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Tontechniker – Ausbildung & Beruf

Stummfilme sind ja zugegebenermaßen oft sehr lustig. In der Regel gehört zu einem gelungenen Film aber auch Ton und zwar in all seinen Facetten. Welche Musik passt zur Szene? Wie laut müssen Hintergrundgeräusche, Stimmen und Begleitmusik sein, um ein stimmiges Gesamtbild zu ergeben? Welche Geräte werden zur Aufnahme bestimmter Tondateien benötigt und wie stellt man sie richtig ein? All diese Fragen beantwortet ein Tontechniker tagtäglich in seinem Arbeitsalltag.

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Was macht ein Tontechniker?

Ein Tontechniker ist in der Filmwirtschaft, bei Film- und Tonträgerproduzenten, in Ton- bzw. Synchronstudios, bei Veranstaltungsagenturen oder in Kultur- und Unterhaltungseinrichtungen beschäftigt. Er wird immer dann gebraucht, wenn es darum geht, die richtige Technik zu beschaffen und aufzubauen. Außerdem gehört es zu den Hauptaufgaben eines Tontechnikers Tondateien durch die optimale Bedienung der Technik aufzunehmen und sie danach zu bearbeiten. Wenn man mit so viel Technik zu tun hat, kommt es leider auch regelmäßig zu Störungen. Diese weiß ein Tontechniker geschickt zu umgehen oder zu beheben. Außerdem erkennt er Störgeräusche während Aufnahmen und kennt Tricks, um diese zu minimieren.

Neben aufgenommenen Toneinheiten gibt es aber auch zahlreiche Situationen, in denen Tontechniker live arbeiten. Bei großen Veranstaltungen oder Fernsehübertragungen dürfen sich Tontechniker keine Fehler erlauben, wenn sie am Mischpult für die Tonübertragung sorgen.

Welche Fähigkeiten braucht ein Tontechniker?

Als Tontechniker brauchst du in erster Linie ein geschultes Gehör. Darüber hinaus musst du auch mit technischen Geräten der Medienproduktion vertraut sein und wissen, wann welche wie verwendet werden sollten. Dein Einsatzgebiet ist breit gefächert. Neben Tonaufnahmen an Drehorten, arbeitest du auch bei Live-Übertragungen von Fernseh-Shows oder sorgst bei Musicals oder Theateraufführungen für die optimale Tonqualität. Aus diesem Grund musst du deine Arbeit intuitiv beherrschen. Schon kleine Fehler fallen dem Publikum auf. In der Postproduktion hast du diesen Stress nicht. Du hörst dir Sequenzen viele male hintereinander an und veränderst die Aufnahmen meistens nur um kleinste Nuancen. Außerdem musst du auch Störgeräusche identifizieren und minimieren, die bei der Aufnahme nicht zu umgehen waren. Erfahrung und Ideenreichtum verhelfen dir zum perfekten Mix aus der veränderten ursprünglichen Aufnahme und einem passenden Hintergrundsound.  

Tontechniker werden: So geht’s

Tontechniker gehört nicht zu den klassischen Ausbildungsberufen. Wer später als Tontechniker arbeiten möchte, kann sich mit der Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton dafür qualifizieren. Dieser Ausbildungsberuf wird im klassischen dualen System angeboten, das heißt du wirst in einem Ausbildungsbetrieb in der Praxis ausgebildet und erfährst theoretische Inhalte in der Berufsschule. Daneben bringt auch der Beruf der Fachkraft für Audiotechnik / Audio Engineer immer wieder Tontechniker hervor. Dabei solltest du beachten, dass es sich hierbei um eine schulische Ausbildung handelt und die Lehrgangsträger über deine Ausbildungsinhalte und die Dauer deiner Ausbildung entscheiden. Dementsprechend können sich die vermittelten Inhalte an den verschiedenen Schulen unterscheiden. Auch die Zugangsvoraussetzungen, die Dauer der Ausbildung und die Bezeichnung des erlangten Abschlusses variieren. Generell kannst du bei Ausbildungsberufen im Fachbereich Tontechnik punkten, wenn du ein Musikinstrument beherrschst oder andere musikalische Hobbys ausübst.

Mediengestalter für Ton und Bild

Als Mediengestalter für Bild und Ton ist man für die Planung, Umsetzung und Postproduktion von Bild- und Tonaufnahmen zuständig. Neben der Installation von Produktionssystemen beschäftigst du dich auch mit redaktionellen und gestalterischen Aspekten rund um die Aufnahmen. Zu den Ausbildungsinhalten gehören auch die optimale Beleuchtung verschiedenster Einstellungen und die Aussteuerung von Kameras. Nach dem Dreh sichtest und ordnest du Dateien. Außerdem bereitest du die Bild- und Tondateien technisch auf, sodass sie in der Postproduktion problemlos verwendet werden können. Darüber hinaus erfährst du auch rechtliche Grundlagen wie Datenschutzbestimmungen oder Lizenzrechte. Auch die Kundenberatung und die Abrechnung von Leistungen sind Teil der Ausbildung.

► Erfahre mehr zur Ausbildung als Mediengestalter für Bild und Ton und finde freie Stellen.

Fachkraft für Audiotechnik / Audio Engineer

Die schulische Ausbildung zur Fachkraft für Audiotechnik / Audio Engineer vermittelt Kenntnisse in den Bereichen Gehörbildung und Akustik. Dafür wird ein medizinisch intaktes Gehör vorausgesetzt. Als Audiotechniker bist du nicht nur für die Bedienung der Technik verantwortlich, sondern auch für den Aufbau der Geräte z.B. bei Veranstaltungen oder Drehorten. Aus diesem Grund werden auch technische Praxisgrundlagen vermittelt. Du erlernst außerdem, wie Ton live übertragen, bzw. aufgezeichnet und danach bearbeitet wird. Dabei werden unterschiedliche Arbeitsorte behandelt, wie beispielsweise Theater, Musical, Fernsehshows oder Kinofilme. Oft wird ein Praktikum in die Ausbildung integriert oder an die schulische Ausbildung angeschlossen. Die Auszubildenden zur Fachkraft für Audiotechnik werden dabei häufig in Tonstudios eingesetzt.

Bildnachweis:
„Mischpult" © Franz Pfluegl 2010 - Fotostudio Pfluegl, Rudolfsplatz 1, A-1010 Wien, Austria, Tel. +43-1-535 39 01, email: fotograf@pfluegl.at / Fotolia