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Bäcker – Ausbildung & Beruf

„Wer will guten Kuchen backen, der muss haben sieben Sachen: Eier und Schmalz, Butter und Salz, Milch und Mehl…“ Aber das ist längst nicht alles! Der Beruf des Bäcker ist einer der ältesten Handwerksberufe der Welt und ohne die Bäcker wären viele Menschen in Deutschland morgens sehr schlecht drauf... Keine frischen Semmeln, Brötchen, Schrippen, Wecken, keine Brezn, Krapfen, Pfannkuchen, kein Kaffee und kein nettes Wort am Morgen. Du siehst, ein Bäcker ist sehr viel mehr als jemand, der aus 7 Sachen einen Kuchen herstellt.

Was macht ein Bäcker?

Bäcker stellen täglich aus diesen und anderen Zutaten frische Brötchen, diverse Brotsorten, Feinbackwaren, Torten, Desserts und vieles andere her. Zum Berufsbild Bäcker gehört aber auch die Beratung von Kunden und der Verkauf der Bäckereiprodukte. Wie das alles funktioniert, wird dir in der Ausbildung zum Bäcker beigebracht. Du lernst, wie man aus den vorgegebenen Rezepten die Teige anfertigt, was bei der Lagerung und Kontrolle der Waren zu beachten ist und wie man die Maschinen und Geräte bedient.


Das Berufsbild Bäcker zählt zu den handwerklichen Berufen. Seit Jahren klagt das Handwerk über zu wenige Bewerber, was im Umkehrschluss für dich bedeutet, dass du sehr gute Chancen hast, eine Ausbildungsstelle als Bäcker zu finden. Bäcker arbeiten im Nahrungsmittelhandwerk oder der Nahrungsmittelindustrie, dementsprechend kann entweder die IHK oder die HWK die für die Ausbildung zuständige Stelle sein. 

Als Bäcker bzw. Bäckerin bist du beispielsweise in Backstuben von Bäckereien, in Reformhäusern oder in Werkhallen von Großbäckereien angestellt. Daneben gibt es auch Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gastronomie, z.B. in Restaurants, Gaststätten, Hotels, Cafés und im Catering-Bereich.

Du hast einen interessanten Ausbildungsplatz zum Bäcker im Stellenmarkt gefunden? Dann hol dir hier Tipps und Anregungen für deine Bewerbung als Bäcker.

Art der Ausbildung

dual (Berufsschule und Betrieb)

Dauer der Ausbildung

3 Jahre, Verkürzung auf 2-2,5 Jahre möglich

Zuständige Stelle

IHK, HWK

So läuft die Ausbildung ab

Du interessierst dich für diesen Beruf? Dann fragst du dich sicher: Wie werde ich Bäcker? In deiner Ausbildung zum Bäcker bist du im Wechsel in Betrieb und Berufsschule. Im Betrieb erlernst du die praktische Seite des Berufsbildes Bäcker und übernimmst konkrete Aufgaben. In der Berufsschule wird dir das theoretische Hintergrundwissen vermittelt. Während deiner Ausbildung musst du als Ausbildungsnachweis ein Berichtsheft über deine Aufgaben und Tätigkeiten führen. Darin hältst du fest, welche Aufgaben und Inhalte du in deiner Ausbildung zum Bäcker erlernst. Dein Ausbilder überprüft dein Berichtsheft regelmäßig. 

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres absolvierst du eine praktische und eine schriftliche Zwischenprüfung. Am Ende der Ausbildung wartet die Gesellenprüfung auf dich, die sich aus 3 schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil zusammensetzt. Wenn du die Prüfung bestehst, darfst du dich staatlich anerkannter Bäcker nennen.

Welche Inhalte und Themen dich unter anderem in deiner Ausbildung erwarten, erklärt dir das AZUBIYO-Ausbildungslexikon. Weitere Infos zu den Inhalten und dem Ablauf der Ausbildung findest du in der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung für Bäcker.

Das lernst du in der Ausbildung zum Bäcker:

  • E wie Emulgatoren: Öl und Wasser kann man nicht mischen? Doch! Mit Hilfe von Emulgatoren lassen sich nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten vermengen. Wie das funktioniert, lernst du in deiner Ausbildung zum Bäcker.
  • E wie Ernährungsphysiologie: Für eine optimale Ernährung ist es wichtig, die Zusammensetzung von Lebensmitteln und Nährstoffen zu berücksichtigen. Deswegen kennst du als Bäcker die ernährungsphysiologischen Werte der verwendeten Inhaltsstoffe.
  • P wie Preiskalkulation: Wieviel soll ein Brötchen, ein Brot oder ein Croissant kosten? In deiner Ausbildung zum Bäcker lernst du, wie Preise richtig kalkuliert werden und was du dabei alles berücksichtigen musst.

Nach Abschluss deiner Ausbildung hast du zahlreiche Fortbildungsmöglichkeiten, zum Beispiel durch eine Weiterbildung zum Bäckermeister oder Konditormeister. Wenn du das (Fach-)Abitur hast, könntest du auch über ein anschließendes Studium nachdenken, zum Beispiel in den Bereichen Ernährungswissenschaft, Ökotrophologie oder Lebensmitteltechnologie.

Bäcker: Voraussetzungen für die Ausbildung

Das AZUBIYO-Ausbildungsradar zeigt dir, mit welchem Schulabschluss, welchen Schulfächern und Stärken du besonders gute Chancen auf eine Ausbildungsstelle hast, und welche Arbeitsbedingungen in diesem Beruf typisch sind:

Welchen Schulabschluss haben Ausbildungsanfänger?

Abitur/Fachabitur
6%
Mittlere Reife
28%
Hauptschulabschluss
58%
Kein Abschluss
8%
Quelle: "Datenbank Auszubildende" des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) auf Basis der Daten der Berufsbildungsstatistik der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Erhebung zum 31. Dezember)

Hilfreich sind gute Noten in:

Mathe
Chemie
Biologie

3 wichtige Stärken:

Sorgfalt & Genauigkeit
Verantwortungs- und Gefahrenbewusstsein
Neugierde & Lernbereitschaft

Diese Arbeitsbedingungen können auf dich zukommen:

Umfeld: Werkstatt, Fertigungshalle, Handwerksbetrieb
Schichtarbeit
Körperliche Beanspruchung

Bäcker kannst du theoretisch mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne Abschluss werden. Mehr als die Hälfte der Azubis hat aber einen Hauptschulabschluss, wie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) erhoben hat. Etwa ein Viertel der Ausbildungsanfänger wurde mit Realschulabschluss und ein kleiner Teil mit Abitur bzw. Fachabitur eingestellt. Und ein kleiner Prozentsatz startet ohne Schulabschluss in die Ausbildung.

Mit guten Noten in Chemie und Biologie kannst du in dieser Ausbildung auf jeden Fall punkten. Auch gute Mathekenntnisse können bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz hilfreich sein, da du diese beim Abwiegen von Zutaten oder Umrechnen von Gewichtsangaben benötigst. Aber gute Noten in diesen Fächern sind kein Muss. Am wichtigsten ist, dass du ein großes Interesse und Neugierde für die Ausbildung zum Bäcker mitbringst. Weitere Stärken, die man beim Umgang mit Lebensmitteln haben sollte, sind Verantwortungsbewusstsein sowie eine genaue, sorgfältige Arbeitsweise.

Das typische Arbeitsumfeld als Bäcker ist ein Handwerksbetrieb, also z.B. Backstuben von Bäckereien oder große Werkhallen. Du kannst aber auch in der Gastronomie beschäftigt sein, z.B. in Cafés oder im Catering-Bereich. In der Regel arbeitest du als Bäcker im Schichtdienst. Wenn du z.B. mit großen Maschinen zu tun hast, kann dieser Beruf körperlich anstrengend sein.

Aber Bäcker ist nicht gleich Bäcker. Dein Arbeitsumfeld kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem in welchem Ausbildungsbetrieb und in welchem Bereich du tätig bist. In einer kleinen Bäckerei arbeitest du in einer Backstube und bist in einem kleinen Team tätig. In industriellen Bäckereien bist du dagegen in großen Werkhallen tätig und arbeitest mit unterschiedlichen Kollegen zusammen. Und falls du in der Gastronomie oder im Catering beschäftigt bist, hast du Kontakt zu Kunden und berätst sie. Daher solltest du dir genau überlegen, welcher Ausbildungsbetrieb und welches spätere Arbeitsfeld am besten zu dir passen.

Wie gut passt dieser Beruf zu dir? Jetzt Eignung testen!

Bildnachweis: „Bäckerin" © Kzenon / Fotolia