkauft (nicht selbstbeweihräuchert) und möchtest nun zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Sei hier ebenso selbstbewusst und verzichte auf abschwächende Konjunktive wie „hätte, könnte, würde mich freuen".

„Ich habe Ihr Interesse geweckt? Prima, ich freue mich auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch."
„Gern überzeuge ich Sie in einem persönlichen Gespräch."

Je nach Branche / Position kannst du auch etwas frecher bzw. witzig sein. Dies aber bitte nur dann einsetzen, wenn du dir sicher bist, dass es auf keinen Fall negativ aufgenommen wird:

„Meinen Kaffee trinke ich mit Milch und einem Stück Zucker. Den Kuchen zum Gespräch bringe ich gerne mit."

Am Ende verabschiedest du dich „Mit freundlichen Grüßen“ und unterschreibst dein Motivationsschreiben. Bei einer Online-Bewerbung genügt eine getippte oder gescannte Unterschrift.

Weitere Tipps zum Motivationsschreiben

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Du solltest die gleiche Schriftart verwenden, mit der du auch die restliche Bewerbung geschrieben hast, z.B. Calibri, Times New Roman, Arial.

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Fehlerfrei ist oberstes Gebot. Lass dein Motivationsschreiben von Freunden, Lehrern oder Familienmitgliedern einmal korrekturlesen. Rechtschreibfehler könnten dich sonst schnell ins Aus befördern.

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Vermeide Schachtelsätze, reine Auszählungen und unnötige Wiederholungen.

Ist nur ein Motivationsschreiben verlangt (anstelle eines Bewerbungssschreibens), dann musst du noch deine Anschrift (Absender), die Anschrift des Unternehmens (Empfänger) sowie Ort und Datum einfügen. Orientiere dich dann am Layout fürs Bewerbungsschreiben.

Good to know: 3 Tipps zum Motivationsschreiben

Sei kreativ und überraschend!
Sei authentisch und ehrlich!
Lass dein Schreiben von anderen korrekturlesen!

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Bildnachweis: „Frau mit Muskelarmen" © XtravaganT - Fotolia